Flotilla ist ein kompaktes Weltraum-Strategiespiel, in dem du mit einer weiteren Person eine Flotte durch eine seltsame, zufällig zusammengesetzte Galaxie führst. Im Abenteuermodus erkundet ihr zu zweit lokal im geteilten Bildschirm Planeten, erlebt ungewöhnliche Begegnungen, passt eure Schiffe an und plant dreidimensionale Flottenkämpfe. Am PC spielt Person eins mit Tastatur und Maus; die zweite Person steigt mit einem Gamepad ein. Steam Remote Play Together ermöglicht es, die gemeinsame Sitzung vom Host aus zu streamen. Einen eigenen Online-Abenteuermodus gibt es nicht.
Eine gemeinsame Reise statt einer Weltraumkampagne
Der Ausgangspunkt ist einfach: Dein Captain erfährt, dass ihm nur noch wenig Zeit bleibt, und bricht zu seiner letzten Reise durchs All auf. Flotilla gibt dir eine kleine Flotte und eine Galaxie voller Planeten. Ein Besuch kann ein Ereignis, einen Handel, eine Verbesserung oder einen Kampf auslösen. Die Geschichte ist eher ein Rahmen für diese Begegnungen als eine eng verknüpfte Kampagne: Ihr trefft auf Weltraumtiere, Piraten, Kopfgeldjäger und andere Figuren in kurzen Textszenen und Porträts statt in langen Dialogen oder vertonten Zwischensequenzen.
Das passt zu einem Abend, an dem ihr taktische Gefechte erleben wollt, ohne euch auf eine lange, fest erzählte Handlung einzulassen. Ein Abenteuer umfasst eine begrenzte Zahl von Planetenbesuchen. Die Reihenfolge der Planeten, Figuren, Verbesserungen und Begegnungen ändert sich bei jedem Durchlauf. Nach dem Ende beginnt ihr in einem neu erzeugten Universum, sodass Ereignisse und Belohnungen in anderer Folge auftauchen. Das sorgt für Abwechslung, führt aber nicht zu einer einzelnen ausgearbeiteten Geschichte oder einer verzweigten Kampagne mit dauerhaftem Figurenensemble.
Im Koop steigt dein Freund in dasselbe Abenteuer ein. Ihr spielt lokal auf einem geteilten Bildschirm mit zwei Ansichten und steuert die Partie gemeinsam auf demselben Rechner. Der Abenteuermodus ist auf zwei Personen ausgelegt; eine größere Koop-Gruppe gibt es nicht.
Am PC steuert Person eins mit Tastatur und Maus, Person zwei mit einem Gamepad. Da die Oberfläche stark auf die Maus setzt, eignet sich die PC-Version nicht für eine reine Controller-Runde. Für zwei Personen braucht ihr also Tastatur, Maus und ein Gamepad.
In 3D planen und dann den Zug verfolgen
Den größten Teil seiner taktischen Tiefe entfaltet Flotilla in den Gefechten. Jeder Kampf besteht aus einer Befehls- und einer Aktionsphase. Während der Befehlsphase legst du für jedes Schiff Bewegung, Ausrichtung und Ziel fest, während auch die gegnerische Flotte ihre Befehle erhält. Danach führen beide Seiten ihre Anweisungen gleichzeitig aus. Raketen, Strahlen und Schiffe ziehen über das Feld, bevor ihr wieder anhaltet und den nächsten Zug plant. So bleibt Zeit, über einen Zug nachzudenken; während der Aktionsphase selbst greifst du nicht ein, sondern siehst den Plan ablaufen.
In diesem Schlachtfeld gibt es kein festes Oben. Jedes Schiff kann sich horizontal und vertikal bewegen; seine Ausrichtung ist ebenso wichtig wie seine Position. Bug und Oberseite sind besser gepanzert, Heck und Unterseite dagegen verwundbar. Für einen freien Schusswinkel musst du vielleicht um ein Ziel herumfliegen oder die Höhe ändern. Eine ungünstige Ausrichtung kann eine schwache Seite freilegen. Kamera und Raster helfen, Abstand und Höhe einzuschätzen. Die Kämpfe spielen sich dadurch in einer dreidimensionalen Formation ab und nicht auf einer flachen Linie.
Für jeden Schiffsbefehl wählst du zwischen einem Angriffskurs, einem schnelleren Flankenmanöver ohne Schüsse und konzentriertem Feuer, das die Schussfrequenz erhöht, aber die Bewegung verlangsamt. Außerdem bestimmst du die Ausrichtung und kannst ein Prioritätsziel festlegen, sofern es in Sichtlinie liegt. Der Befehlsmodus ist schnell zu verstehen; im optionalen manuellen Modus kannst du Gier-, Nick- und Rollwinkel genauer einstellen. Waffentyp und Schiffsklasse verändern die Möglichkeiten einer Flotte, und Flugbahnen sowie kurze Schussfenster geben selbst kleinen Kämpfen ihren eigenen Rhythmus.
Im Koop dreht sich die gemeinsame Aktivität um diese Planungsphase. Du und dein Freund erlebt dasselbe Abenteuer und trefft Entscheidungen für die gesamte Flotte, bevor eure Pläne auf die des Gegners treffen. Es gibt keine eigenen Charakterklassen oder festgelegten Spezialrollen: Beide gehören zur selben strategischen Reise und entscheiden gemeinsam über die Schiffe. Jeder Zug gibt euch Zeit, Position, Bewegung, Ausrichtung und Ziele zu prüfen, bevor beide Flotten gleichzeitig handeln. Das ist gemeinsame Kontrolle über einen Strategie-Durchlauf und kein Duo aus Figuren mit getrennten Fähigkeiten.
Ein Gefecht kann den weiteren Verlauf des Abenteuers verändern. Schiffe können zerstört werden, überlebende Einheiten sammeln Erfahrung, und manche Begegnungen bringen Verbesserungen oder Artefakte für die Flotte. Erfahrung verbessert den Schaden und die Panzerung eines Schiffs, sodass frühere Kämpfe später noch eine Rolle spielen. Belohnungen können Panzerung, Waffen oder andere Vorteile hinzufügen; ausrüsten kannst du sie in der Flottenverwaltung. Auch Planetenereignisse stellen euch vor Entscheidungen, die Gewinne, Verluste oder spätere Folgen mit sich bringen. Das verbindet Erkundung und Kampf, ohne eine umfangreiche Wirtschaft aufzubauen: Die Entscheidungen bleiben überschaubar, beeinflussen aber eure Flotte für die nächste Begegnung.
Skirmish ist für Gefechte da, nicht für die Koop-Reise
Neben dem Abenteuer gibt es den Modus Skirmish. Er überspringt die Planetenreise und führt direkt zur Flottenauswahl für einen schnellen Kampf. Ihr könnt gegen andere Personen oder computergesteuerte Gegner spielen, auch im geteilten Bildschirm kooperativ oder gegeneinander. Eine Partie kann freundlich oder kompetitiv sein; außerdem lassen sich Computerflotten hinzufügen. Skirmish nutzt dieselben dreidimensionalen Gefechte, hat aber keinen erzählerischen Rahmen aus Planetenbesuchen und Belohnungen.
Das ist praktisch, wenn ihr direkt kämpfen wollt. Für die gemeinsame Reise wählt ihr den Abenteuermodus; Skirmish ist ein anpassbares Gefecht statt des nächsten Abschnitts derselben Kampagne. Beide Modi teilen Schiffe und Befehle, unterscheiden sich aber in Aufbau und Ziel. Im Abenteuer entwickelt sich die Flotte weiter und ihr trefft auf zufällige Ereignisse. Im Skirmish legt ihr die Begegnung vor dem ersten Befehl fest.
Der Koop im Abenteuermodus ist auf zwei Personen begrenzt und eignet sich daher nicht für eine größere Gruppe. Skirmish macht daraus keine Online-Kampagne. Wenn ihr Online-Matchmaking, mehr als zwei Personen in einem gemeinsamen Abenteuer, Controller-Steuerung für beide oder eine weitläufige Koop-Geschichte sucht, bietet Flotilla diese Möglichkeiten nicht.
Kleine Schiffe, schräge Begegnungen, kurze Abenteuer
Die Präsentation verbindet Schlachtschiffmanöver mit einer bewusst sonderbaren Galaxie. Die Schiffe sind einfache, farbige Formen vor orangefarbenem Weltraum. Dazu erklingt zurückhaltendes klassisches Klavier statt eines ständigen Effektspektakels. Dieser Gegensatz prägt den Ton: Die Kämpfe verlaufen bedächtig und taktisch, während ein Planetenereignis in einen Witz über tierische Piraten, ein seltsames Geschäft oder einen absurden Notfall im All münden kann. Flotilla erzählt keine große Weltraumoper; die knappe Grafik überlässt den kurzen Begegnungen den größten Teil der Charakterzeichnung.
Die kurze Dauer eines Abenteuers ist zugleich Vorzug und Grenze. Ein normaler Durchlauf dauert oft ungefähr eine halbe Stunde, je nachdem, wie lange die Gefechte dauern und ob ihr den erweiterten Hardcore-Modus nutzt. Die Standardkampagne umfasst eine feste Zahl von Planetenbesuchen; Hardcore verlängert die Reise und macht Gegner stärker. Verluste wirken sich aus, aber es gibt keine Basis, keinen Forschungsbaum und keine dauerhafte Charakterentwicklung, die jeden Durchlauf auf ein großes Finale hinarbeiten ließe. Neue Universen und überraschende Ereignisse sorgen für Abwechslung, doch die Schleife bleibt gleich: besuchen, entscheiden, kämpfen oder handeln und weiterziehen.
Ein paar praktische Punkte sind vor dem Start wichtig. Das Spiel bietet kein langes Tutorial, und einige Gefechtsbefehle brauchen etwas Übung, besonders wenn du gleichzeitig die Kamera bewegst und Höhe, Ausrichtung und Waffenreichweite einschätzt. Die ungewöhnliche Taktik und der Humor kommen gut an, doch manche finden die Oberfläche umständlich, die Kämpfe eintönig oder die Abenteuer zu kurz. Zeitgenössische Tests berichten außerdem, dass sich ein Abenteuer nicht mittendrin speichern und später fortsetzen lässt. Ein Durchlauf ist daher am ehesten eine Sitzung am Stück.
Flotilla passt zu zwei Freunden, die eine kurze, entspannte Strategiesitzung mit gleichzeitigen Zügen, gemeinsamen Flottenentscheidungen und einem eigenwilligen Ton suchen. Ihr habt Zeit zum Nachdenken, bevor beide Pläne aufeinanderprallen, und die zufällige Planetenfolge bringt bei einem neuen Abenteuer andere Begegnungen. Der Koop bleibt lokal auf geteiltem Bildschirm: Tastatur und Maus für Person eins, Gamepad für Person zwei. Online-Matchmaking, mehr als zwei Personen im gemeinsamen Abenteuer, reine Controller-Steuerung oder eine lange zusammenhängende Geschichte gehören nicht zum Angebot.