GROUND BRANCH ist ein taktischer Ego-Shooter, in dem kleine Trupps verdeckte Einsätze durchführen. Im Online-Koop spielen bis zu acht Personen zusammen; auf denselben Karten treten im PvP zwei Teams mit jeweils acht Personen gegeneinander an. Der Mehrspielermodus findet ausschließlich online statt, lokalen Koop oder Splitscreen gibt es nicht. Ausgewählte Missionen kannst du allein spielen, aber freundliche KI-Teammitglieder sind weiterhin geplant. Im Solo-Einsatz bist du deshalb ohne computergesteuerte Begleitung unterwegs. Das Spiel gibt es derzeit für Windows-PC über Steam.

Eine Runde beginnt, bevor jemand das Einsatzgebiet erreicht. Im Ready Room siehst du, welche Ausrüstung deine Freunde mitnehmen, kannst den Schießstand besuchen und Missionen oder Einstiegspunkte auswählen. Danach bewegt sich die Gruppe durch eine kompakte, aber detailreiche Umgebung, in der Sichtlinien, Türen, Dunkelheit und Geräusche beim Bewegen eine Rolle spielen. Das Tempo ist bewusst bedächtig und die Gefechte sind tödlich: Ein kurzer Schusswechsel kann den Einsatz beenden, und das Spiel verlangt mehr Aufmerksamkeit als ein schneller Arena-Shooter.

Stelle deinen Operator zusammen

Die Ausrüstung zusammenzustellen ist ein wichtiger Teil der Zeit zwischen Missionen. Du wählst Aussehen und Kleidung deines Operators und stellst dann Primärwaffe, Pistole, Schutz und mitgeführte Ausrüstung zusammen. Viele Gegenstände bieten Plätze für Aufsätze; Taschen an Weste und Gürtel legen fest, was du mitnimmst. Visiere, Lampen, Laser, Griffe und Schalldämpfer lassen sich an den verfügbaren Schienen anbringen. Im Ausrüstungsmenü kannst du außerdem Tarnmuster und andere Kleidungsdetails ändern.

Diese Entscheidungen haben praktische Folgen. Eine schwere Ausrüstung kann Bewegung und Ausdauer beeinträchtigen. Ein langes Gewehr kann in engen Türbereichen unhandlich sein, und die Position eines Zielfernrohrs beeinflusst, wie viel du durch das Visier siehst. Schutzwesten bringen einen weiteren Kompromiss ins Spiel: Platten schützen nur die Bereiche, die sie abdecken, und werden durch Treffer abgenutzt. Weichere Schutzkleidung an Helm oder Weste hilft gegen manche Pistolenkaliber. Schutzumfang und Gewicht deiner Ausrüstung kannst du vor einem Einsatz anpassen, statt erst eine höhere Ausrüstungsstufe freizuschalten.

Die Anpassungsmöglichkeiten sind umfangreich, aber es gibt keinen Charakterfortschritt zum Freispielen. Waffen und Ausrüstung stehen von Beginn an bereit; einen Freischaltpfad für Ausrüstung, Lootboxen oder einen Kosmetikladen gibt es nicht. Gespeicherte Ausrüstungssets halten mehrere Zusammenstellungen griffbereit. Der Anreiz für einen weiteren Einsatz liegt in der Mission und in den verschiedenen Konfigurationen, die du mitnehmen kannst. Wenn deine Gruppe gern Waffen und Operator-Outfits zusammenstellt, bietet der Ready Room dafür einen gemeinsamen Ort. Stufen, Vorteile oder eine Reihe dauerhafter Verbesserungen sind dagegen kaum Teil des Spielkreislaufs.

Es gibt keine festen Klassen oder Spezialfähigkeiten für einzelne Personen. Deine Waffen, Schutzplatten, Taschen und sonstige Ausrüstung bestimmen, was du in einen Einsatz mitbringst. Beim nächsten Mal kann derselbe Operator mit einem anderen Set antreten. So bleiben die spielmechanischen Voraussetzungen für deine Freunde gleich, während ihre Ausrüstung im Ready Room sichtbar ist. Ein Gewehr mit Lampe und Nachtsichtausrüstung ergibt ein anderes Set als eine leichte Ausrüstung für den Tag; eine höhere Charakterstufe schaltest du dadurch jedoch nicht frei.

PvE-Missionen mit unterschiedlichem Druck

Schnellmissionen bilden den größten Teil des wiederholbaren Koop-Angebots. Terrorist Hunt ist das direkteste Format: Du betrittst eine Karte und schaltest die feindliche KI aus. Zahl und Position der Gegner können variieren, sodass dieselbe Umgebung in einem späteren Durchlauf eine andere Abfolge von Kontakten bietet. Bei Defuse wird daraus ein zeitlich begrenzter Auftrag: Die Gruppe muss Bomben finden und entschärfen, während Gegner das Gebiet besetzen.

Intel Retrieval führt zu einem klar umrissenen Ziel. Dein Team sucht nach einem Laptop mit den wichtigen Daten und bringt ihn anschließend zu einem Extraktionspunkt. Sobald ihr den richtigen Laptop gefunden habt, geht es nicht mehr nur darum, ein Gebiet zu räumen, sondern auch darum, die Daten sicher zum Extraktionspunkt zu bringen. Die Online-Gruppe verfolgt dasselbe Ziel, während alternative Wege durch die Karte und wechselnde Gegnerpositionen etwas Abwechslung in jeden Einsatz bringen.

Bei Extraction müsst ihr eine Person in Sicherheit bringen. Feindliche Bewacher halten eine befreundete Geisel fest; Kämpfe, die sie sehen oder hören, senken ihre Moral. Ist die Anzeige leer, erschießen sie die Geisel. Nach der Befreiung kann sie einer Person folgen, zu einem markierten Ort gehen oder Deckung suchen. Im Koop reagiert sie auf die Person, die zuletzt mit ihr interagiert hat. Dadurch kann die Kontrolle während einer Rettung zwischen Teammitgliedern wechseln. Das bringt ein schutzbedürftiges Ziel in eine sonst vertraute Räumungs- und Extraktionsmission, das verloren gehen kann, wenn der Kampf in der Nähe der Bewacher eskaliert.

Im Operations-Menü liegt eine kleine Auswahl an Kampagnenmissionen unter verschiedenen Einsatzgebieten. Das Auftaktkapitel in Nordwestpakistan umfasst zwei Missionen, die nacheinander gespielt werden: Erst wenn du die erste abschließt, wird die zweite freigeschaltet. Vertonte Briefings, wiederkehrende Figuren und geskriptete Ereignisse geben ihnen mehr Kontext als dem Schnellmissionsmenü. Trotzdem ist das nur ein kurzes Prologkapitel und keine umfangreiche Kampagne. Weitere Kapitel sind geplant. Derzeit gibt es keine freundlichen KI-Partner, die bei Offline-Operationen einen Trupp ergänzen.

Die feindliche KI ist in Koop-Modi dabei und wurde grundlegend überarbeitet. Gegner können auf Geräusche reagieren, nach Treffern Deckung suchen oder sich zurückziehen und in zugewiesenen Wachbereichen bleiben. Über den Schwierigkeitsgrad lässt sich die Herausforderung anpassen; ein späterer Hotfix hat die Stufen neu abgestimmt und außerdem an der Leistung geschraubt. Trotz dieser Systeme können Reaktionszeit und Treffgenauigkeit von Begegnung zu Begegnung schwanken. Die Gegner wirken dadurch manchmal weniger vorhersehbar als bei einem fest geskripteten Ablauf.

Wenn das andere Team aus Menschen besteht

GROUND BRANCH bietet auch Online-PvP. In den Team-Modi werden dieselben Räume zu Schauplätzen, in denen Menschen statt KI-Gegnern einander gegenüberstehen. Bei Team Elimination versucht jede Seite, die andere zu überleben; Deathmatch-Varianten richten sich auf Einzel- oder Teamabschüsse. In Hostage Rescue müssen die Angreifer ein Teammitglied befreien, während die Gegenseite es verteidigt. Bei Dynamic Take and Secure muss ein Team eine Flagge aufspüren und erobern, die das andere Team platziert hat. Der Druck kommt hier von Gegnern, die selbst Wege und Zeitpunkte wählen, statt von Patrouillen und Missionszielen.

PvP passt besser, wenn deine Gruppe gegeneinander antreten oder dieselben Karten nach den Koop-Zielen erneut erkunden möchte. Öffentliche Server stehen neben Sitzungen zur Verfügung, die ihr selbst hostet. Im Koop steht eine gemeinsame Mission für die ganze Gruppe im Mittelpunkt; im PvP treten deine Freunde gegen andere Menschen an und jede Runde stellt eine andere Herausforderung.

Du kannst direkt im Spiel eine Sitzung hosten und Freunde über Steam einladen. Dedizierte Server werden ebenfalls unterstützt. Der Entwickler stellt dafür kostenlose Serverdateien bereit; wer keinen Spielclient als Host laufen lassen möchte, kann auch einen kostenpflichtigen Hosting-Anbieter nutzen. Da das Spiel für Windows über Steam vertrieben wird, können keine Konsolen-, Mac- oder Linux-Spieler plattformübergreifend beitreten.

Als Mindestanforderung gelten Windows 10 (64-Bit), ein Intel Core i5-9400F oder AMD Ryzen 5 2600, 16 GB Arbeitsspeicher sowie eine GTX 1060 mit 6 GB oder Radeon RX 580 mit 8 GB. Du brauchst 40 GB freien Speicherplatz und Breitbandinternet; eine SSD wird empfohlen.

Karten, Dunkelheit und Tempo

Die Schauplätze reichen von engen Innenräumen bis zu Außenanlagen, Waldgebieten, einem Hafen und einem mehrstöckigen Tanker. Je nach Umgebung spielt sich ein größerer Teil der Mission auf engem Raum ab, oder die Ziele liegen weiter auseinander. Karten lassen sich zu verschiedenen Tageszeiten spielen; für Nachteinsätze können auch Mondphasen ausgewählt werden. Nachts verändert Nachtsichtausrüstung die Sicht, während Lampen und Infrarotgeräte eigene Vor- und Nachteile mit sich bringen. Außerdem gibt es einen Trainingskomplex mit Schießständen und einem Killhouse, in dem deine Gruppe die zusammengestellten Waffen ausprobieren kann.

Die Atmosphäre ist zurückhaltend und geerdet. Briefings rahmen die Einsätze als verdeckte Operationen, und der Ready Room wirkt wie ein Bereitstellungsraum statt wie ein Menü voller lauter Belohnungen. Im Einsatz folgt die Ego-Perspektive dem Körper und der Waffe des Operators; Mündung, Haltung und sichtbare Gliedmaßen nehmen also tatsächlich Raum in der Umgebung ein. Türen lassen sich öffnen oder aufbrechen, und Waffenführung, Ausdauer sowie Schutzkleidung geben Bewegung und Ausrüstung ein körperliches Gewicht. Das Ergebnis ähnelt eher einer taktischen Simulation als einer filmreifen Actionkampagne.

Sprachchat ist im Online-Spiel integriert. Über Positionsaudio hörst du Teammitglieder in deiner Nähe; ein Teamfunk überträgt die Sprache dagegen an die ganze Gruppe. Textchat und voraufgezeichnete Sprachnachrichten stehen ebenfalls zur Verfügung. So gibt es auch ohne Mikrofon Kommunikationsmöglichkeiten, und ein zusätzlicher Sprachchat-Dienst ist nicht nötig. Gespräche und Funksprüche gehören zur Klangkulisse der Mission, neben Schritten, Türen, entfernten Schüssen und Waffengeräuschen, statt von einer ständigen Flut an Punktestandmeldungen übertönt zu werden.

Auch darin zeigen sich die Grenzen des Spiels. Das Prologkapitel umfasst nur zwei Operationen, freundliche Bots können eine kleine Online-Gruppe nicht ergänzen, und langfristige Charakter- oder Ausrüstungsfortschritte gibt es kaum. Für Koop und PvP brauchst du eine Internetverbindung; jede Person benötigt die Windows-Version über Steam. Dafür steht der Gruppe die gewählte Ausrüstung von Anfang an zur Verfügung. Sie kann selbst eine Sitzung hosten und zwischen PvE-Zielen und PvP-Runden wechseln, ohne saisonale Ranglisten oder eine Beutewirtschaft. GROUND BRANCH passt zu Freunden, die konfigurierbare Missionen und bedächtige Gefechte mögen und gern Zeit in ihre Ausrüstung stecken, bevor sie damit in den Einsatz gehen.

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