In Conquest of Elysium 3 bildest du mit Freunden ein Team in einer rundenbasierten Fantasy-Schlacht und füllst übrige Plätze mit KI-Gegnern. Insgesamt können bis zu acht Spieler teilnehmen. Das letzte Team auf der Karte gewinnt. Eine Koop-Kampagne mit fortlaufender Geschichte gibt es nicht: Ihr kämpft gegen rivalisierende Fraktionen, umherziehende Monster und die besonderen Regeln einer zufällig erzeugten Welt.
So kann schon eine kleine Gruppe eine richtige Allianz bilden. Ihr teilt euch das Spielfeld und das gemeinsame Ziel, steuert aber weiterhin eigene Anführer, Armeen und Wirtschaft. Eine Druidin, die Kräuter in Wäldern sammelt, und eine Zwergenkönigin, die auf Minen angewiesen ist, bringen ganz unterschiedliche Möglichkeiten mit. Der Reiz liegt darin, diese verschiedenen Fraktionen gemeinsam durch Elysium zu führen.
Eine Karte, bis zu acht Spieler
Zu Beginn wählst du eine Karte und fügst Spielerplätze hinzu. Jeder Platz gehört entweder einem Menschen oder dem Computer; vor dem Start lassen sich Teams festlegen. Es gibt Platz für bis zu acht Fraktionen, sodass ihr freie Plätze mit KI-Gegnern auffüllen könnt. Auch zwei Freunde können gemeinsam gegen Computergegner antreten. Für ein Teamspiel braucht ihr also keine ausgeglichene Zahl menschlicher Spieler.
Den Sieg erringt der letzte Spieler oder das letzte Team. Jede Fraktion hat Anführer, Zitadellen und eigene Wege, Truppen aufzustellen. Wer alle Anführer oder Zitadellen verliert, kann aus dem Spiel ausscheiden. Die optionale Regel „Common Cause“ kann den Zusammenhalt eines Teams stärken, sodass ein einzelner Verbündeter nicht allein wegen eines schlechten Zuges ausscheidet. Statt einer Reihe eigens erzählter Koop-Missionen erwartet euch eine Eroberungsschlacht.
Verbündete können durch die Armeen und besetzten Orte der anderen ziehen und gemeinsam ein Feld verteidigen, wenn dort ein Gegner auftaucht. In Online-Netzwerkpartien können verbündete Armeen außerdem gemeinsam angreifen. So könnt ihr eure Kräfte gezielt bündeln, statt getrennt über die Karte zu ziehen.
Beim Hotseat-Spiel an einem gemeinsamen Computer gibt es eine wichtige Einschränkung: Verbündete Fraktionen können sich im Einzelspieler und Hotseat gemeinsam verteidigen, aber dort keine Angriffe zusammenlegen. Diese Möglichkeit ist dem Netzwerkspiel vorbehalten. Hotseat bietet weiterhin Teams und KI-Gegner, ersetzt aber nicht den gemeinsamen Angriff im Online-Modus. Wenn verbündete Armeen gleichzeitig zuschlagen sollen, braucht ihr eine Netzwerkpartie.
Jede Fraktion bringt eigene Möglichkeiten mit
Die Fraktionen entsprechen keinen ausgeglichenen Heldenklassen mit Tank, Heiler und Schadensausteiler. Jede bildet ein eigenes strategisches System mit eigener Rekrutierung, besonderen Ressourcen und Ritualen. Eure Fraktionen können sich deutlich unterscheiden und trotzdem auf denselben Sieg hinarbeiten, ohne dass eine feste Teamzusammenstellung nötig ist.
Eine Druidin sammelt Kräuter in Wäldern und Dschungeln, um Kreaturen der Wildnis zu beschwören. Deshalb hängt der Wert eines Gebiets davon ab, welche Pflanzen dort wachsen. Die Zwergenkönigin ist stärker auf Minen angewiesen: Sie stellt regelmäßig Truppen auf und verbessert sie, sodass eine schwer ersetzbare Armee langfristig wächst. Ein Nekromant sucht Überreste von Schlachten und andere Quellen von Händen, um Tote zu erheben oder sie für Beschwörungen und Verwandlungen einzusetzen. Damit verändern sich die Orte, die deine Freunde auf der Karte suchen: Wald, Dorf, Friedhof oder Mine können für jede Fraktion etwas anderes bedeuten.
Das gibt der Zusammenarbeit eine strategische Grundlage. Ein Verbündeter braucht vielleicht eine Mine, ein anderer sucht einen Wald; beide benötigen weiterhin genug Gold, um Truppen anzuwerben oder zu unterhalten. Eure Wirtschaften verschmelzen nicht automatisch. Jeder verwaltet seine eigenen Einheiten und Bedürfnisse, während ihr eure getrennten Vorstöße aufeinander abstimmt.
Auch die übrigen Fraktionen unterscheiden sich stark. Ein Baron hebt menschliche Truppen aus, ein Verzauberer kann Reichtum und Metall in Konstrukte verwandeln, und ein Dämonologe opfert Ressourcen, um möglicherweise gefährliche Dämonen zu rufen. Ein Trollkönig kämpft selbst an vorderster Front. Manche Rituale bringen mächtige Kreaturen oder verändern die Karte, doch ihre Ergebnisse können vom Zufall abhängen. Eine starke Fraktion braucht möglicherweise eine bestimmte Ressource oder ein geeignetes Startgebiet, bevor ihre besonderen Möglichkeiten greifen.
Züge drehen sich um Raum, Versorgung und Risiko
In jedem Zug triffst du praktische Entscheidungen auf der Weltkarte. Anführer ziehen über das Land, nehmen Orte mit Einkommen oder fraktionsspezifischen Ressourcen ein, rekrutieren oder beschwören Einheiten und versuchen, Zitadellen und Anführer zu schützen. Du kannst auf einen Gegner vorrücken oder einige Züge lang eine Armee an einem nützlichen Ort aufbauen. Die Karte besteht aus Städten, Minen, Wäldern, Ruinen, Lagern und vielen weiteren Orten. Der Weg zwischen zwei Gegnern kann genauso wichtig sein wie die Schlacht am Ziel.
Nicht jede Fraktion kann jeden Ort gleich gut nutzen. Gold ist allgemein nützlich, andere Ressourcen sind an bestimmte Rituale und Einheitentypen gebunden. Pilze für eine Hexe, Hände für einen Nekromanten oder Kräuter für eine Druidin können einen Anführer in eine bestimmte Region ziehen. Für einen Verbündeten ist derselbe Ort vielleicht weniger wertvoll. Eroberung bedeutet deshalb mehr, als die Karte in der eigenen Farbe zu markieren: Du brauchst die passenden Orte, damit deine Fraktion weiter wachsen kann.
Wenn Armeen aufeinandertreffen, wird die Schlacht automatisch ausgetragen. Ihre Zusammensetzung bleibt trotzdem wichtig. Einheiten stehen in vorderen, mittleren und hinteren Reihen. Nahkämpfer halten meist die Front, während Bogenschützen, Magier und manche Anführer dahinter stehen. Eine Reihe widerstandsfähiger Truppen kann empfindliche Zauberer schützen, bis diese ihre Fähigkeiten einsetzen; ein großes Monster lässt sich womöglich nicht mit wenigen Angreifern bezwingen. Angriffe, Schaden und Zauber werden automatisch abgewickelt. Entscheidend ist vor allem, was du in den Kampf mitbringst und wo die Einheiten stehen.
Verbündete sind auch dann hilfreich, wenn niemand einen gemeinsamen Avatar steuert. Eine Armee kann zusammen mit der Truppe eines Freundes einen wichtigen Ort besetzen und verteidigen. Online können eure Armeen außerdem gemeinsam angreifen. Die Zusammenarbeit bleibt indirekt, ist aber greifbar: Freunde beeinflussen deine Möglichkeiten durch Gebiete, Timing, Fraktionsregeln und die Armeen, die an einem umkämpften Ort eintreffen.
Elysium ist kein leeres Spielfeld
Rivalisierende Teams sind nicht die einzige Gefahr. Unabhängige Kreaturen und umherziehende Armeen bevölkern dieselbe Karte, und zufällige Ereignisse können neue Gefahren schaffen. Eine ruhige Expansion kann sich schnell in eine Verteidigung verwandeln, wenn ein neutrales Monster eine ungeschützte Stadt erreicht, eine Mine umkämpft wird oder ein gegnerisches Team aus dem Nebel des Krieges auftaucht. Du musst immer mehr Orte schützen und zugleich nach Gegnern suchen, deren Stellungen nicht unbedingt bekannt sind.
Die zufällige Kartenerzeugung sorgt für Abwechslung. Es gibt sechs Weltgesellschaften, von frühen Agrarsiedlungen bis zu einem gefallenen Imperium mit Festungen der Untoten, außerdem mehrere Kartengrößen und zufällig verteilte Orte. Mit einem Karteneditor kannst du auch eine vorbereitete Welt laden. Die Gesellschaften verändern, welche Siedlungen, Orte und Gefahren Elysium prägen. Zusammen mit der Fraktionsauswahl ergibt sich jedes Mal ein anderer strategischer Ausgangspunkt. Eine feste Folge von Levels erzählt keine Geschichte; eure Partie wird selbst zur Geschichte.
Die Jahreszeiten beeinflussen Bewegung und Zugang zu Ressourcen. Ein Weg, den ein Anführer zu einer Jahreszeit leicht zurücklegt, kann später langsamer sein, und auch Einkommen oder besondere Gelegenheiten können sich ändern. Eure Verbündeten lösen dasselbe wechselnde Kartenrätsel mit unterschiedlichen Startfraktionen. Wenn du in der Nähe eine Mine findest, muss ein Freund vielleicht erst nach einem Wald oder Friedhof suchen. Deshalb haben die ersten Züge selbst im selben Team oft verschiedene Prioritäten.
Diese Ungewissheit kann für spannende Wendungen sorgen, aber auch frustrieren. Zufällige Ereignisse, Kreaturen und Fraktionsmechaniken bringen Überraschungen; ein schlechter Start kann eine Seite gegenüber der anderen benachteiligen. Umherziehende Monster können ungeschützte Orte einnehmen. Vielleicht verbringst du mehr Zeit damit, neutrale Gefahren zu beseitigen und verlorenes Gebiet zurückzuerobern, als gegnerische Teams anzugreifen. Wenn für euch jedes Problem von einer anderen Spielergruppe kommen soll, können die unabhängigen Monster zwischen den großen Konfrontationen wie zusätzliche Arbeit wirken.
Online hosten oder einen Computer teilen
Für eine Online-Partie startet eine Person einen Spielserver; die anderen verbinden sich über dessen Netzwerkadresse. Danach wählen alle ihren Platz, ihre Fraktion und ihr Team. Übrige Plätze können von der KI übernommen werden. Das ist umständlicher als eine Spielersuche per Knopfdruck: Ihr braucht einen Host und eine funktionierende Verbindung, und ein Host außerhalb eures lokalen Netzwerks muss den Server möglicherweise aus dem Internet erreichbar machen. Befindet ihr euch alle im selben Netzwerk, kann eine lokale Verbindung genügen.
Die Windows-, Mac- und Linux-Versionen sind für das Online-Spiel aufeinander abgestimmt. Die Mindestanforderungen sind 64-Bit-Windows 10 oder neuer, 64-Bit-Linux oder macOS 13 oder neuer auf einem Apple-Silicon-Prozessor ab M1. Die Hardwareanforderungen sind gering, doch ältere Intel-Macs erfüllen die Mac-Anforderung nicht. Windows-, Mac- und Linux-Versionen unterstützen plattformübergreifendes Online-Spiel; ihr braucht trotzdem einen Host und eine funktionierende Verbindung.
Hotseat ist eine unkomplizierte Alternative vor Ort: Ihr teilt euch einen Computer und reicht ihn nach jedem Zug weiter. Auch ein Teamspiel gegen KI ist möglich, allerdings bleibt die Einschränkung für gemeinsame Angriffe bestehen. Das passt eher zu einer Runde mit Brettspieltempo und wenig Netzwerkaufwand als zu einer Gruppe, in der alle gleichzeitig handeln. Eine lange Netzwerkpartie lässt sich speichern, der Server kann beendet und später zum Weiterspielen wieder gestartet werden.
Ein Strategiespielabend für geduldige Kartenleser
Conquest of Elysium 3 bietet viel Abwechslung, ohne dass du pro Partie eine neue Steuerung lernen musst. 18 Fraktionen, sechs Gesellschaftstypen, zufällige Ereignisse und wechselnde Orte sorgen dafür, dass dieselbe Eroberungsaufgabe immer anders abläuft. Eine Teamrunde kann ein kurzer Kampf mit einigen KI-Plätzen sein oder ein langer Nachmittag, an dem ihr Land einnehmt und verstreute Orte verteidigt. Kartengröße und Spielerzahl bestimmen, wie weit eure Armeen reisen müssen.
Die Präsentation wirkt bewusst altmodisch. Karte, Sprites und Menüs zeigen viele Informationen, und es kann dauern, bis du die Oberfläche sicher lesen kannst. Das Spiel bietet ein ausführliches Handbuch, führt aber nicht mit einer modernen Tutorialfolge durch seine Systeme. Kämpfe erscheinen als automatische Darstellung kleiner Einheiten und Zauber statt als separate taktische Karte. Wenn deine Freunde filmreife Missionen, direkte Kontrolle über jeden Schlag oder eine geführte Kampagne suchen, passt dieses Spiel kaum.
Wenn ihr gern rundenbasiert plant und auch darüber lachen könnt, dass ein plötzliches Monster einen sorgfältigen Plan durchkreuzt, entwickelt jeder Freund eine eigene Fraktion auf derselben Welt. Online könnt ihr ein echtes Bündnis gegen KI und rivalisierende Fraktionen bilden oder euch an einem Computer abwechseln – mit gemeinsamer Verteidigung, aber eingeschränkter Teamarbeit im Kampf. Diese Unterschiede sind wichtig, bevor die erste Armee ihre Zitadelle verlässt.