Sanctum 2 ist eine Online-Koop-Kampagne für bis zu vier Personen einschließlich Host. Ihr verteidigt sauerstoffproduzierende Cores gegen Alien-Wellen, indem ihr zwei Spielarten verbindet: Während Baupausen errichtet ihr Wände und Türme, danach kämpft ihr in der Ego-Perspektive gegen die Lume. Ein Geschützturm kann Gegner auf einem Weg ausdünnen, aber wenn eine große Bedrohung den Core erreicht, zählt auch euer eigenes Gewehr. Die PC-Version ist auf Online-Runden ausgelegt; Couch-Koop und Splitscreen gibt es nicht.

Erst bauen, dann ins Gefecht

Auf jeder Kampagnenkarte schützt ihr einen Core. Die Aliens können ihn über mehrere festgelegte Wege erreichen. Vor jeder Welle platziert ihr Blöcke und Wände auf den dafür vorgesehenen Feldern. Damit könnt ihr Gegner umlenken und ihre Route verlängern; Türme kommen auf vorbereitete Sockel entlang dieser Wege. Welche Turmtypen ihr bauen dürft, hängt von eurer Ausrüstung ab. Die bebaubare Fläche und das Turmlimit der Karte verhindern, dass ihr die Verteidigung beliebig ausweitet. Manche Karten lassen euch eher ein Labyrinth formen als andere.

Sobald eine Welle beginnt, wird aus Tower Defense ein Ego-Shooter. Ihr bewegt euch zwischen den Wegen, schießt auf die Lume und erlebt, wie eure Türme mit der Angriffsreihe zurechtkommen. Eine Vorschau zeigt, welche Gegner als Nächstes kommen. Unterschiedliche Geschwindigkeiten, Rüstungen, Flugfähigkeit und Schwachstellen sorgen dafür, dass eine einzige Turmaufstellung nicht jede Situation löst. Ein leichtes, schnelles Wesen und ein schwer gepanzerter Gegner setzen dieselbe Verteidigung auf unterschiedliche Weise unter Druck. Größere Gegner können Türme oder ihre Sockel beschädigen. In späteren Wellen müsst ihr daher vielleicht gleichzeitig die Wege sichern und selbst schießen.

Der Ablauf wiederholt sich: bauen, kämpfen, die Ressourcen der nächsten Runde erhalten und die Verteidigung anpassen. Eine Karte umfasst mehrere Wellen; oft wartet am Ende ein Boss. Die Gesundheit des Cores gibt der Mission ein gemeinsames Ziel. Erreichen zu viele Gegner den Core, ist der Lauf vorbei, selbst wenn ihr die Wege bis dahin gut freigehalten habt. Eure Waffen sind keine Beschäftigung zwischen zwei Turmrunden. Schießen und Verteidigung finden in derselben Arena statt und tragen gemeinsam dazu bei, den Core zu schützen.

Dadurch unterscheidet sich Sanctum 2 von Tower-Defense-Spielen, bei denen ihr nur zuseht, wie ein Plan aufgeht. Zwischen den Wellen sieht die Karte wie ein Labyrinth aus Blöcken, Turmsockeln und Schusskorridoren aus. Sobald die Aliens anrücken, sprintet ihr durch eure Konstruktion und feuert in die Angriffswege. Ein Turm kann einen Pfad abdecken, während ihr euch um eine andere Bedrohung kümmert. Gegner mit freiliegenden Schwachstellen belohnen präzise Schüsse. Die Kamera bleibt nah am Geschehen, sodass ihr dieselbe Verteidigung vom Boden aus erlebt und nicht aus einer Draufsicht.

Vier Charaktere, verschiedene Ausrüstungen

Das Grundspiel bietet vier Figuren: Skye, Sweet Autumn, SiMo und Haigen Hawkins. Jede hat eine eigene Primärwaffe und Charaktereigenschaften, die ihr eine andere Reichweite und einen eigenen Kampfstil geben. Die Primärwaffe hängt von der gewählten Figur ab; eine Sekundärwaffe wählt ihr aus den freigeschalteten Optionen. Eine Figur mit Schrotflinte und eine mit Scharfschützengewehr bringen deshalb unterschiedliche Startwaffen mit, obwohl beide später auch andere gemeinsame Ausrüstung verwenden können.

Vor einer Mission wählt ihr außerdem Türme und Perks aus. Perks verändern, wie sich eine Figur oder ihre Ausrüstung verhält: Einige wirken sich auf Waffenschaden oder gegnerische Schwachstellen aus, andere verbessern nahe Türme oder ergänzen einen Verteidigungseffekt. Durch Rangaufstiege schaltet ihr nach und nach weitere Waffen, Türme, Perks und Ausrüstungsplätze frei. So habt ihr einen Grund, Missionen erneut zu spielen und mehr Ausrüstung auszuprobieren. Zu Beginn stehen euch allerdings weniger Möglichkeiten offen als einem Profil mit hohem Rang.

Die Figuren bilden kein striktes Klassensystem, das einer Person die Rolle als Heilerin oder Baumeisterin zuweist. Alle bringen ihre gewählte Waffe und Turmtypen in die gemeinsame Karte ein. Mit vier verschiedenen Ausrüstungen kann die Gruppe mehr Turmtypen zur Verfügung haben, als eine Person allein tragen könnte. Zusätzliche Spieler heben die Kartenlimits jedoch nicht auf: Ihr habt weiterhin nur begrenzten Bauplatz und eine endliche Zahl an Turmen zur Verfügung. Das Bauen ist klar genug begrenzt, um ein Labyrinth zu einer Planungsaufgabe zu machen, aber nicht jede Karte lässt euch die Gegnerroute völlig neu gestalten.

Zwischen den Wellen erhalten alle Spieler ihre Turmressourcen einzeln. Ihr könnt Ressourcen an eine Mitspielerin oder einen Mitspieler weitergeben, wenn dort etwas fehlt. Die Gruppe bleibt trotzdem an den Baugrenzen und das Turmlimit der Karte gebunden. Welche Türme ihr selbst ausgewählt habt, entscheidet darüber, was ihr platzieren könnt. Ressourcen teilen und unterschiedliche Turmtypen einbringen verbindet die Gruppe beim Bauen, ohne dass daraus ein unbegrenzter gemeinsamer Vorrat wird.

Eine Kampagne mit mehreren Wegen zurück auf die Karten

Die Hauptkampagne führt durch vier Gebiete und umfasst sechzehn Karten des Grundspiels. Comic-Panels erzählen zwischen den Missionen mehr über die Core Guardians auf LOEK III, die Aliens namens Lume und die Bedeutung der Cores. Die Geschichte erscheint in kurzen Abschnitten statt in langen Gesprächen während der Mission. Der größte Teil einer Runde bleibt dem Planen und Kämpfen überlassen. Die Science-Fiction-Welt führt euch durch Labore, bewachsene Außenbereiche, Sümpfe und Industrieanlagen, sodass nicht jede Arena wie derselbe Raum mit einer neuen Gegnerwelle wirkt.

Ihr könnt Kampagnenkarten mit Feats of Strength erneut spielen. Diese optionalen Schwierigkeitsmodifikatoren erhöhen die Herausforderung und bringen mehr Erfahrungspunkte. Bis zu fünf könnt ihr gleichzeitig aktivieren. Sie verändern zum Beispiel Gesundheit, Tempo oder Regeneration der Gegner und machen eine bekannte Karte anspruchsvoller, ohne eine neue Mission zu erfordern. Für Gruppen, die den Druck senken möchten, gibt es außerdem eine einfachere Einstellung. So lässt sich der feste Kartenbestand variieren; die Modifikatoren erhöhen aber vor allem den Anspruch, statt den grundlegenden Bau-und-Kampf-Ablauf zu verändern.

Der Sandbox-Modus bietet eine weitere Möglichkeit zum erneuten Spielen: Ihr könnt die Gesundheit der Gegner und den Ressourcengewinn anpassen sowie das Turmlimit ein- oder ausschalten. Im Survival-Modus geht es ebenfalls auf bekannte Karten, aber die Wellen hören nicht nach einer geplanten Kampagnenfolge auf. Stattdessen versucht ihr, möglichst lange gegen weitere Angriffe durchzuhalten. Das ist eine eigenständige Variante für Gruppen, die nach einer Story-Mission weiter verteidigen möchten. Sanctum 2 bietet auf dem PC keinen kompetitiven PvP-Modus; im Mehrspielermodus kämpft ihr gemeinsam gegen die Gegner des Spiels.

Vier optionale Kampagnenpakete ergänzen jeweils ein Gebiet mit vier weiteren Karten. Road to Elysion fügt die Figur Tsygan sowie neue Waffen, Türme, Perks und Gegner hinzu. Ruins of Brightholme, The Pursuit und The Last Stand bringen jeweils eigene Karten und Ausrüstung mit. The Last Stand enthält auf einigen Karten außerdem den steuerbaren Verteidigungsturm Rolfinator. Die Hauptkampagne und ihre Modi sind im Grundspiel enthalten. Die Pakete erweitern Missionen und Ausrüstung, sind aber keine Voraussetzung für das Koop-Grundprinzip. Für Zusatzkarten sollte jede Person Zugriff auf das passende Paket haben. Für DLC-Waffen, Türme, Perks und Tsygan auf Grundspielkarten können andere Besitzregeln gelten. Klärt den Zugriff für eure Gruppe, bevor ihr euch für eine Erweiterung entscheidet. Ein separates Figuren-Skinpaket ändert nur das Aussehen; der Soundtrack enthält Musik statt Spielinhalte.

Online spielen und zur Gruppe passen

Online-Koop unterstützt bis zu vier Personen einschließlich Host, ihr könnt also auch zu zweit oder zu dritt spielen. Der aktuelle Ablauf für Lobby und Einladungen ist unklar; prüft vor einem gemeinsamen Spieleabend, ob alle beitreten können. Controller werden unterstützt.

Auf dem PC gibt es keinen lokalen Splitscreen. Für Online-Partien braucht jede Person einen eigenen Computer und eine Netzwerkverbindung. Sanctum 2 gibt es für Windows, macOS und Linux; das garantiert jedoch nicht, dass alle Betriebssysteme derselben Sitzung beitreten können. Wenn ihr verschiedene Systeme nutzt, klärt die Kompatibilität vorher.

Die Obergrenze von vier Personen passt zu einer kleinen Gruppe, die Planung und Feuergefecht teilen möchte. Weniger geeignet ist das Spiel, wenn ihr gemeinsam vor einem Bildschirm sitzen oder eine größere Runde einladen wollt. Bots füllen keine freien Plätze; die Kampagne lässt sich aber allein spielen, falls jemand nicht kann. Eine Gruppe mit unterschiedlichen Rängen hat außerdem zunächst einen unterschiedlichen Ausrüstungsumfang: Durch Fortschritt schaltet ihr weitere Optionen für Ausrüstungen frei, daher ist die Auswahl zu Beginn kleiner. Alle können trotzdem in die Kampagne einsteigen; die Turm- und Perk-Auswahl wächst mit der Spielzeit.

Auf manchen Missionen steigt der Schwierigkeitsgrad deutlich, und begrenzter Bauplatz lässt euch nach einer misslungenen Welle nur wenig Spielraum. Das kann passen, wenn ihr sehen möchtet, ob eure Verteidigung standhält oder zusammenbricht. Es kann frustrierend werden, wenn ihr einen verzeihenden Shooter erwartet, bei dem gutes Zielen allein reicht. Eine weitere praktische Grenze der PC-Version: Eine Online-Runde läuft durch ihren Wellenrhythmus weiter. Das ist kein Couch-Spiel mit natürlichen Pausen zwischen lokalen Zügen. Eine Mission besteht aus kurzen Bauphasen und aktiven Angriffen, auf die ihr euch einlasst.

Helle Alienwelt, hohes Tempo

Die Arenen von Sanctum 2 stellen saubere menschliche Gebäude einer außerirdischen Vegetation und leuchtenden Lume gegenüber. Manche Missionen führen euch durch Bäume und fremdartige Pflanzen, andere durch Labore, Siedlungsgebäude oder Industrieanlagen. Helle Farben und glänzende Science-Fiction-Oberflächen machen das Schlachtfeld gut lesbar, während die Wellen Kamera und Sound voll beanspruchen. Waffenfeuer, Turmeffekte und der elektronische Soundtrack sorgen für eine eher arcadeartige Atmosphäre als für ein ruhiges Strategiespiel.

Die kurzen Comics geben der Kampagne einen roten Faden, doch im Mittelpunkt stehen das wechselnde Verteidigungsrätsel und der Kampf danach. Entscheidend für euch ist, ob euch der Wechsel zwischen begrenzten Turmaufstellungen und dem Schießen auf den selbst gebauten Wegen gefällt. Wenn ihr mit Freunden eine Online-Kampagne für vier Personen sucht, in der ihr eure Verteidigung auch zu Fuß erlebt und ergänzt, vereint Sanctum 2 beide Seiten in derselben Runde. Der begrenzte Bauplatz, freischaltbare Ausrüstung und fehlender lokaler Koop sind nützliche Punkte, bevor ihr euch als Gruppe dafür entscheidet.

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