Party of Sin ist ein Plattform- und Rätselspiel mit geteiltem Bildschirm für bis zu vier Personen. Mit bis zu drei Freunden führt ihr die sieben Todsünden aus der Hölle Richtung Himmel, löst Umgebungsrätsel, bekämpft Gegner und stellt euch Bossen. Die sieben Figuren bringen viele Fähigkeiten in eine kleine Gruppe, und die Idee des Spiels ist bewusst „coopetitiv“: Ihre Kräfte können dem Team helfen oder sich gegenseitig stören. Nativ spielt ihr gemeinsam an einem Computer; Steam Remote Play Together kann diese lokale Sitzung zu Freunden streamen. Eine eigene Online-Lobby oder einen Netzwerk-Koop-Modus gibt es nicht.

Sieben Kräfte für eine Gruppe

Jede Sünde hat eigene Fähigkeiten, die sowohl bei Rätseln als auch im Kampf wichtig sind. Eure Gruppe ist nicht in feste Rollen wie Heiler, Tank und Schadensausteiler aufgeteilt. Stattdessen dienen die Figuren dazu, mit dem Raum zu interagieren: durch eine Lücke zu kommen, das Verhalten einer Plattform zu ändern, einen Gegner zu bekämpfen oder einem anderen den Weg zu öffnen. Es gibt sieben spielbare Figuren, aber höchstens vier Plätze. Deshalb kann nicht jede Person jederzeit eine eigene Sünde kontrollieren. In einer vollen Gruppe übernimmt zunächst jede Person eine andere Figur. Ihr könnt zu einer Figur wechseln, die gerade nicht von jemand anderem gesteuert wird.

Greeds Enterhaken zeigt besonders gut, wie Bewegung und Zusammenarbeit zusammenkommen. Er kann fliegende Engel herunterziehen und höhere Stellen erreichen. Außerdem kann Greed einem anderen Sin helfen, auf eine hohe Plattform zu gelangen, und so der Gruppe einen weiteren Weg eröffnen.

Andere Kräfte verändern die Form oder den Rhythmus eines Raums. Sloth kann bewegliche Plattformen verlangsamen, sodass eure Gruppe mehr Zeit zum Überqueren hat oder ein Sprung anders getimt werden kann. Prides kurzer Stoß trägt sie über eine Lücke. Wraths Angriff durchbricht Wände und aktiviert Schalter. Gluttony kann Blöcke und Gegner verschlingen und Gegenstände anschließend wieder ausspucken. Lust erschafft eine vorübergehende Plattform oder lenkt Gegner mit Pheromonen ab. Envy feuert einen Strahl ab, der Gegner trifft und auch die anderen Sünden beeinflussen kann. Das sind nicht bloß sieben verschiedene Angriffe: Die Fähigkeiten schaffen eigene Möglichkeiten für die Rätsel.

Auch die Kämpfe wirken dadurch nicht wie ein separates Minispiel neben dem Plattformteil. Gegner und Bosse teilen sich die Räume mit Schaltern, Vorsprüngen, beweglichen Plattformen und brüchigen Wänden. Eine Figur, die bei einem Hindernis hilft, kann auch im Kampf etwas beitragen, und Angriffe können Folgen für Freunde in der Nähe haben. Eine Fähigkeit kann der Gruppe helfen, aber auch lästig werden, wenn sie den falschen Mitspieler erwischt. Position und Timing zählen also selbst dann, wenn der Raum kein formales Rätsel ist.

Räume für die Fähigkeiten

Die Kampagne führt euch durch Hölle, Fegefeuer, Erde und Himmel. Mehr als 20 Level verbinden Plattformpassagen, Rätselräume und Gegner mit fünf Bosskämpfen. Ein vollständiger Durchlauf ist auf sechs bis acht Stunden geschätzt; wie lange eure Gruppe braucht, hängt davon ab, wie schnell ihr die Räume versteht und die Herausforderungen bewältigt. Die vier Welten geben der Flucht unterschiedliche Kulissen, während der Ablauf leicht zu erfassen bleibt: vorankommen, Hindernisse lösen und die nächste Begegnung überstehen.

Ein Rätsel stellt oft ein konkretes Hindernis statt einer einzigen vorgeschriebenen Lösung vor euch. Für eine Lücke braucht ihr vielleicht eine Bewegungsfähigkeit, für einen Schalter einen Angriff. Eine langsame Plattform kann aus einem hektischen Sprung eine machbare Überquerung machen. Blöcke lassen sich verschieben, verschlucken oder schleudern. Die Lösung hängt davon ab, worauf die Umgebung reagiert und welcher Sin damit umgehen kann. Wenn mehrere Fähigkeiten denselben Raum beeinflussen, könnt ihr einen anderen Weg ausprobieren, ohne auf eine eigene Rätselphase zu warten.

Es kann sich gut anfühlen, wenn ihr eine nützliche Interaktion entdeckt. Der nächste Schritt ist aber nicht immer offensichtlich. Das Spiel erwartet, dass ihr mit den verfügbaren Kräften und Gegenständen experimentiert; es zeigt nicht für jedes Hindernis eine klare Aufgabenliste. Party of Sin passt deshalb besser zu Gruppen, die Möglichkeiten ausprobieren, als zu Freunden, die ständig eindeutig markierte Ziele suchen.

Die Anzahl der Level und Bosse gibt der Kampagne eine klare Form, ohne dass jeder Raum gleich abläuft. Bosse wie der Dämonen-Narwal und der Luftschiff-Kapitän unterbrechen die Folge kleinerer Hindernisse mit größeren Begegnungen. Sie greifen auf dieselbe Mischung aus Bewegung und Figurenkräften zurück, setzen aber Gegner und Angriffsmuster ein, die den ganzen Bildschirm unter Druck setzen können. Die Reise führt durch vier Welten und endet mit einer Konfrontation mit dem heiligen Michael. Die Geschichte hat also ein Ziel statt einer endlosen Reihe voneinander losgelöster Arcade-Level.

Zusammenarbeit mit einem schelmischen Haken

Die zentrale Pointe ist, dass die Sünden kein perfekt abgestimmtes Rettungsteam sind. Ihre Kräfte können andere Spieler ebenso wie Gegner treffen. Ein Teammitglied kann einem anderen beim Klettern oder beim Überqueren einer Gefahr helfen; eine andere Fähigkeit kann die Position eines Mitspielers stören oder ihn anderweitig ärgern. Das gehört zum Design und ist nicht nur ein Nebeneffekt, wenn alle auf demselben Bildschirm herumrennen. „Coopetitiv“ passt: Ihr entkommt gemeinsam, aber die Kräfte lassen Raum für Reibung.

Besonders deutlich wird das, wenn eine Fähigkeit zugleich praktisch und störend sein kann. Envys Strahl kann Gegnern Gesundheit entziehen oder sie zwischen zwei Sünden ausgleichen. Greed kann sich an einen Engel hängen oder einer anderen Sünde helfen, eine hohe Stelle zu erreichen. Dieselben Fähigkeiten, die ein Raumproblem lösen, können zu einem Moment freundschaftlicher Sabotage werden, wenn sie die falsche Person treffen. Das unterscheidet das Spiel von einem strengen Koop-Rätselspiel, in dem jede Interaktion nur dem gemeinsamen Ziel dient.

In der Kampagne gibt es außerdem verbotene Äpfel zum Sammeln und einen Laden, in dem ihr die Sünden verbessern könnt. Die Äpfel geben euch einen Grund, abseits des direkten Weges zu suchen; die Upgrades bringen zwischen den Abschnitten Fortschritt. Individuelle Auszeichnungen für Leistungen sorgen für eine leichte Wettbewerbskomponente, obwohl alle dasselbe Level spielen. Das ist kein eigener Versus-Modus: Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Kampagne, und der Wettstreit entsteht durch Wertungen und Fähigkeiten, die einander beeinflussen können.

Zu viert sind mehr Figuren und Fähigkeiten gleichzeitig unterwegs. Durch den geteilten Bildschirm ist dann aber auch mehr los. Zu zweit kann jede Person eine Figur übernehmen und genauer verfolgen, was sie beiträgt. Ein Trio oder eine volle Gruppe hat mehr Kräfte sofort zur Verfügung, doch das Bild wird geschäftiger, wenn alle gleichzeitig unterwegs sind. Weil bestimmte Interaktionen bestimmte Figuren brauchen, kann ein Wechsel nötig sein; eine Figur lässt sich aber nur übernehmen, wenn gerade niemand anderes sie steuert. Die sieben Figuren bieten Optionen, aber keine Garantie auf eine dauerhaft exklusive Rolle für jede Person.

Ein Computer, mit einer Remote-Play-Option

Der native Koop-Modus von Party of Sin ist lokales Spielen mit geteiltem Bildschirm für eine bis vier Personen und bis zu vier Eingabegeräten. Tastatur und Maus zusammen zählen als ein Gerät. Gamepads sind die unkomplizierte Wahl, wenn mehrere Personen an einem Computer spielen.

Einen nativen Online-Koop-Modus, LAN-Spiel oder eine Spielersuche gibt es nicht. Wenn eure Freunde an anderen Orten sind, kann Steam Remote Play Together die lokale Sitzung streamen: Die Person, der das Spiel gehört und die es startet, hostet, und eingeladene Freunde verbinden sich mit diesem gemeinsamen Spiel. Das ist Streaming einer lokalen Partie und kein eigener Netzwerkmodus von Party of Sin. Die Übertragung hängt von der Sitzung des Hosts und dem Remote-Stream ab. Das unterscheidet sich von einem Spiel mit Online-Lobby, Spielersuche oder eigenen Servern.

Party of Sin ist derzeit für Windows verfügbar. Ein einzelner Computer hostet die gemeinsame Sitzung für ein bis vier Personen. Eure Gruppe braucht also genügend unterstützte Eingabegeräte. Wenn jede Person eine eigene Spielkopie starten und direkt über das Internet beitreten soll, bietet Party of Sin diesen Modus nicht.

Für wen passt diese Party?

Party of Sin eignet sich eher für Freunde, die eine kürzere Kampagne mit Plattformpassagen, Kämpfen und Rätseln in einzelnen Räumen suchen. Die sieben Kräfte geben euch konkrete Gründe, Hindernisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, und auf dem geteilten Bildschirm sehen alle dasselbe Rätsel und denselben Gegner. Durch die gegenseitigen Einflüsse wirkt die Party weniger feierlich und geordnet als ein reines Koop-Rätselspiel. Eine gut getimte Fähigkeit kann einen Weg öffnen, aber auch jemandem in die Quere kommen. Ob das lustig oder nervig ist, hängt davon ab, wie viel Chaos eure Gruppe mag.

Die Einschränkungen sind genauso wichtig. Der Koop ist auf gemeinsames Spielen an einem Computer oder auf eine gestreamte lokale Sitzung ausgelegt, nicht auf natives Online-Spiel. Die Plattformsteuerung kann sich ungenau anfühlen; die ungewöhnlichen Figurenkräfte und Rätselideen machen dagegen den Reiz der Räume aus. Gruppen, die präzise, verzeihende Steuerung oder eine ruhige Rätselrunde wollen, könnten den geteilten Bildschirm und den Figurenwechsel anstrengend finden. Bosse und weniger offensichtliche Lösungen können außerdem für Schwierigkeitsspitzen sorgen. Freunde, die ein kompaktes, leicht chaotisches Abenteuer mit Fähigkeiten zum Ausprobieren wollen, finden hier eher einen passenden Grund.

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