ThreadSpace: Hyperbol ist ein ungewöhnliches Teamkampfspiel für Gruppen, die gemeinsam ein eigenwilliges Regelsystem lernen möchten. Ihr steuert ein Schiff durch eine zweidimensionale Weltraumarena, baut eine Station, die eure Waffen herstellt, und feuert Geschosse ab, die Kurven schlagen, abprallen oder einander aus der Bahn ziehen können. Im Modus Objective spielen bis zu 16 Personen; in den kleineren Modi Arena und Team Elimination sind es höchstens acht. Ihr könnt euch einem Team gegen andere Spieler anschließen oder ein LAN-Gefecht mit Freunden und Bots hosten. So bietet das taktische Mehrspieler-Spiel tatsächlich Koop, auch wenn sein Schwerpunkt auf Teamkämpfen und nicht auf einer Geschichte gegen Computergegner liegt.

Ein Schiff, das zugleich eure Werkstatt ist

Das Schlachtfeld besteht aus schwebenden Plattformen, den sogenannten Hyperchannels. Euer Schiff gleitet durch den freien Raum dazwischen, doch Bewegungen erfolgen in gezielten Schüben: Ihr wählt ein Ziel, verbraucht je nach Entfernung Treibstoff und wartet anschließend, bis sich der Antrieb für die nächste Bewegung wieder aufgeladen hat. Euer Schiff kann auch im Stillstand weiterfeuern, wodurch die Gefechte einen Rhythmus aus Bewegung und kurzen Pausen bekommen. Eine kleine Kursänderung kann ein Ziel ins Visier bringen; ein langer Schub lässt euch womöglich in einer gefährlichen Schussbahn zurück, während sich der Antrieb erholt.

Das Herzstück ist eure Produktionsstation. Ihr schießt sie von eurem Schiff ab und aktiviert sie an der Stelle, an der sie sich entfalten soll. Dort installiert ihr bis zu sechs Produktionsmodule, die jeweils eine Geschossfamilie herstellen. Mehr Module desselben Typs erhöhen den Vorrat und bringen einen kleinen Wertebonus, nehmen aber Platz für andere Optionen ein. Die Station ist selbst ein verwundbares Ziel. Geht sie verloren, könnt ihr die Waffen, die sie herstellte, erst wieder nutzen, wenn ihr eine neue Station aufstellt.

Dadurch entsteht mitten im Gefecht eine überschaubare Logistikaufgabe. Euer Schiff ist nicht einfach eine Kanone mit großem Munitionslager: Es trägt die Anlage, die eure Geschosse produziert, und diese Anlage kann angegriffen werden. Wenn ihr und eure Freunde auf derselben Seite kämpft, kann ein Verbündeter eine Produktionsstation schützen, die des Gegners unter Druck setzen oder ein beschädigtes Schiff reparieren, während es festgenagelt ist. Das Team steuert kein gemeinsames Fahrzeug; jeder Pilot kümmert sich um ein eigenes Schiff und eine eigene Station.

Geschosse mit eigener Physik

Die Waffen geben Hyperbol seinen Namen und sorgen für eine steile Lernkurve. Mehr als 30 Geschosse verteilen sich auf sechs Module: von einfachen Bolzen und Raketen bis zu Bomben, Abwehrgeräten und Gravitationseffekten. Manche Geschosse könnt ihr vor dem Abschuss drehen, andere nach dem Start aktivieren. Eine Bombe kann im Raum schweben, bis ihr sie zündet; eine Rakete folgt ihrer Ausrichtung; ein Repulsor lässt sich an Ort und Stelle fixieren und stößt nahe Geschosse weg.

Der besondere Kniff: Ihr könnt einen Schuss noch nach dem Abschuss lenken. Mit Drehimpuls biegt ein Geschoss um eine Plattform, statt geradewegs in sie einzuschlagen. Ein Abwehrfeld lenkt anfliegende Angriffe ab, während ein Anziehungsfeld oder eine Singularität Geschosse auf eine andere Bahn ziehen kann. Eine Zeitzünderbombe, eine Salve kleiner Projektile oder ein langsames, schweres Geschoss verlangt eurer Gruppe ebenso viel Gespür für Raum und Timing wie fürs Zielen ab. Ein zunächst harmloser Schuss kann wieder gefährlich werden, wenn ein anderer Effekt ihn zurück ins Gefecht stößt.

Aus diesen Wechselwirkungen entsteht konkrete Teamarbeit. Ein Mitspieler kann mit Wandknoten Deckung aufbauen, mit einer Drohne ein Bauteil reparieren oder mit einem Gravitationsgerät die Flugbahn eines Angriffs verändern, während jemand anderes in die entstehende Lücke feuert. Im Modus Objective teilen sich die Teams außerdem einen Vorrat an Leben: Wird ein Pilot zerstört, verliert die Seite eine Ressource. Objective-Bots können angreifen, Ziele erfüllen und ihr eigenes Team unterstützen; für sie gibt es separate Schwierigkeitsstufen. Ihr und eure Freunde könnt gemeinsam gegen computergeführte Gegner antreten. Wie nützlich die Bots sind, hängt von der gewählten Stufe ab; ihr Verhalten unterscheidet sich von dem menschlicher Gegner.

Ziele, Arenen und Team Elimination

Objective ist der größte Modus und bietet Platz für bis zu 16 Spieler auf einer Karte. Statt nur einzelne Abschüsse zu sammeln, muss jede Seite eine Reihe von Zielen erfüllen. Nach den Standardeinstellungen teilen sich die Teams 32 Leben, und zerstörte Piloten können zurückkehren, solange noch Leben übrig sind. Das Spiel wertet den Beitrag der einzelnen Spieler und vergibt Boni an die siegreiche Seite. In einem vollen Objective-Gefecht treten acht Spieler gegen acht an; auch eine kleinere Gruppe kann eine Partie hosten oder beitreten.

Team Elimination stellt das Ausschalten der gegnerischen Seite in den Mittelpunkt. Die Karten bieten Platz für insgesamt bis zu acht Spieler. Ein zerstörter Pilot kann nach einer Wartezeit zurückkehren; wenn ihr einen Gegner ausschaltet, wird die Rückkehrfrist der bereits wartenden Gegner zurückgesetzt. Eine Seite muss das gegnerische Team innerhalb eines kurzen Zeitfensters vollständig ausschalten, um die Runde zu beenden. Dadurch entsteht ein direkteres Kräftemessen als in Objective, bei dem ihr trotzdem ins Gefecht zurückkehren könnt.

Arena ist der Jeder-gegen-jeden-Modus und ebenfalls auf acht Spieler begrenzt. Alle beginnen gemeinsam; das letzte überlebende Schiff gewinnt die Runde, während Ausgeschiedene bis zum Ende warten. In Deathmatch könnt ihr nach kurzer Wartezeit wieder einsteigen; den Sieg holt, wer die meisten Abschüsse erzielt. Der Trainingsmodus ist eine entspanntere Möglichkeit, Ziele zu beschießen und Punktzahlen zu vergleichen. Hosts können Regeln wie Teamzuordnung, Respawn-Zeit, Bewegung, Teambalance, Leben und Zeitlimit anpassen. So lässt sich eine private Partie auf einen kurzen Test oder ein längeres Gefecht zuschneiden.

Für eure Gruppe ist vor allem wichtig, ob ihr gemeinsam gegen Bots oder gegen andere Menschen antreten wollt. In Objective kämpfen euer Team und seine Bots gemeinsam gegen eine andere Seite. In Arena ist jeder Pilot auf sich gestellt. Team Elimination ist ein ausdrücklicher Teamwettkampf. Eine Koop-Geschichte, eine gemeinsam fortschreitende Kampagne oder Missionen, die ihr zusammen abschließt, gibt es nicht; die Zusammenarbeit steckt in den Regeln der einzelnen Gefechte.

Ein fortlaufender Krieg mit persönlichem Fortschritt

Online läuft ein größerer Konflikt zwischen drei Fraktionen. Wenn ihr eine Online-Figur erstellt, erhaltet ihr in Partien auf offiziellen Servern Erfahrung und Credits. Mit neuen Stufen werden weitere Schiffe und Anpassungen freigeschaltet; Credits bezahlt ihr für Schiffe und Modifikationen. Objective-Partien auf offiziellen Servern sind mit dem Gebiet eurer Fraktion verknüpft: Ein Sieg in einem umkämpften Sektor kann den Angriff eurer Fraktion unterstützen, während eine Verteidigung ihre Kontrolle stärkt. In Arena und Team Elimination erhaltet ihr Credits abhängig von eurer Leistung, beeinflusst damit aber nicht die Gebietskarte.

Der Fortschritt verändert die Möglichkeiten eures Schiffs, ist aber kein klassischer Technologiebaum, den euer ganzes Team gemeinsam erforscht. Eure Figur entwickelt sich zwischen den Gefechten weiter, und eure Entscheidungen prägen die eigene Ausrüstung. Piloten mit höherer Stufe können spezialisiertere Schiffe und Konfigurationen einsetzen. Das eröffnet Möglichkeiten zum Ausprobieren, kann aber auch bedeuten, dass eine neue Figur auf Gegner mit mehr Optionen trifft. Mit eigenen Regeln und Bots kann eure Gruppe die Waffen erst einmal in einer privaten Partie kennenlernen.

Das Spiel enthält außerdem einen Karteneditor. Community-Server können eigene Karten und Regeln verwenden, während offizielle Server die Standardregeln und Karten des Fraktionskriegs nutzen. Wenn ihr selbst einen Server hostet, könnt ihr den Aufbau einer Partie verändern. Editor und zahlreiche Optionen machen den Einstieg allerdings weniger unmittelbar als bei einem einfachen Arena-Shooter. Eine lange PvE-Kampagne, die ihr freischaltet, gibt es nicht. Abwechslung entsteht durch andere Schiffskonfigurationen, Modi, Karten und Geschosskombinationen gegen Freunde oder Bots.

Gemeinsam spielen

Internetpartien könnt ihr direkt oder über einen dedizierten Server hosten. Für LAN gibt es eine separate Hosting-Option. ThreadSpace: Hyperbol ist für Windows verfügbar. Die Steuerung setzt auf Tastatur und Maus: Mit WASD bewegt ihr die Kamera, mit weiteren Tasten passt ihr Höhe und Zoom an, wählt Gruppen aus und gebt Bewegungs- oder Offiziersbefehle. Jeder Spieler nutzt einen eigenen Computer.

Vor dem ersten Gefecht gibt es einiges zu verstehen. Die Oberfläche zeigt viele Waffen und Module, und die Steuerung lässt euch Treibstoffverbrauch, Geschossausrichtung, Aktivierungszeitpunkt und Position der Produktionsstation im Blick behalten. Ein Tutorial im Spiel führt in die Steuerung ein. Die Lernkurve kann zu einer Gruppe passen, die gern erlebt, wie ein System mit dem nächsten zusammenspielt; wenn eure Freunde sofort und ohne Erklärung loslegen möchten, ist das Spiel weniger geeignet.

Die Optik zeigt dunklen, offenen Weltraum, durchzogen von leuchtend blauen Bahnen und hellen Waffeneffekten. Schiffe und Geschosse heben sich vom meist leeren Hintergrund ab; die Plattformen unterteilen das Spielfeld in verschiedene Schusswinkel und Hindernisse. Die Stimmung erinnert eher an taktisches Airhockey im Orbit als an ein Weltraumabenteuer mit Figuren und Handlung. Interessant wird ein Gefecht, wenn ein Schuss um Deckung biegt, eine Station unter Druck gerät oder ein Abwehrgerät die Flugbahn mehrerer Geschosse auf einmal verändert.

Wenn eure Gruppe ein älteres Mehrspieler-Spiel mit vielen ineinandergreifenden Systemen ausprobieren möchte, bietet Hyperbol mehr als sein einfaches Schiffe-gegen-Schiffe-Grundprinzip vermuten lässt. Objective gibt euch ein gemeinsames Teamziel, anpassbare Bots und Platz für große Gefechte; LAN bietet Freunden eine private Spielmöglichkeit. Das experimentelle Kampfspiel dreht sich vor allem um Wettkämpfe zwischen Teams; Teamwork gegen Bots und eine separate LAN-Option für private Partien gehören ebenfalls dazu.

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