Serious Sam HD: The Second Encounter ist eine schnelle, laute Kampagne für Gruppen mit einer klaren Aufgabe: Durchquert drei fremde Welten und verhindert, dass Mentals Armee den Bildschirm füllt. Im Online-Koop können bis zu 16 Personen die Kampagne spielen. Für lokalen Splitscreen müsst ihr das Spiel über den kostenlosen Hub Serious Sam Fusion 2017 starten, der diese Funktion zur HD-Version hinzufügt. Fusion unterstützt außerdem Multiplayer zwischen Windows, SteamOS, macOS und Linux, sofern alle dasselbe Spiel starten. Euch erwarten weitläufige Arenen, plötzlich auftauchende Monsterwellen und viel Bewegung zwischen den Feuergefechten.

Drei Welten, ein klares Ziel

Die Kampagne setzt Sam Stones Kampf gegen Mentals außerirdische Streitkräfte fort und führt durch Südamerika, das alte Mesopotamien und das mittelalterliche Europa. Die Schauplätze sorgen für willkommene Abwechslung: Bewachsene Ruinen und überwucherte Pfade weichen antiken Steinbauten, danach folgen verschneite Dörfer, Burgen und Höfe. Die Prämisse bleibt bewusst einfach. Sam soll sich durch eine Armee schießen, und genau das macht eure Gruppe die meiste Zeit.

Das prägt auch das Tempo. Ihr durchquert große Außenbereiche und verwinkelte Tempel, sucht nach einem Schalter oder Schlüssel, der den Weg öffnet, und betretet Arenen, in denen Gegner aus mehreren Richtungen anströmen. Eine ruhige Passage lässt die nächste Welle umso lauter wirken. Dann fällt das letzte Monster, ihr sammelt Vorräte ein und zieht weiter. Die Kampagne setzt auf deutliche Wechsel im Druck statt auf lange Dialoge, Ausrüstungsmenüs oder eine Reihe ausgefeilter Aufgaben. Der grundlegende Ablauf ist leicht zu verstehen, auch wenn Freunde unterschiedlich viel Shooter-Erfahrung haben: Der Weg gibt allen dasselbe grobe Ziel vor, und im nächsten Raum ist das unmittelbare Problem klar. Wenn mehrere Gegnertypen zusammenkommen, können die Arenen trotzdem fordernd werden; einen Charakterbuild müsst ihr vor dem Einstieg aber nicht lernen.

In den Levels sind außerdem mehr als 130 Geheimnisse versteckt, darunter einige, die für diese Edition hinzugekommen sind. Sie können nützliche Vorräte enthalten oder einfach dafür belohnen, dass ihr eine verdächtige Kante oder einen Seitengang überprüft. Die Suche gibt den Levels zwischen den Kämpfen etwas Raum zum Durchatmen, kann euch aber auch direkt in den nächsten Kampf führen. Die Geheimnisse sind optional; schon der Hauptweg bietet genug Gegner, um eine ganze Gruppe zu beschäftigen.

Waffen für unterschiedliche Probleme

Das Spiel führt 27 Gegnertypen auf, darunter bekannte Headless Kamikazes, Sirian Werebulls und Kleer Skeletons sowie fünf neue Gegner und drei Bosse. Manche greifen schnell an, andere fliegen, wieder andere halten besonders viel aus. Ihre Angriffsmuster sind gut zu erkennen; der Druck entsteht durch die Kombinationen: Ein Gegner in eurer Nähe bindet eure Aufmerksamkeit, während ein anderer aus der Entfernung schießt.

Sam beginnt mit vertrauten Pistolen und Schrotflinten und erweitert sein Arsenal später um Waffen wie den Raketenwerfer, die Minigun und die tragbare Kanone. Diese Edition ergänzt ein Scharfschützengewehr, einen Flammenwerfer und eine Kettensäge. Mit dem Scharfschützengewehr erreicht ihr weit entfernte Ziele über offene Flächen hinweg; der Flammenwerfer erfasst eine nahe Gegnergruppe; die Kettensäge ist eine riskante Antwort, wenn ein Monster schon dicht herangekommen ist. Dadurch zählt der Abstand. Ein Schuss, der ein fernes Ziel erledigt, ist unpraktisch, wenn die Menge bereits auf Armlänge heran ist. Ihr wechselt daher ständig zwischen Zielen, Bewegung und Waffen.

Daraus entstehen keine festen Rollen für einzelne Figuren. Ihr und eure Freunde nutzt dasselbe Arsenal und kämpft gemeinsam in der Arena; wer gerade welchen Gegner übernimmt, ergibt sich aus der Situation. Es gibt keine Klassenbäume, die ihr koordinieren müsst, und keine Ausrüstungsbuilds, die ihr vor einem Level vergleichen solltet. Eure gemeinsame Aufgabe ist, die Monster davon abzuhalten, euch einzukreisen, während die Gruppe die Welle bewältigt. Power-ups verbessern vorübergehend Kampf und Beweglichkeit und geben der Begegnung ein anderes Tempo, wenn jemand eines findet. Einige Gegner kündigen sich durch markante Geräusche an. Schreie, Explosionen und Waffenfeuer verraten daher auch etwas über die Lage: Eine Warnung kann darauf hindeuten, dass ein angreifender Gegner nahe ist, obwohl der Bildschirm bereits voller anderer Ziele ist. Diese akustischen Hinweise geben jeder Welle eine eigene Note.

Der Ton passt zum Ausmaß: übergroße Waffen, seltsame Kreaturen, dramatische Musik und Sams Sprüche lassen die Gewalt verspielt wirken. Die Monsterliste mischt kopflose Bombenträger, anstürmende Bullen, Skelettwesen und kürbisköpfige Angreifer. Es wird kaum versucht, diese Gegner in ein realistisches Ökosystem einzuordnen; wichtig ist, dass jede neue Kombination im nächsten Ansturm anders aussieht. Wer eine ernsthafte Militärsimulation oder eine handlungsgetriebene Kampagne sucht, könnte diese lockere Mischung dünn finden. Wer einen Gegner schnell erkennen und erschießen möchte, bevor er die Mitte der Arena erreicht, findet einen klaren Fokus.

Koop verändert den Ablauf der Kampagne

Im klassischen Koop spielt ihr die Kampagne gemeinsam weiter. Online können bis zu 16 Personen mitspielen. Dadurch wirken die größten Kämpfe noch voller, und auch eine große Runde findet Platz. Das Spiel unterstützt dedizierte Server; eine gehostete Sitzung kann also auf einem Server außerhalb des Rechners einer mitspielenden Person laufen. Zu den Online-Modi gehören Kampagnen-Koop, kompetitive Modi und Teamvarianten. Es gibt weder eine klassenbasierte Gruppe noch eine Pflichtrolle als Heiler oder Baumeister.

Zwei Koop-Varianten ändern die Regeln der Kampagne. Coin-Op begrenzt einen Kampagnendurchlauf auf drei Leben. Dadurch wiegt jeder Tod schwerer als die gewöhnliche Rückkehr ins Gefecht. Die Begrenzung erhöht die Spannung in vertrauten Arenen, ohne Waffen oder Gegner zu ändern. In Survival geht es darum, anhaltende Angriffe zu überstehen; die eigens gestalteten Karten machen aus den Wellen eine Punkte- oder Ausdauerrunde statt einer Reise durch die ganze Kampagne. Survival gibt es außerdem als Koop-Variante der Kampagne und auf eigens gestalteten Survival-Karten.

Für lokales Spielen startet ihr das Spiel über Serious Sam Fusion 2017. Fusion ist ein kostenloser Hub, der unterstützte Spiele aus eurer Bibliothek verknüpft und der HD-Version Splitscreen hinzufügt; der eigenständige HD-Launcher selbst bietet keinen Splitscreen. Fusion unterstützt lokalen Splitscreen und Controller, befindet sich aber weiterhin in der Beta, daher kann es gelegentlich zu Fehlern kommen. Ihr braucht einen Computer und ein Display sowie eine Steuerungsmöglichkeit für jede Person. Jede Person erhält einen eigenen Bildausschnitt auf dem gemeinsamen Bildschirm, weshalb der verfügbare Platz zum Teil des lokalen Setups wird.

Mehr Möglichkeiten für einen Wettkampf

Das Mehrspieler-Menü bietet außerdem Versus- und Teammodi auf mehr als 18 Karten. Capture the Flag und Team Deathmatch setzen auf bekannte Ziele. Modi wie Beast Hunt machen die Jagd auf die Monster der Kampagne zum Wettbewerb zwischen Spielern oder Teams. Andere Varianten ändern die Siegbedingung: Last Man Standing streicht Wiederbelebungen, Instant Kill macht jeden Scharfschützenschuss entscheidend, und My Burden vergibt Punkte an die Person, die ein markiertes Objekt trägt. Diese Modi sind kompetitiv und kein zusätzlicher Kampagnen-Koop. Sie geben einer Gruppe aber eine weitere Möglichkeit, dieselben Waffen und Arenen zu nutzen.

Mit Level-Editor, Steam Workshop und Bestenlisten gibt es auch nach der Hauptroute Gründe, wiederzukommen oder das Spiel zu verändern. Diese Extras passen zu Gruppen, die Arenen erneut spielen oder Inhalte aus der Community ausprobieren möchten. Die Koop-Bestenlisten ermöglichen euch, die Punktzahlen wiederholter Durchläufe zu vergleichen. Beim nächsten Durchlauf könnt ihr nach übersehenen Geheimnissen suchen oder andere Koop-Regeln ausprobieren, statt einen neuen Charakterbuild freizuschalten. Workshop-Karten können diesen Kreislauf erweitern, doch als Community-Inhalte unterscheiden sie sich in Qualität und Verfügbarkeit. Nichts davon ist nötig, um das Spiel zu verstehen; in der Kampagne sammelt ihr unterwegs Waffen, Power-ups und Geheimnisse, statt auf Fortschrittssysteme außerhalb der Levels angewiesen zu sein.

Für wen eignet sich das Spiel?

Bringt es ins Gespräch, wenn eure Gruppe einen direkten Shooter mit riesigen Wellen, schneller Bewegung und etwas Erkundung zwischen den Kämpfen sucht. Die Prämisse ist auch ohne Vorwissen leicht zu verstehen: Überquert die Karte, findet den weiteren Weg und erledigt alles, was auf euch zustürmt. Online können bis zu 16 Personen spielen; Fusion ergänzt lokalen Splitscreen für eine Gruppe an einem Computer.

Die Wiederholung gehört zum Gesamtpaket. Ein großer Teil der Kampagne lässt euch weitere Kombinationen vertrauter Gegner bekämpfen, und lange Gefechte können sich ähneln. Im Koop läuft die Aktion auch dann weiter, wenn jemand stirbt; ein verfehltes Ausweichmanöver muss den ganzen Durchlauf also nicht beenden. Coin-Op ist die Variante für Gruppen, die ihre Leben schützen wollen. Wenn eure Gruppe lieber schleicht, knifflige Aufgaben löst oder spezialisierte Figuren aufbaut, ist dies nicht die Art Shooter, die ihr sucht. Die KI bietet keine ausgefeilte Trupptaktik; die Gegner setzen auf erkennbare Angriffe und ihre Anzahl. Die Sprung- und Schwerkraftpassagen unterbrechen außerdem die Feuergefechte; wer lieber im Schießrhythmus bleibt, kann sie frustrierend finden. Wenn die Kampagne für eure Gruppe funktioniert, liegt ihr Reiz im Wechsel zwischen einem kurz offenen Weg und der nächsten Monsterwand, mit genug Waffen und Koop-Varianten, um diesen Rhythmus aufrechtzuerhalten.

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