Multiwinia bietet eine ganz bestimmte Art von Koop: In Domination oder King of the Hill spielen vier Personen, zwei pro Team. Du und ein Freund könnt euch online oder über ein lokales Netzwerk eine Seite teilen und gegen ein weiteres Duo antreten. Im Mehrspieler gibt es auch CPU-Gegner. Die Truppen jeder Person haben eine eigene Farbe, sodass die beiden verbündeten Armeen auch in einer größeren Menge gut zu unterscheiden sind.

Zwei Wege zum gemeinsamen Sieg

Die beiden Modi mit einer ausdrücklichen Koop-Einstellung drehen sich um Orte auf der Karte. Domination ist ein Kampf um Land. Du schickst deine kleinen grünen, roten, blauen oder gelben Truppen zu neutralen Spawnpunkten und nimmst sie anschließend der Gegenseite ab. Je mehr Punkte dein Team kontrolliert, desto mehr Multiwinians produziert es. Ein Spiel kann enden, sobald eine Seite dominiert, oder mit einem Timer laufen; dann gewinnt das Team mit den meisten kontrollierten Punkten.

Dadurch verändert sich die Karte mit der Truppenproduktion. Ein Punkt, der eben noch wie ein kleiner Außenposten wirkte, kann zur stetigen Quelle für Verstärkung werden. Geht er verloren, wird eine Front womöglich genau dann dünn, wenn die andere Seite vorrückt. Jede Person erhält eine eigene Farbe und eigene Befehle, während der Koop die Spieler in zwei Teams einteilt. Die gemeinsame Wertung gibt den beiden Personen auf einer Seite ein gemeinsames Ziel, obwohl jede ihre eigene Truppe befehligt.

King of the Hill ersetzt das Wettrennen um Truppenproduktion durch Wertungszonen. Multiwinians in den markierten Bereichen bringen im Lauf der Zeit Punkte, und bei einem umkämpften Bereich punktet die Seite mit der größeren Präsenz. Ein einzelner Soldat kann eine leere Zone einnehmen; auf einem dicht besetzten Hügel kämpfen mehrere Teams gleichzeitig. Im 2-gegen-2-Koop verteilen sich die Brennpunkte über eine größere Karte: Eine Seite geht in Führung, die andere schickt Verstärkung, und unbeaufsichtigte Zonen zählen weiter.

Beide Modi können ein Zeitlimit haben. Domination zählt kontrollierte Spawnpunkte, King of the Hill die Kontrolle über seine Zonen. Die Ziele sind klar und machen aus dem Spiel keine lange Kampagne, verlangen aber Aufmerksamkeit an mehreren Orten. Die Armeen wachsen fortlaufend aus kontrollierten Punkten, sodass sich ruhige Kartenränder innerhalb weniger Minuten in ein dichtes Zentrum verwandeln können.

Befehle, Formationen und kleine Soldaten in großer Zahl

Du sammelst weder Holz noch verwaltest du eine Wirtschaft oder einen Technologiebaum. Multiwinians erscheinen automatisch an kontrollierten Spawnpunkten. Die meisten Truppen kämpfen selbstständig, doch ausgewählte Squads lassen sich direkt steuern: Mit einem Linksklick bewegst du sie, mit einem Rechtsklick lässt du sie feuern, und mit gedrückter rechter Maustaste plus Linksklick wirfst du eine Granate. Gruppen kannst du ebenfalls auswählen und über die Karte schicken. Deine Armee wird vor allem durch den stetigen Nachschub und die Bewegung der ausgewählten Truppen gelenkt.

Ein Offizier kann daraus einen dauerhaften Befehl machen. Du beförderst einen Multiwinian, gibst ihm ein Ziel vor und lässt nahe Truppen seiner Route folgen, statt an ihrem Spawnpunkt zu bleiben. Offiziere können außerdem Soldaten in eine Formation bringen. Sie bündelt Angriffe nach vorn, ist aber von hinten oder durch eine Granate verwundbar. So bewegst du eine Armee auf unterschiedliche Weise, ohne eine Liste spezialisierter Einheiten verwalten zu müssen.

Das Gelände verändert die Wege über die Karte. Einen steilen Hügel erklimmt eine große Gruppe langsamer, während ein Trunk-Port getrennte Bereiche verbindet oder in bestimmten Modi Verstärkung liefert. Manche Karten haben Wasserpassagen und gepanzerte Transporter für bis zu 100 Multiwinians. Andere bieten Teleporter, die Truppen zwischen Kartenteilen bewegen. Die Grundarmee bleibt gleich, doch das Gelände verändert den Zugang zum Kampf.

Kisten bringen einen unberechenbaren Faktor ins Spiel. Sie fallen regelmäßig herunter und enthalten Extras, die einen Kampf drehen können: einen Geschützturm, ein gepanzertes Fahrzeug, einen Luftangriff, ein Monster oder eine gefährliche Überraschung wie einen Ausbruch, der nahe Truppen infiziert. Soldaten können eine Kiste einsammeln, fehlen dann aber am Punkt oder Hügel, an dem sie sonst gebraucht würden. Der Host kann die Häufigkeit der Abwürfe und in unterstützten Modi die Platzierungsregeln ändern, nur einfache Kisten zulassen oder Abwürfe ganz ausschalten. So müssen die Überraschungen nicht in jedem Spiel eine Rolle spielen.

Die übrigen Modi setzen auf andere Wettkämpfe

Multiwinia bietet sechs zentrale Mehrspielermodi, aber nur Domination und King of the Hill haben die ausdrückliche Koop-Einstellung für zwei Teams. Die übrigen vier haben jeweils eigene kompetitive Ziele.

Capture the Statue macht aus dem Kampf um Gebiete einen langsamen Transport. Gruppen von Multiwinians heben eine riesige Statue und tragen sie zu ihrer Basis. Zum Bewegen braucht es viele Soldaten, wodurch die Träger langsam und angreifbar sind. Werden sie besiegt, fällt die Statue an Ort und Stelle zu Boden. In Blitzkrieg sind Flaggen über die Karte verteilt. Du nimmst die Flaggen zwischen deiner Basis und der des Gegners ein und versuchst anschließend, dessen Heimatflagge zu holen, während du deine verteidigst. Selbst wer ausgeschieden ist, kann mit gelegentlichen Vergeltungs-Extras noch ins Spielgeschehen eingreifen.

Rocket Riot hat das ungewöhnlichste Ziel. Jedes Team besitzt eine Rakete, die betankt und mit 100 Multiwinian-Astronauten beladen wird. Wer Solarpaneele einnimmt, leitet die Treibstoffpumpen zur eigenen Rakete um. Ein erfolgreicher gegnerischer Angriff kann sie zerstören und den bisherigen Fortschritt zurücksetzen. Assault ist asymmetrisch: Ein angreifendes Team versucht, eine Bombe vor Ablauf des Timers zu zerstören. Danach wechseln die Rollen; der schnellere erfolgreiche Angriff gewinnt. Die Angreifer erhalten regelmäßig Verstärkung, während die Verteidiger mit stärkeren Waffen und weniger Soldaten beginnen.

Diese Modi bringen Abwechslung, wenn deine Gruppe auch direkte Wettkämpfe spielen oder dieselben Schwarmmechaniken mit anderen Zielen erleben möchte. Der Koop ist kein Viererteam gegen die Spielwelt: Auch mit aktivierter Einstellung teilen du und dein Freund euch ein Team und tretet gegen ein zweites Duo an. Die übrigen Modi haben ihre eigenen Regeln und bieten nicht dieselbe explizite Koop-Einstellung.

Zusammengenommen machen diese Ziele klar, wo der Koop endet. In Domination und King of the Hill teilen sich die Verbündeten den Teamstand, doch jede Person führt weiterhin eine eigene, farblich gekennzeichnete Truppe. Das Spiel verändert sich, wenn eroberte Spawnpunkte mehr Einheiten hervorbringen oder besetzte Zonen Punkte bringen. In den anderen Modi bestimmt das jeweilige Ziel den Wettkampf: eine Statue nach Hause tragen, Flaggen erobern, eine Rakete beladen oder einen Angriff vor Ablauf der Zeit schaffen. Alle sechs Modi nutzen dieselbe Welt voller kleiner Soldaten, doch nur zwei machen Freunde zu Koop-Partnern. So entscheidet die Gruppe zwischen gemeinsamem Punktestand und einem anderen Wettkampfziel; eine Truppenentwicklung wird nicht von einer Runde in die nächste übernommen.

Kurze Runden, viel Getümmel

Die Arena ist eine digitale Welt, bevölkert von Nachfahren der friedlichen Darwinians aus Darwinia, die sich nun als bunte Stämme um Gebiete streiten. Du blickst auf kantige Inseln mit leuchtenden Gittern, Bäumen, Bergen, Portalen und geometrischen Gebäuden. Die Armeen bestehen aus flachen, kreuzförmigen Figuren, die sich zu dichten, animierten Wellen sammeln. Laserblitze und Explosionen verwandeln die einfache Silhouette in ein wuseliges Schlachtfeld.

Dieser Gegensatz prägt Multiwinia. Die Optik wirkt verspielt und seltsam, während der Klang und der dunkle Raum um die Karten eine unheimliche Stimmung erzeugen können. Kisten können fremde Truppen aufs Feld bringen, eine fliegende Untertasse Soldaten einsammeln und ein Meteorit einen Wald in eine Gefahrenzone verwandeln. Das Chaos gehört zum Spielgeschehen und ist kein vorgefertigter Story-Moment. Es gibt ein Ziel, ständig eintreffende Truppen und eine Landschaft, die klare Abläufe durcheinanderbringen kann.

Die Runden bleiben in sich abgeschlossen. Ein Spiel kann ein Zeitlimit haben, sodass eine Gruppe danach eine andere Karte oder ein anderes Ziel ausprobieren kann, ohne sich auf eine mehrstündige Kampagne einzulassen. Zwischen den Runden gibt es keinen langfristigen Charakteraufbau: Du startest jedes Spiel mit denselben Grundtruppen und den Extras, die Modus und Einstellungen vorgeben.

Für Abwechslung sorgen Dutzende Kartenlayouts, wechselnde Gegner, Einstellungen für Extras, Zeitlimits und sechs unterschiedliche Ziele. Du kannst auch gegen CPU-Gegner spielen und ihren Schwierigkeitsgrad einstellen. Computerverbündete nutzen Offiziere und Wegprioritäten.

Ein Netzwerkspiel für Gruppen, die zusammenkommen

Online- und LAN-Spiele unterstützen Koop und PvP. Für den Koop sind vier Plätze erforderlich; er ist auf Domination und King of the Hill beschränkt.

Versionen für Windows und macOS sind verfügbar. Die Mac-Version von GOG ist 32-Bit und läuft nicht unter macOS 10.15 oder neuer.

Mit Tastatur und Maus bewegst du die Kamera mit WASD, veränderst Höhe und Zoom, wählst Gruppen aus und gibst Bewegungs- oder Offiziersbefehle. Auch Xbox-360-Controller werden unterstützt, doch zum Auswählen und Steuern der Truppen bleibt die Maus zentral. Es gibt keinen integrierten Sprachchat; online braucht ein Duo, das sich während des Spiels abstimmen will, eine andere Sprachoption.

Multiwinia ist ein schnelles Strategiespiel für einzelne Gefechte, keine dauerhafte Koop-Kampagne. Das gemeinsame Spiel zeigt sich am deutlichsten, wenn zwei Freunde mit ihren Truppen um Spawnpunkte oder Hügel gegen ein weiteres Duo antreten.

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