Huckleberry Fields Forever ist ein Platformer für bis zu vier Spieler, der eine leichte Kriminalgeschichte erzählt. Du und bis zu drei Freunde verfolgt einen Meisterdieb über Schauplätze auf der ganzen Welt, bewegt euch durch zufallsgenerierte 2D-Level, befragt Zeugen und sammelt Hinweise. So findet ihr heraus, wer ein unbezahlbares Gemälde gestohlen hat und wohin die Person geflohen ist. Alle spielen lokal auf einem gemeinsamen Bildschirm. Für eine Runde aus der Ferne streamt Steam Remote Play Together die lokale Sitzung eines Hosts; es handelt sich nicht um ein Spiel mit getrennten Online-Figuren, die einem Server beitreten.
Ein Kriminalfall wird zum Platformer-Abenteuer
In jedem Fall suchen Huckleberry und seine Freunde nach einem Dieb. Ihr reist über eine Weltkarte zwischen Orten, besucht Level und achtet auf Details, die aus einer vagen Beschreibung eine Spur machen. Ein Zeuge kann helfen, das Aussehen des Diebes einzugrenzen. Ein Hinweis verrät vielleicht etwas über einen besuchten Ort oder eine Gewohnheit. Die Verdächtigenliste ändert sich von Fall zu Fall. Personen, Karten und Level ergeben sich also nicht aus einer festen, immer gleichen Route durch eine einzige Kriminalgeschichte.
Für jeden Fall habt ihr 72 Stunden Spielzeit – ungefähr eine Stunde in Echtzeit. So bekommt eine Runde eine klare Form: Ihr erkundet die Level, sammelt genug Informationen, um Verdächtige und Zielort einzugrenzen, und verfolgt die Spur, bevor die Zeit abläuft. Die Struktur kann sich über einen längeren Handlungsbogen fortsetzen, doch ein einzelner Fall ist als abgeschlossener Ausflug gedacht und nicht als Kampagne, für die ihr erst einen ganzen Abend braucht, bevor etwas vorangeht.
Das zentrale Rätsel lässt sich neuen Mitspielern leicht erklären. War der Dieb kahl? Trug er eine Brille? An welchem Ort war er? Das Spiel macht aus Merkmalen und Reisezielen Fragen, die ihr durch Zeugen und Gegenstände in den Leveln beantwortet. Ein Lexikon im Spiel hilft bei der Geografie realer Orte. Die Hinweise sind also Teil des Falls und kein Quiz darüber, wie viel Geografiewissen eure Runde schon mitbringt.
So bekommt jedes Level zwei Ebenen. Ihr wollt durch einen Platformer-Abschnitt zum Ausgang gelangen, könnt aber auch einen Zeugen, einen Hinweis, einen verborgenen Raum, einen geheimen Ausgang oder einen unsichtbaren Block entdecken. Wer direkt zum Ziel läuft, treibt die Reise möglicherweise voran; ein Umweg kann zusätzliche Beweise oder eine kleine Entdeckung bringen. Die Level entstehen aus handgefertigten Elementen, doch die generierten Fälle kombinieren Karten, Abschnitte und Verdächtige neu. Vertraute Sprungpassagen können beim nächsten Mal also in einen anderen Fall eingebettet sein.
Vier Figuren, eine gemeinsame Kamera
Bis zu vier Personen spielen lokal auf einem gemeinsamen Bildschirm. Die Figuren bewegen sich zusammen durch denselben Abschnitt, statt getrennte Online-Instanzen zu erkunden. Wer einen Zeugen findet, führt das Gespräch; wer ein Level zuerst beendet, erhält die Kontrolle über die Karte und wählt das nächste Ziel. Mit der Option „Dad Mode“ kann Spieler eins die Karten- und Interaktionskontrolle behalten. Diese Regeln machen den Fortschritt für die ganze Runde sichtbar: Alle bewegen sich gemeinsam durch ein Level, während jeweils eine bestimmte Person den Zeugen befragt oder entscheidet, wohin die Spur als Nächstes führt.
Innerhalb eines Levels laufen und springen die Figuren unabhängig durch dieselbe Kameraszene, überwinden Plattformen und setzen Waffen oder Gegenstände gegen Hindernisse und andere Figuren ein. Münzen und Kisten bieten zusätzliche Belohnungen neben Ausgängen und Beweisen. Die Kamera zeigt die Gruppe als eine gemeinsame Szene: Sowohl eine Figur, die schon weiterläuft, als auch eine Person, die nach einem optionalen Raum sucht, können im Bild sein. Die kurzen Plattformabschnitte verbinden die Reise- und Zeugenstruktur des Falls mit Bewegung statt einer Folge von Menüs.
Die Karte verbindet diese Abschnitte miteinander. Sie zeigt Ziele und die Route durch einen realen Ort. Mit eurem Fortschritt führt euch der Fall von einem Halt zum nächsten. Auch die Karte wird für jeden Fall neu zusammengestellt: Eine neue Spur kann eure Gruppe durch eine andere Folge von Orten und Leveln führen, statt lediglich denselben Reiseplan mit einem anderen Namen zu verwenden. Die Karte des Flughafens Reykjavík macht dieses Prinzip sichtbar: Sie zeigt nummerierte Stationen, Aktivitätssymbole und Huckleberrys Markierung auf der Insel.
Gemeinsam ermitteln, zwischendurch wetteifern
Das zentrale Koop-Ziel ist, den Fall gemeinsam zu lösen. Hinweise und Zeugen helfen euch, Aussehen und Route des Diebes herauszufinden; anschließend verfolgt die Gruppe die Spur über die Weltkarte. Die Regeln für die Kontrolle der Figuren sorgen für einen kleinen Wettbewerb darum, wer die nächste Interaktion oder Kartenentscheidung übernimmt. Das gemeinsame Rätselziel ändert sich dadurch nicht. Wer „Dad Mode“ aktiviert, lässt Spieler eins die Karte und Interaktionen kontrollieren; andernfalls kann eine Person, die einen Zeugen findet oder zuerst den Ausgang erreicht, diesen Moment übernehmen.
Mit denselben Platformer-Mechaniken könnt ihr auch deutlich kompetitiver spielen. Statt den Dieb zu verfolgen, schlagt ihr euch mit Hämmern und Baseballschlägern und liefert euch ein Rennen zum Levelausgang. Das ist eine andere Spielweise als die gemeinsame Ermittlung: Der geteilte Bildschirm bleibt, aber statt Hinweise und Reiseziele zu verfolgen, versucht jeder, das Ziel als Erstes zu erreichen und den anderen in die Quere zu kommen. So bekommt die Gruppe einen schnellen Tempowechsel, ohne das Rennen als weitere Kriminalmission auszugeben.
Die Kampfwerkzeuge gehören ebenfalls zum Platformer-Teil. Waffen lassen sich verbessern. In der Welt findet ihr außerdem Schuhe mit besonderen Fähigkeiten, dauerhafte Fertigkeitsverbesserungen, neue Spielfiguren und Outfits. Das sind Entdeckungen im Abenteuer, keine festgelegten Klassenrollen für den Mehrspieler. Sie bieten der Gruppe neue Dinge zum Finden und Benutzen, während alle denselben Fall auf einem Bildschirm verfolgen.
Münzen sind ein Grund, die direkte Fallroute zu verlassen. Ihr sammelt sie in den Leveln und gebt sie in Geschäften aus. Optionale Jobs und „Outdoor Patches“ sorgen für weitere Abwechslung rund um den Kriminalfall. Motorräder und eigens dafür gedachte Fahrlevel ändern vorübergehend die Bewegung; geheime Ausgänge und verborgene Räume ergänzen die Plattformabschnitte um weitere Ecken. Solche Aktivitäten bringen Variation zwischen Zeugenbefragungen und Hinweissuche, doch die Falluhr hält die Hauptspur im Blick. Nicht jeder Umweg ist eine eigene Kampagne.
Abwechslung aus generierten Fällen und bekannten Orten
Die Schauplätze der Reisekarte sind reale Orte. Fälle und Level werden dagegen aus handgefertigten Bestandteilen prozedural zusammengesetzt. Das Ergebnis ist keine offene Stadt, in der ihr von einem Wahrzeichen zum nächsten lauft. Stattdessen schickt euch die Karte an einen Ort, und die Platformer-Abschnitte dort bilden die spielbare Route. So lässt sich die weltweite Verfolgungsjagd besser einordnen: Ihr bekommt einen wechselnden Reiseplan, aber gespielt werden einzelne zweidimensionale Hindernisparcours.
Weil sich Verdächtige, Karten und Level zwischen Fällen ändern, soll die bekannte Fallstruktur immer neue Kombinationen aus Hinweisen und Abschnitten hervorbringen. Der Ablauf bleibt erkennbar: Level durchqueren, Zeugen befragen, Hinweise sammeln und der Spur folgen. Der konkrete Weg und die Plattformbereiche können sich aber unterscheiden. Auch einzelne Level enthalten Geheimnisse und bestehen nicht nur aus dem direkten Weg zum Ausgang. Wer sich für die Ermittlung interessiert, kann den Hinweisen folgen; wer lieber springt, findet im gemeinsamen Lauf verborgene Räume, Münzen und alternative Ausgänge.
Die Stimmung ist verspielt und bunt, nicht die eines düsteren Krimis. Der Meisterdieb und das gestohlene Gemälde geben die Geschichte vor. Gleichzeitig hüpfen ausdrucksstarke kleine Figuren durch farbenfrohe Landschaften, in denen komische Waffen und seltsame Nebenaktivitäten auf Zeugenbefragungen treffen. Auf der Weltkarte gibt es wiedererkennbare Orte, in den Leveln die lockere Logik eines Platformers: Gegner, Sprünge, Sammelobjekte und Geheimnisse. Das macht die Identität als Kriminal-Platformer greifbar: Ein Gespräch verrät vielleicht das nächste Reiseziel, doch dort wartet weiterhin eine Abfolge aus Sprüngen und Hindernissen.
Die Gruppe kommt zusammen
Das integrierte Mehrspielerangebot ist lokaler Koop mit gemeinsamem Bildschirm für bis zu vier Personen. Wenn deine Freunde in anderen Haushalten spielen, streamt Steam Remote Play Together das lokale Spiel des Hosts an eingeladene Steam-Freunde, als säßen sie am selben Computer. Nur der Host muss das Spiel besitzen und installieren. Es bleibt eine gestreamte lokale Sitzung, daher gehören die Verbindung des Hosts und die geteilten Eingaben zum Setup. Es gibt keine separate Koop-Lobby und keinen unabhängigen Online-Spielstand für Gäste.
Das Spiel unterstützt Windows, macOS und Linux sowie Controller vollständig. Auf dem Mac werden M1-Systeme nicht unterstützt. Für die Gruppe ist praktisch entscheidend, ob das Spiel auf dem Host-Rechner läuft und ob alle Mitspielenden mit den gemeinsamen lokalen Eingaben oder dem Remote-Play-Stream zurechtkommen.
Für eine Gruppe mit wenig Zeit bietet Huckleberry Fields Forever einen klaren Kriminalfall, eine Spur über die Karte und Platformer-Level, die sich zu einer kürzeren Runde verbinden lassen. Weniger passend ist es für Freunde, die eigenständige Online-Figuren, separate Kameras oder gleich viel Einfluss auf jede Kartenentscheidung erwarten. Wechselnde Fälle und optionale Aktivitäten bieten Gründe zurückzukehren, während der gemeinsame Bildschirm und die Kontrollübergaben alle im selben Moment halten. Wenn euch gerade nicht nach Ermittlungen ist, richtet das Rennen zum Ausgang dieselben Sprünge und Waffen gegen eure Freunde.