Nach einem Schiffbruch strandest du mit einem Freund auf einer Insel, die von technisch hochgerüsteten Katzen beherrscht wird. In BattleBlock Theater müsst ihr auf der Bühne antreten, um Hatty Hattington zu retten. Die Story ist eine Plattformkampagne für zwei Personen, die ihr online oder an einem Computer spielen könnt. Ihr durchquert Fallenräume, sammelt Edelsteine und helft einander an Stellen weiter, die allein schwer erreichbar wären. Sind mehr Freunde dabei, bietet die Arena kurze Minispiele und Punktespiele für bis zu vier Personen. Sie ist ein Tempowechsel, keine Fortsetzung der Story für vier Spieler.
Zwei Darsteller, ein Fluchtweg
Der Story-Modus ist für eine oder zwei Personen ausgelegt. Die absurde Rahmenhandlung lässt jedes Level wie einen weiteren Pflichtauftritt wirken: Der Vorhang geht auf, ein Raum voller Blöcke und Gefahren erscheint, und ein energiegeladener Erzähler kommentiert, was ihr auf der Bühne anstellt. Die Katzen sind Wachen und Publikum, Hatty ist der Freund, den ihr retten wollt, und das Spiel nimmt die ganze Situation ungefähr so ernst wie ein Schultheaterstück, das spektakulär aus dem Ruder läuft.
Das Ziel einer Bühne ist leicht zu verstehen, auch wenn der Weg dorthin es nicht immer ist. Sammelt genügend grüne Edelsteine, um den Ausgang zu öffnen, und bringt beide Figuren bis dorthin. Edelsteine liegen auf dem Hauptweg und in verlockenden Seitengängen; Garnknäuel sind meist schwerer zu erreichen und zählen für eure Levelwertung. Eine Tür, ein Schalter oder eine Barriere kann einen Spieler aufhalten, während der andere den Mechanismus sucht, der den Weg freigibt. Manche Routen verzweigen sich, führen zurück oder schicken euch durch eine Gefahrenstrecke, bevor ihr wieder zusammenkommt.
Die Kampagne ist nicht einfach das Solo-Level mit einer zusätzlichen Figur. In der aktuellen Steam-Version wurden einige versteckte Edelsteine und Rätsel angepasst, damit sich Solo- und Koop-Wege stärker unterscheiden. Manche Abschnitte verlangen inzwischen, dass beide Spieler sie durchqueren. Das fällt besonders in Räumen auf, in denen eine Person einen Schalter gedrückt hält oder einen Block stoppt, während die andere über eine Lücke springt. Ihr könnt euch auch auf einen Vorsprung werfen lassen, einander hochziehen oder den Kopf des Partners als improvisierte Stufe benutzen. So wird gewöhnliches Plattforming zu einer gemeinsamen Aufgabe: Das Ziel ist für beide gleich, aber ein kleiner Timingfehler schickt euch schnell zurück in die Gefahren des Raums.
Physik mit Theaterschwung
Dein Gefangener kann laufen, springen, doppelt springen, an Wänden springen, rutschen, dashen, schieben und greifen. Mit diesem überschaubaren Bewegungssatz müsst ihr die sehr unterschiedlichen Bühnenmechanismen überwinden. Eine Plattform verschwindet vielleicht, wenn ein Laser andernorts einen Schalter trifft. Ein Block fährt hoch oder runter, federt euch ab oder trägt euch über eine Lücke. Auf Eis rutscht ihr weiter, während Wasser und Stacheln einen leicht zu spät angesetzten Sprung in einen sehr sichtbaren Sturz verwandeln. Neue Blocktypen werden einzeln eingeführt und später zu hektischeren Räumen kombiniert, in denen ihr gleichzeitig springen und Rätsel lösen müsst.
Die Kamera hält beide Figuren in derselben scrollenden Szene, statt jedem Spieler eine eigene Bildschirmhälfte zu geben. So seht ihr leicht, was der andere versucht. Ein schneller Raum kann trotzdem hektisch werden: Eine Figur ist vielleicht auf einem unteren Weg, während die andere schon einen Schalter oben erreichen will; eine bewegliche Plattform oder ein Monster erschwert dann das Wiedersehen. Der gemeinsame Bildausschnitt passt zu den kurzen Levels und schnellen Rettungen, doch wenn Fallen, Gegner und Effekte gleichzeitig auftreten, wird es auf dem Bildschirm voll.
Kämpfe gehören zum Chaos, sind aber nicht die präziseste Seite des Spiels. Ihr könnt Figuren schlagen, mit einem Rutscher umstoßen, werfen oder anderweitig wegschubsen. Im Geschenkeladen gibt es Werkzeuge mit unterschiedlichen Effekten. Eine Froschbombe zum Beispiel erzeugt eine Explosion; eine Säureblase kann alles verletzen oder festsetzen, was sie berührt. Ihr könnt zwei Werkzeuge mitnehmen und zwischen ihnen wechseln. Sie wirken gegen Katzen, können aber auch Darsteller treffen. Dasselbe Werkzeug, das einen Weg freiräumt, kann also den Sprung eures Freundes unterbrechen. BattleBlock Theater nennt seine Story nicht ohne Grund „co-optional“: Ihr habt ein gemeinsames Ziel, aber Physik und Angriffe machen versehentliches Sabotieren leicht. Oft wird ein Rettungsversuch dadurch zur gemeinsamen Bruchlandung.
Diese Unberechenbarkeit passt besser zu Slapstick als zu präzisem Kampf. Die Bewegungsrätsel sind die stärkere Seite; Nahkämpfe können ungenau und unübersichtlich wirken, besonders wenn spätere Räume voller Gegner und Explosionen sind. Wenn eure Gruppe vor allem ein ausgefeiltes Kampfsystem sucht, ist die Arena kein Ersatz für ein dediziertes Prügelspiel. Die Story funktioniert am besten, wenn ihr Waffen als weitere Quelle für Bühnenchaos betrachtet und darauf achtet, welche Route sie öffnen oder stören.
Edelsteine, Garn und die Wertung am Vorhang
Ein abgeschlossenes Level bringt euch in der Kampagne weiter, aber die Sammelobjekte geben euch Gründe, auch abseits des Ausgangs nachzusehen. Mit Edelsteinen könnt ihr im Geschenkeladen Gefangene befreien und neue Köpfe für eure Figuren freischalten. Garnknäuel lassen sich gegen weitere Waffenwerkzeuge eintauschen. Das sind kosmetische und Ausrüstungsbelohnungen statt eigener Charakterklassen: Die Gefangenenköpfe verändern euer Aussehen, während Waffen neue Möglichkeiten zum Schubsen, Betäuben oder Ausschalten bieten.
Jedes Level bekommt außerdem eine Wertung. Sie richtet sich danach, wie viele Sammelobjekte ihr findet und wie schnell ihr das Ende erreicht; für A++ reicht es nicht, nur die nötigen Edelsteine zu holen und den Ausgang zu nehmen. Ein bereits abgeschlossenes Level könnt ihr erneut besuchen, um fehlendes Garn zu sammeln, eine bessere Zeit zu schaffen oder eure Wertung zu erhöhen. Das Grundrätsel bleibt dasselbe, aber optionale Sammelobjekte locken euch in einen Seitengang oder machen einen sicheren Weg riskanter. Edelsteine sind die Kampagnenwährung, mit der ihr im Geschenkeladen weitere Gefangene freischalten könnt.
Die normale Kampagne geht recht nachsichtig mit Fehlschlägen um. Eine Falle kann euch erwischen; ihr kehrt an einem nahegelegenen Punkt zurück und versucht es erneut, ohne ein ganzes Kapitel von vorn zu beginnen. So lädt das Spiel zum Experimentieren ein: Ihr werft einen Freund über die Lücke, merkt, dass die Landung ungünstiger ist als gedacht, und versucht es noch einmal. Auf dem Schwierigkeitsgrad Insane steht mehr auf dem Spiel, denn pro Level habt ihr nur ein Leben. Ein vertrauter Raum fühlt sich dann anders an: Ein verpasster Sprung ist kein kurzer Witz vor dem Respawn, sondern ein deutlich teurerer Rückschlag. Diese Herausforderung ist optional und nicht die Grundannahme für eine lockere Koop-Runde.
Wenn sich der Vorhang für die Arena öffnet
In der Arena spielen bis zu vier Personen online oder lokal; die Story bleibt eine Kampagne für zwei. Ihre acht Modi lenken dieselben Bewegungs- und Waffenmechaniken auf kurze Matchziele. Einige drehen sich darum, Gegner zu bekämpfen oder zu stören, andere setzen ein wechselndes Punktziel. In Muckle geht es darum, Rivalen im Nahkampf zu übertreffen. In Soul Snatcher nehmt ihr einem Gegner die Seele ab und versucht, sie festzuhalten. Bei Ball Game müsst ihr einen Ball ins Tor befördern; bei Grab the Gold wird das von einem fliegenden Wal fallengelassene Gold zum Wettlauf um den Tresor. King of the Hill und Color the World verlangen, bestimmte Bereiche zu halten oder die Karte umzufärben. Capture the Horse ergänzt das Ganze um ein Wettreiten, Challenge um einen zeitbegrenzten Parcours.
Die Beispiele zeigen, warum die Arena ein Tempowechsel und keine Vier-Spieler-Fassung der Story ist. Die Gruppe kann ein Spiel mit klarer Wertung wählen, einen anderen Modus ausprobieren und schnell wieder wechseln, ohne Kampagnenfortschritt festzulegen. Manche Modi schicken euch gegeneinander oder teilen euch in Teams auf; bei anderen sind die Strecke oder das Ziel selbst die Herausforderung. Mit vier Freunden im selben Raum ist die Arena der Modus für alle vier Plätze. Online funktioniert sie ebenfalls, während die Koop-Story bei zwei Spielern bleibt.
Die Arena nutzt dieselben Gefahren und Waffenwerkzeuge, die schon die Story unberechenbar machen, aber das Ziel ändert sich. Eine Plattform ist im einen Moment ein Weg und im nächsten eine Gelegenheit, jemanden aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine Waffe kann euch einen Punkt verschaffen oder den Versuch eines anderen unterbrechen. Dadurch passen die Minispiele zu den physikalischen Spielereien der Kampagne, auch wenn ihre Ziele wenig mit Hattys Rettung zu tun haben. Ob euch die Arena lange beschäftigt, hängt davon ab, wie gern eure Gruppe kurze, chaotische Runden spielt. Wenn eure Gruppe lieber die längeren Plattformrätsel der Kampagne spielt, könnten euch die kurzen kompetitiven Runden weniger reizen.
Weitere Bühnen zum Ausprobieren
Im Level-Editor baut ihr Räume aus der Blockpalette des Spiels. Plattformen, Fallen, Schalter, Gegner und weitere interaktive Teile lassen sich zu einem einfachen Sprungparcours oder einem komplizierten Mechanismus für eure Freunde kombinieren. Steam unterstützt das Teilen und Spielen von Community-Levels über den Workshop. So könnt ihr die Spielmechaniken auch nach den offiziellen Bühnen weiter erkunden. Schwierigkeit und Qualität von Nutzerkreationen unterscheiden sich natürlich.
Schon die offiziellen Levels bieten Gründe für einen zweiten Durchgang: optionale Sammelobjekte, bessere Wertungen, geheime Bereiche und eigene Koop-Rätsel. Einige Räume und A++-Zeitvorgaben wurden angepasst; insgesamt bietet das Spiel Hunderte von Levels in Story, Arena und weiteren Inhalten. Die Kampagne lässt sich am besten als lange Folge kurzer Bühnenstücke verstehen, nicht als ein ununterbrochener Plattformparcours.
Passt die Ausstattung für eure Gruppe?
Für die lokale Story kann eine Person die Tastatur benutzen und eine andere einen unterstützten Controller; zwei Personen können sich keine einzelne Tastatur teilen. Wenn mehr als zwei Leute an einem Computer spielen sollen, ist die Arena für vier ausgelegt. Die aktuelle Steam-Version bietet breitere Controller-Unterstützung und Steam Input.
Online können zwei Personen die Story spielen; in Online-Sitzungen lassen sich inzwischen Beitrittscodes verwenden, sodass ihr euch nicht zuerst gegenseitig in die Steam-Freundesliste aufnehmen müsst. Online bietet die Arena vier Plätze. Remote Play Together kann lokales Multiplayer-Spiel zu einem Freund streamen, nutzt aber weiterhin die lokale Spielerkonfiguration und ihre Eingabebeschränkungen. Es gibt Online- und lokale Möglichkeiten; eine Vier-Spieler-Kampagne macht das aus der Zwei-Personen-Story nicht.
BattleBlock Theater passt zu Freunden, die kurze, übersichtliche Plattformräume mit einer schrägen Bühnenshow verbinden wollen. Ihr verfolgt dasselbe Ziel, aber nicht immer denselben sauberen Weg: Eine Person hält einen Schalter, hilft der anderen auf eine Kante, sammelt einen Edelstein aus einem Seitengang oder sorgt versehentlich für einen Sturz. Wenn zwei Spieler genug von den Fallen der Story haben, bietet die Arena bis zu vier Freunden eine eigene Bühne, um Punkte zu sammeln und einander zu stören. Die Aufteilung ist klar: zwei für die Story, vier für die Partymodi und für Couch-Koop neben der Tastatur mindestens ein Controller.