In Foul Play betretet ihr mit einem Freund die Bühne: Ihr spielt Baron Dashforth, einen Dämonenjäger, und seinen Gehilfen Scampwick. Das seitwärts scrollende Prügelspiel unterstützt zwei Personen im lokalen Koop mit gemeinsamem Bildschirm oder online. Ihr räumt kein Dämonennest in einer realistischen Welt aus, sondern spielt Dashforths Abenteuer vor einem Publikum nach. Dessen Stimmung ist euer Erfolgsmaß. Kombos, Paraden und Würfe halten die Show in Gang; Treffer können die Zuschauer verärgern und den Vorhang fallen lassen. Das Spiel ist eine gezielte Wahl für zwei Freunde, die ein theatralisches Beat ’em up suchen, kein Titel für eine größere Runde.
Das Publikum verfolgt eure Kombo
In den meisten Kämpfen tretet ihr auf einer langen Theaterbühne gegen kostümierte Dämonen und andere Schauspieler an. Ihr könnt zuschlagen, Gegner in die Luft befördern und mit schnelleren Treffern nachsetzen. Ein Ausweichschritt oder eine Parade hilft, wenn ein Angriff unmittelbar bevorsteht. Ein erfolgreicher Konter eröffnet einen Spezialangriff: Ihr könnt einen Gegner mit schnellen Schlägen eindecken, ihn in eine Gruppe von Feinden werfen oder ihn auf die Bühne schleudern. Mit weiteren Techniken habt ihr mehrere Möglichkeiten, eine Kombo vom einen Ziel zum nächsten fortzuführen.
Die Kombo dient nicht nur der Jagd nach Punkten. Foul Play ersetzt die übliche Lebensleiste durch die Stimmung des Publikums. Eine saubere Angriffskette und dramatische Konter heben die Stimmung; wer getroffen wird oder den Kampf ins Stocken geraten lässt, verdirbt den Zuschauern die Show. Sinkt ihre Begeisterung zu weit, ist die Vorstellung vorbei. Haltet ihr eine Serie am Laufen, steigen die Punktemultiplikatoren und das Publikum antwortet mit Jubel, winkenden Armen und in die Luft geworfenen Hüten. So wird aus einer chaotischen Prügelei eine Vorstellung, deren Verlauf ihr auf einen Blick verfolgen könnt: Das Publikum bewertet euch beide und zählt nicht bloß die besiegten Gegner.
Der Rhythmus entsteht dadurch, dass ihr zwischen den Gegnern wechselt, statt immer denselben sicheren Angriff zu wiederholen. Ein Feind kündigt seinen Schlag an, sodass ihr parieren und kontern könnt. Ein Wurf schafft Platz oder schleudert einen Gegner in andere hinein; mit einem Launch könnt ihr eine kurze Luftkombo starten, bevor das nächste Ziel näher kommt. Manche Feinde greifen aus der Entfernung an oder bewegen sich durch die Luft, während schwerere Gegner euren Ablauf unterbrechen können. Oft stehen mehrere Bedrohungen gleichzeitig auf der Bühne. Dann geht es darum, ob ihr die Kombo verlängert, über den Bildschirm wechselt oder auf den Feind reagiert, der sie gleich beenden könnte.
Die Inszenierung hilft euch, die Vorstellung im Blick zu behalten. Beide Figuren haben eine eigene Punkte- und Kombianzeige, während die Stimmungsanzeige die gemeinsame Zustimmung des Publikums zeigt. Ist es begeistert, seht ihr das nicht nur am Balken, sondern auch auf den Rängen. Stecken die Schauspieler zu viele Treffer ein, fällt die Stimmung und das Publikum beginnt zu buhen. Diese Verbindung von Spektakel und Überleben gibt dem einfachen Beat ’em up ein klares gemeinsames Ziel: Eure Darbietung muss unterhaltsam genug bleiben, damit die Show weitergeht. Die zwei Punktezähler zeigen, was jede Figur beiträgt; das Publikum reagiert aber auf eure gemeinsame Leistung. Eine Serie kann den Multiplikator steigern, ein unterbrochener Angriff oder mehrere Treffer dagegen die ganze Vorstellung gefährden. So bleibt die Stimmungsanzeige selbst dann ein klarer Orientierungspunkt, wenn mehrere Schauspieler und Effekte die Bühne füllen.
Dashforth und Scampwick teilen sich die Bühne
Im Koop steuert eine Person Dashforth, die andere Scampwick. Das Duo spielt dieselbe inszenierte Kampagne durch, statt in verschiedene Rollen aufzuteilen oder getrennte Klassen aufzubauen. Beide können angreifen, parieren, Gegner in die Luft befördern und werfen. Außerdem tragen beide dazu bei, das Publikum bei Laune zu halten. Mit zwei Personen bleibt das Geschehen übersichtlich, während ihr trotzdem verschiedene Bereiche einer vollen Bühne abdecken könnt.
Manche Aktionen erfordern genaues Timing zwischen euch. Ihr könnt denselben Gegner gemeinsam parieren und danach in einem kurzen Knopfdrückduell ausmachen, wer den letzten Treffer landet. Das bringt einen spielerischen Wettstreit in einen ansonsten kooperativen Kampf: Ihr arbeitet weiterhin auf dieselbe Publikumsstimmung hin, aber der finale Schlag ist umkämpft. Andere Momente belohnen bessere Abstimmung. Jede Figur kann einen Showstopper aufladen, einen kurzen Ausbruch, der den Kombomultiplikator verdoppelt. Aktiviert ihr beide ihn gleichzeitig, steigt der Bonus auf das Vierfache. Ihr seht also sofort, was es bringt, die beiden Fähigkeiten für dieselbe Gegnerwelle aufzuheben.
Ein Mitspieler verändert auch den Eindruck mancher Herausforderungen. In einem Akt müsst ihr vielleicht eine lange Trefferfolge oder eine bestimmte Aktion schaffen; in einem anderen soll ein Ziel zuletzt besiegt oder ein Abschnitt vor Ablauf des Zeitlimits beendet werden. Allein können diese Aufgaben schwer zu bewältigen sein, während ihr gleichzeitig Treffern ausweicht. Mit einem Partner im gemeinsamen Bild kommen weitere Angriffe und Konter hinzu. Der Koop macht aus dem Spiel keine taktische Klassenübung: Der Reiz liegt darin, dass zwei Personen dieselbe Vorstellung am Laufen halten, während das Chaos auf der Bühne zunimmt.
Jedes Kapitel ist eine neue Vorstellung
Dashforth erzählt die Handlung als eine Reihe von Erinnerungen. In fünf Stücken und 22 Akten berichtet er von den Abenteuern, die ihn als Dämonenjäger berühmt gemacht haben, stets an Scampwicks Seite. Die Reise führt von Wüstenkulissen nach dem Vorbild Kairos bis in die Tiefen von Atlantis. Dabei wechseln die Schauspieler von einer seltsamen Gegnerverkleidung zur nächsten. In einer Szene kämpft ihr vielleicht gegen Wölfe; in der nächsten tritt eine Meereskreatur im blaugrünen Licht auf.
Hinter den Kulissen bleibt das Theater immer sichtbar. Bühnenarbeiter tragen Requisiten fort und bringen neue herein; während des Kampfes kann sich das Bühnenbild verändern. Die kostümierten Dämonen sind Darsteller in der Vorstellung, und am unteren Bildschirmrand bleiben die Sitzreihen sichtbar. Dadurch bekommen die Level einen märchenhaften Charakter: Ein heftiger Kampf kann mit einem Vorhanggruß enden, während ein deutlich erkennbares Requisit oder ein wartender Schauspieler in der Seitenkulisse zum Witz gehört. Die wechselnden Stücke bringen visuelle Abwechslung, ohne so zu tun, als würde jede Begegnung in einer eigenen realistischen Welt stattfinden.
Dashforths Erinnerungen führen zu einem Rätsel um seinen Vater und die Ereignisse hinter dem „Foul Play“ des Titels. Die Handlung hält sich mit langen Erklärungen zurück. Ihre Persönlichkeit zeigt sich in Bühnenaktionen, Dialogen und dem Gegensatz zwischen großspuriger Heldenerzählung und beiläufigen Witzen hinter den Kulissen. Kulissen, Kostüme und Reaktionen des Publikums tragen viel zur Stimmung bei. Wenn ihr eine Komödie mögt, die Dämonenjagd ernsthaft darstellt und zugleich Bühnenarbeiter durchs Bild laufen lässt, hat das Szenario mehr Eigenständigkeit als eine beliebige Straße oder ein Dungeon.
Herausforderungen geben euch Gründe für eine Rückkehr
Zu den Akten gehören optionale Herausforderungen, die verändern, was eine Szene von euch verlangt. Vielleicht müsst ihr eine bestimmte Trefferfolge erreichen, eine bestimmte Aktion ausführen, das Zeitlimit einhalten oder einen Boss zuletzt besiegen. Oft ermutigen die Ziele zu einem anderen Vorgehen im Kampf, statt eine neue Kampagnenregel einzuführen. Wenn ihr alle Herausforderungen eines Akts abschließt, könnt ihr einen Talisman erhalten, der einen kleinen Bonus gibt, etwa Kombos erleichtert. Im Verlauf schaltet das Spiel außerdem weitere Bühnentricks frei, sodass euer Repertoire über die ersten Angriffe hinauswächst. Eine Parade kann sogar ein Geschoss zum Angreifer zurücklenken und einer Abwehraktion eine neue Funktion geben. Dadurch lassen euch die Ziele vertraute Kämpfe unterschiedlich angehen: Eins belohnt vielleicht eine lange ununterbrochene Kombo, ein anderes einen Konter oder eine bestimmte Reihenfolge, in der ihr Gegner ausschaltet.
Ihr könnt abgeschlossene Szenen erneut spielen, um verpasste Ziele nachzuholen oder euren Punktestand zu verbessern. Das passt zu Paaren, die einen kurzen Abschnitt wiederholen und eine sauberere Kombo oder einen weiteren Stern erreichen möchten. Showstopper und Paraden bringen genug Timing ins Spiel, damit eine bekannte Gegnerwelle beim Versuch, die Serie zu halten, anders abläuft. Ein Boss kann den üblichen Zustrom von Gegnern unterbrechen; die optionalen Aufgaben geben euch einen Grund, darauf zu achten, wie ihr jeden Akt abschließt.
Der Nachteil: Der grundlegende Ablauf bleibt lange ähnlich. Gegner erscheinen zwar in neuen Kostümen und Kulissen, aber viele Kämpfe verlangen weiterhin, Gegner durch die Luft zu schleudern, zu kontern und Gruppen auszuschalten, während ihr die Publikumsstimmung schützt. Wenn eure Lieblingsprügler ihre Gegner und Kampfoptionen während der Kampagne ständig verändern, kann euch Foul Play irgendwann eintönig vorkommen. Die größte Abwechslung entsteht durch die Auftrittsziele, das Timing der zweiten Person und die Theaterkulissen, nicht durch eine große Auswahl sehr unterschiedlicher Kampfsysteme.
Ein Koop-Spiel für zwei
Foul Play bietet lokalen Koop mit gemeinsamem Bildschirm und Online-Koop für zwei Personen. Eine Person ist Dashforth, die andere Scampwick; für eine größere Gruppe gibt es keine zusätzlichen Plätze. Wenn ihr ein überschaubares Spiel für zwei Freunde sucht, bleibt ihr als Duo im selben Abenteuer von Akt zu Akt zusammen. Online-Koop ist für zwei Personen angegeben, aber ob aktuell öffentliche Mitspieler verfügbar sind, ist unklar. Wenn das für euch wichtig ist, plant mit jemandem, den ihr kennt.
Empfohlen wird ein kabelgebundenes Xbox-360-Gamepad. Für ein Prügelspiel mit schnellen Kontern und wiederholten Angriffsketten ist ein Controller eine naheliegende Wahl. Der lokale Modus nutzt einen gemeinsamen Bildschirm, sodass ihr denselben Kampf und dieselbe Publikumsanzeige im Blick habt.
Foul Play passt am besten, wenn ihr zu zweit Arcade-Action, Punktziele und eine Komödie mögt, die ihre Theaterkulissen in die Kämpfe einbezieht. Die Zusammenarbeit ist direkt: Ihr kämpft gegen dieselben Gegner, haltet das Publikum bei Laune und wetteifert gelegentlich um den letzten Treffer. Wenn ihr eine Runde für vier, stark wechselnde Gegnerverhalten oder umfangreiche Charakter-Builds sucht, hat diese Show eine kleinere Besetzung und einen engeren Rhythmus. Für zwei Freunde, die herausfinden möchten, wie lange sie das Publikum jubeln lassen können, ist genau dieser Fokus der Reiz.