Mercenary Kings: Reloaded Edition schickt euch mit bis zu drei Freunden in zeitbegrenzte Einsätze gegen CLAW, eine Militärorganisation, die Mandragora Island besetzt hält. Es ist ein seitlich scrollender 2D-Shooter mit Online-Koop für vier Personen und lokalem Split-Screen auf dem PC. Ihr wählt im Lager einen Auftrag, nehmt eine anpassbare Waffe und eine Klinge mit ins Feld und kehrt mit Geld und Materialien für bessere Ausrüstung zurück. Auf weitläufigen Routen müsst ihr Geiseln befreien, Vorräte einsammeln, Ziele ausschalten oder einen Boss jagen, bevor die Zeit abläuft.

Der Name ist wichtig, wenn ihr das ursprüngliche Mercenary Kings kennt: Reloaded Edition ist der aktuelle Steam-Titel, und Tribute hat die Reloaded-Erweiterungen bestehenden Besitzern als kostenloses Update bereitgestellt. Es handelt sich nicht um eine separate kostenpflichtige Erweiterung. Das Update ergänzt zwei spielbare Kings, weitere Waffenteile und Messer sowie praktische Änderungen wie kaufbare Materialien, stärkere Granaten, Zielmarkierungen und eine Vorschau auf Missionsbelohnungen. Das Arsenal wird dadurch vielfältiger, ohne den Grundrhythmus zu ändern: ausrücken, einen militärischen Auftrag erledigen, Beute mitbringen und die nächste Ausrüstung zusammenstellen.

Camp Crown ist Lagezentrum und Werkstatt

Zwischen den Einsätzen kehrt ihr nach Camp Crown zurück. Das Lager ist mehr als ein Menü: Eine Unterstützungscrew kümmert sich um Waffen, Rüstung, Vorräte und andere Verbesserungen; am Missionsbrett stehen Aufträge für euren aktuellen Rang. Erfolgreiche Einsätze bringen Geld und Rangpunkte und können weitere Missionen und Ränge freischalten. Die Hauptmissionen treiben den Feldzug gegen CLAW voran, während optionale Aufträge und Ziele zusätzliche Materialien und Rangfortschritt liefern. Im Missionsmix findet ihr Rettungs-, Sammel-, Neutralisierungs-, Sabotage-, Eroberungs- und Treffpunktaufgaben. Viele führen euch weiterhin bewaffnet durch feindliches Gebiet.

Ein Missionsbriefing nennt ein Hauptziel und kann optionale oder geheime Aufgaben ergänzen. Bei einer Geiselrettung sollt ihr etwa mehrere Gefangene befreien, die über eine Karte verteilt sind; in einem Sammelauftrag sucht ihr eine bestimmte Materialmenge. Bei einer Neutralisierungsmission steht ein Ziel oder eine Gegnergruppe im Mittelpunkt. Andere Aufträge führen euch zu Maschinen oder feindlichen Anlagen. Die Ziele variieren tatsächlich, doch die Grundreise bleibt oft vertraut: Ihr durchquert verbundene Räume und Wege, bekämpft CLAW-Patrouillen und sucht das markierte Ziel. Karten kehren mit anderen Aufträgen wieder, sodass ihr das Gelände vielleicht schon kennt, während sich mit dem Ziel ändert, wonach ihr Ausschau haltet.

Optionale Bedingungen können einen Auftrag erweitern, etwa indem ihr mehr Material sammelt oder ein zusätzliches Ziel ausschaltet. Geheime Aufgaben geben euch einen weiteren Grund, über die Hauptmarkierung hinauszusehen. Reloaded zeigt Ziele auf der Minikarte und Belohnungen vor dem Aufbruch an. So seht ihr mehr vom Auftrag, bevor der Timer beginnt. Rangpunkte öffnen spätere Missionsreihen, während Geld und Materialien zurück in die Werkstatt fließen. Das verbindet Briefing und Werkstatt: Jeder Einsatz bringt euch ein Stück auf der Rangliste oder ein neues Teil zum Herstellen.

Die meisten Missionen haben ein Zeitlimit. Karte und Zielmarkierungen helfen euch, die Route zu verfolgen; Feldlazarette dienen unterwegs als Orte zur Erholung. Läuft die Zeit ab, scheitert der Auftrag. Gegner können außerdem einen gemeinsamen Vorrat an Leben aufbrauchen. Dadurch ist die Mission mehr als ein Spaziergang durch Pixel-Dschungel, aber eine falsche Abzweigung oder ein langer Umweg kann euch teuer zu stehen kommen. Aus dem Lager nehmt ihr eine begrenzte Menge Vorräte mit, etwa Erste-Hilfe-Kästen, Sprengstoff oder Schockbomben. Manche Barrieren benötigen den passenden Sprengsatz, und manche Gegner lassen sich mit einem bestimmten Werkzeug leichter bekämpfen. Eure Ausrüstung bestimmt also mit, was ihr während des laufenden Timers tun könnt.

Vier Söldner teilen sich den Bildschirm – in vier Ansichten

Online-Partien und lokaler Koop unterstützen jeweils bis zu vier Personen. Mit Steam Remote Play Together kann eine Person eine lokale Koop-Sitzung per Streaming mit Freunden teilen. In einer Vierergruppe auf der Couch wird die Ansicht in vier Felder aufgeteilt, statt alle auf einem breiten gemeinsamen Bildschirm zu zeigen. Dadurch hat jede Person ihre eigene Ansicht, aber jeder Kartenausschnitt ist kleiner. Manche Spieler stören sich an der reduzierten Übersicht, besonders wenn sich die Gruppe auf verschiedene Bereiche eines Levels verteilt.

Online-Partien werden vom Host geleitet: Er wählt die Mission aus, und die Benutzeroberfläche kennzeichnet ihn. Die PC-Version unterstützt Windows, macOS und Linux, Controller vollständig sowie plattformübergreifenden Mehrspieler. Öffentliches Matchmaking verbindet Windows- und Mac-Spieler; Linux-Paarungen sind nicht näher angegeben.

Eure Freunde treten als weitere Kings derselben Mission bei und kämpfen mit euch gegen CLAW, den Timer und das Missionsziel. Rollen entstehen durch die mitgebrachten Werkzeuge, nicht durch eine feste Klassenliste. Reloaded bietet vier spielbare Figuren – King, Empress, Frigg und C-ZAR –, aber keine vier vorgeschriebenen Jobs. Friggs athletischer Hintergrund sorgt für einen schnelleren Sprung, während C-ZARs Fußdüsen seinen Fall verlangsamen. Die auffälligsten Unterschiede für eure Gruppe ergeben sich aber auch aus Waffen, Rüstung und Mods.

Jeder King bringt eine eigene Ausrüstung mit: die persönliche Waffe, Rüstung und Mods. Die Beiträge eurer Gruppe ergeben sich daher daraus, was jede Person einpackt, und nicht aus einer gemeinsam festgelegten Charakterklasse.

Eine Waffe ist ein Build, nicht nur eine Schadenszahl

In der Werkstatt setzt ihr Waffen aus Einzelteilen zusammen und wählt passende Munition und Modifikationen. Eine Waffe kann aus Gehäuse, Lauf, Magazin, Visier und Schaft bestehen; die Kombination verändert Eigenschaften wie Stärke, Reichweite, Feuerrate, Nachladezeit, Magazinkapazität, Präzision und Gewicht. Munition verändert das Schussverhalten stärker: Je nach Build können Kugeln abprallen, Ziele verfolgen, durchdringen oder Elementareffekte auslösen. Beim Nachladen kommt es auf das Timing an: Eine gut getimte Eingabe beschleunigt den Vorgang und verbessert die nächste Salve. Dieser kleine Arcade-Kniff steht neben der überlegten Entscheidung, welche Teile zu einer Waffe passen, die ihr eine ganze Mission lang tragt.

Ihr zielt in vier Richtungen statt frei in jedem Winkel. Vertikale Ebenen und Gegner mit Schilden können eine kurze Konfrontation dadurch anspruchsvoller machen, als die bunte Arcade-Optik vermuten lässt. Springen, Ducken und Rollen helfen euch, Geschossen auszuweichen; gegnerische Muster und Schwachstellen entscheiden, wann eure Treffer sitzen. Bosse verlängern die Begegnungen auf denselben zeitbegrenzten Karten. Manche wechseln während des Kampfes in einen anderen Teil des Levels, sodass Navigation Teil des Gefechts wird. Das ergibt ein bedachtes, stockendes Tempo statt eines durchgehenden horizontalen Feuerstroms.

Messer bieten eine Alternative für den Nahkampf; Rüstung und passive Mods verändern den Rest eurer Ausrüstung. Ihr könnt unter anderem auf mehr Schutz, bessere Erholung oder zusätzliche Materialfunde setzen. Eine schwere Waffe kann eure Bewegung verlangsamen. Eine Konfiguration mit hoher Durchschlagskraft hat also auch jenseits des Schadens ihren Preis. Außerdem entscheidet ihr, welche Vorräte ihr mitnehmt, und nutzt den begrenzten Platz im Feld für Heilung oder Sprengstoff. In einer Gruppe kann jede Person mit einer anderen Ausrüstung beitragen: Eine Person nimmt vielleicht eine Waffe für weit entfernte Ziele mit, eine andere setzt auf breite Streuung oder ein Werkzeug für eine Barriere. Das Spiel bindet diese Beiträge nicht an Charakterklassen.

Materialien erhaltet ihr von Gegnern, aus Objekten und als Missionsbelohnungen. Zurück im Lager könnt ihr damit neue Waffenteile, Messer, Rüstung und Verbesserungen bezahlen. Die größere Rezeptauswahl lädt zum Experimentieren ein, und seit Reloaded könnt ihr Materialien kaufen, statt euch nur auf Beute zu verlassen. Trotzdem kostet das Herstellen Wiederholungen: Ein bestimmtes Teil kann von einem bestimmten Gegner oder Auftrag abhängen, und Geld ist ebenfalls nötig. Das System bietet Freunden, die gern Teile vergleichen und neue Kombinationen ausprobieren, ein langfristiges Projekt. Wenn die gewünschte Belohnung hinter derselben Route liegt, kann es sich aber nach Grinden anfühlen.

Der Missionskreislauf funktioniert – und wiederholt sich manchmal

Mercenary Kings verbindet seine grobe Pixelgrafik mit einem militärischen Abenteuergefühl. Funkgespräche verknüpfen die Crew im Lager mit den Einsätzen vor Ort; Dschungelpfade, unterirdische Anlagen und CLAW-Stellungen geben den Missionen einen zusammenhängenden Schauplatz. Helden und Waffen sind überzeichnet statt realistisch. Die herstellbaren Klingen umfassen neben gewöhnlichen Messern auch bewusst alberne Varianten. Das Spiel sieht nach einem flotten Arcade-Shooter aus, doch Zeitziele, längere Karten, Ausrüstungsmenüs und die Rückkehr zur Basis sind langsamer, als die ersten Feuergefechte erwarten lassen.

Hier gehen die Meinungen auseinander. Manche mögen den Run-and-Gun-Stil der alten Schule, die große Auswahl an Waffenkombinationen und den zusätzlichen Schwung, wenn Freunde getrennte Bereiche einer Mission abdecken können. Kritische Steam-Bewertungen und professionelle Berichte bemängeln wiederholte Routen, Materialgrind, umständliches Zielen in vier Richtungen und Bosskämpfe, die sich ziehen oder den Ort wechseln können. Reloaded hat das Paket erweitert und überarbeitet, aber die Wiederholungen nicht beseitigt. Ihr müsst weiterhin lernen, wo es langgeht, wie ihr mit Gegnermustern umgeht und welche Ausrüstung den nächsten Auftrag weniger hart macht.

Am besten passt das Spiel zu Freunden, die eine längere Ausrüstungssuche rund um kurze, zeitbegrenzte Ziele mögen. Online oder auf der Couch können bis zu vier Kings teilnehmen, und die Karten bieten Raum, verschiedene Ecken desselben Auftrags anzugehen. Die Einschränkungen sind ebenso konkret: Im lokalen Vierer-Split-Screen wird jede Ansicht kleiner, das Missionsbrett richtet sich nach dem Rang des Hosts, und wiederholte Ziele können die Materialsuche wie Arbeit wirken lassen. Mercenary Kings bietet eine Koop-Militärkampagne mit einer handfesten Waffenwerkstatt. Weniger geeignet ist es für Gruppen, die einen schnellen, linearen Shooter erwarten, in dem jedes Level ein neues Layout bietet und alle gemeinsam vorankommen.

Screenshots

Tags