DG2: Defense Grid 2 gibt euch und einem Freund ein gemeinsames Ziel: Schützt die Energiekernanlage vor Alienwellen. Ihr errichtet Geschütztürme auf festen Bauplätzen, verbessert sie und verändert damit die Wege, auf denen die Angreifer zum Kern gelangen. Der Koop-Modus für zwei Personen lässt euch dieselbe Verteidigung planen; in einem anderen Modus teilt ihr euch die Bauplätze und Ressourcen. Daneben gibt es einen Versus-Modus, in dem ihr versucht, dem anderen Spieler stärkere Gegner zu schicken.

Die Kampagne erzählt von Kolonisten und den KIs, die ihre Welten verteidigen. Ihre Geschichte verbindet Missionen auf verschiedenen Planeten, aber der Schwerpunkt liegt auf dem taktischen Aufbau und den Wellen, nicht auf einer durchgehenden Erzählkampagne. Die Basiskampagne umfasst 21 dynamische Karten; die optionale Erweiterung Aftermath ergänzt fünf weitere Story-Missionen. Herausforderungen, Schwierigkeitsgrade und Medaillenziele geben den Karten zusätzliche Varianten. Jede Karte ist ein Verteidigungsrätsel: Wo setzt ihr einen Turm hin, wann investiert ihr in ein Upgrade, und wie viel Zeit könnt ihr euch verschaffen, bevor ein Alien einen Kern stiehlt?

Türme bestimmen den Weg

Die Aliens ziehen über vorgegebene Routen zu den Energiekernen. Ihr könnt nicht überall bauen. Stattdessen zeigen Bauplätze, wo ein Turm errichtet werden darf. Ein Turm auf einem offenen Platz kann den Weg verlängern oder eine Kreuzung abdecken; auf anderen Karten verändern Tore, Kraftfelder und Abzweigungen, welche Route die Aliens nehmen. Die Karte sagt euch also nicht nur, wo gekämpft wird, sondern gibt vor, wie eure Verteidigung funktionieren kann.

Ein verzweigter Alienweg führt über eine Stadtkarte neben der hervorgehobenen Rakete im Bau-Menü.

Der Kern ist das Missionsziel und zugleich eine begrenzte Reserve. Erreicht ein Alien ihn, kann es ihn tragen und auf dem Rückweg zu seinem Ausgangspunkt fliehen. Schaltet ihr den Träger aus, lässt er den Kern fallen, sodass ein anderer Turm ihn wieder in Sicherheit bringen kann. Verliert ihr Kerne, wird die Mission schwieriger und eure Medaillenwertung fällt entsprechend aus. Das gibt einer Welle auch dann Gewicht, wenn sie nicht sofort die gesamte Verteidigung durchbricht.

Eure Ressourcen kommen während einer Mission nach und nach herein. Kills, Zeit und Wellenfortschritt beeinflussen, wie viele Mittel ihr für neue Türme und Upgrades zur Verfügung habt. Deshalb konkurriert jeder Kauf mit späteren Ausgaben: Ein neuer Turm kann eine Lücke schließen, ein Upgrade kann eine Schlüsselposition verstärken, und ein aufgespartes Guthaben kann euch bei einer späteren Welle Handlungsspielraum geben. Das Spiel lässt euch die Wellen beobachten, während ihr plant, aber ein später Angriff kann eine Entscheidung bestrafen, die im Moment der Platzierung vernünftig aussah.

Die Turmtypen haben unterschiedliche Aufgaben. Maschinengewehr- und Kanonentürme bieten direkte Feuerkraft; andere Türme verlangsamen Gegner, richten Flächenschaden an, decken größere Bereiche ab oder unterstützen die übrige Verteidigung. Manche Aliens schützen sich mit Schilden, bewegen sich schneller oder umgehen bestimmte Abwehrmaßnahmen. Es geht daher nicht nur darum, die stärkste Waffe aufzustellen. Ihr braucht eine Mischung, die zu den Gegnern, den verfügbaren Bauplätzen und dem Weg zum Kern passt.

Einige Türme verändern sogar die Höhenlage. Boost-Türme heben benachbarte Türme an oder verleihen ihnen zusätzliche Wirkung. Solche Kombinationen können einen sonst durchschnittlichen Platz besonders wertvoll machen. Spezialwaffen und Turmgegenstände geben euch weitere Möglichkeiten, auf eine schwierige Welle zu reagieren. Sie ersetzen jedoch nicht die grundlegende Planung: Eine zu spät erkannte Lücke im Weg lässt sich nicht immer mit einem einzelnen Gegenstand ausgleichen.

Im Bau-Menü ist der Laserturm auf einer Stadtkarte mit freien Bauplätzen hervorgehoben.

Zwei Wege, gemeinsam zu verteidigen

In Doubles spielen beide Personen auf derselben Karte. Ihr teilt euch Ressourcen, Punktestand und Bauplätze. Jeder kann also zur Verteidigung beitragen, aber beide nutzen dieselbe Wirtschaft und planen eine gemeinsame Turmaufstellung. Ein früher Kauf wirkt sich auf die Auswahl des Partners aus; ein Upgrade kann eine Position verstärken, an der ihr beide ohnehin eure spätere Verteidigung ausrichten wollt.

Coordinated Defense teilt dagegen Bauplätze und Ressourcen zwischen den Spielern auf. Ihr verteidigt weiterhin dieselbe Basis, aber jeder Teil der Karte hat seine eigene Zuständigkeit. Der Modus ist kooperativ, behält jedoch einen konkurrierenden Akzent, weil die Punktwertung vergleicht, wie sich eure Bereiche schlagen. Damit fühlt sich der Koop nicht nur wie das Verdoppeln der Spielerzahl an: In Doubles stimmt ihr euch über einen gemeinsamen Vorrat und gemeinsame Plätze ab; in Coordinated Defense müsst ihr eure getrennten Bereiche im Blick behalten und trotzdem die gemeinsame Basis sichern.

Die Missionsziele sind in der Regel durch die Karte begrenzt: Haltet die Kerne lange genug, bewältigt die Wellen und erreicht eine möglichst gute Wertung. Unterschiedliche Herausforderungen ändern die Ausgangsbedingungen, Gegner, verfügbaren Türme oder Regeln. Die Kampagne und die Challenge-Varianten geben denselben Grundmechaniken einen anderen Rahmen. Nicht jede Partie ist damit eine neue Geschichte, aber die wechselnden Bedingungen können eine vertraute Karte anders gewichten.

DG Fighter ist der kompetitive Modus. Beide Spieler verteidigen parallele Karten, und besiegte Aliens tauchen beim Gegner verstärkt wieder auf. Ihr baut also nicht dieselbe Basis als Team aus; eure Verteidigung wirkt sich unmittelbar auf die Belastung des anderen aus. Das Spiel bietet damit sowohl kooperative Planung als auch direkten Wettbewerb, doch nur Doubles und Coordinated Defense teilen ein gemeinsames Verteidigungsziel.

Was eure Gruppe wissen sollte

Auf dem PC gibt es Online-Koop und lokalen Koop auf einem gemeinsamen Bildschirm. Lokal braucht ihr zwei unterschiedliche Eingabemethoden: Eine Person kann Maus und Tastatur verwenden, während die andere ein Gamepad nutzt. Remote Play Together und Xbox-Controller werden ebenfalls unterstützt. Eine Konfiguration mit zwei Gamepads ist im lokalen Koop nicht garantiert; prüft eure Eingabegeräte, wenn ihr genau so spielen möchtet.

Ihr könnt entweder online zu zweit oder lokal zu zweit auf einem PC spielen; Online- und lokale Spieler lassen sich nicht in einer Partie mischen.

Der lokale Koop nutzt einen gemeinsamen Bildschirm, keine getrennten Kameras. Die Karten und Varianten des Spiels stehen zur Verfügung. Wenn ihr Community-Karten im Koop spielen möchtet, prüft vorab, ob die gewünschte Karte den gewählten Modus unterstützt.

Für wen passt das?

Defense Grid 2 eignet sich für ein Duo, das Spaß daran hat, Angriffe zu beobachten und die Verteidigung zwischen den Wellen anzupassen. Die gemeinsamen Entscheidungen sind klar greifbar: Welcher Turm schließt die Route besser, was kann bis zur nächsten Welle warten, und welcher Bereich braucht ein Upgrade? Weil Ressourcen, Bauplätze und Kernverluste zusammenhängen, kann ein kleiner Unterschied beim Aufbau den Verlauf einer Mission merklich verändern.

Der Rhythmus ist eher planend als hektisch. Ihr stellt Türme auf und seht anschließend, wie Aliens eure Verteidigung durchqueren; in den Pausen zwischen Wellen könnt ihr die Lage neu bewerten. Gleichzeitig müsst ihr im Blick behalten, welche Gegner als Nächstes kommen und welche Türme sie aufhalten können. Das Spiel lebt von wiederholten Wellen, Routen und Verteidigungsvarianten, nicht von einer ständig wechselnden Abfolge von Szenen.

Wer eine kurze Action-Koop-Kampagne oder frei begehbare Level sucht, findet hier etwas anderes. DG2 konzentriert sich auf Karten, Bauplätze, Ressourcen und das Lesen von Alienwegen. Seine zwei kooperativen Modi passen zu unterschiedlichen Arten der Abstimmung: entweder gemeinsam eine Verteidigung und einen Vorrat verwalten oder auf derselben Basis eigene Bereiche verantworten. Wenn ihr genau dieses taktische Mitplanen mögt, macht Defense Grid 2 aus Tower Defense ein gemeinsames Puzzle mit klaren, nachvollziehbaren Entscheidungen.

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