CastleStorm verwandelt eine mittelalterliche Belagerung in eine Arcade-Herausforderung für zwei. In Survival verteidigt ihr mit einer befreundeten Person eine Burg gegen immer neue Angriffe: Eine Person bedient die Balliste und schickt Truppen ins Feld, während die andere eine Heldin oder einen Helden zwischen den Gegnern steuert. In Last Stand kontrolliert ihr beide einen Helden und verteidigt eine zentrale Flagge gegen angreifende Wellen. Die Rollen und Arenen unterscheiden sich, doch keiner dieser Modi ist eine gemeinsame Story-Kampagne. Es sind fokussierte Überlebensherausforderungen neben der separaten Einzelspielerkampagne.
Die PC-Version bietet Koop für zwei Personen online oder im lokalen Splitscreen. Beide Koop-Modi lassen sich lokal oder online spielen; insgesamt nehmen jeweils zwei Personen teil. Remote Play Together streamt das lokale Spiel einer Person zu einer befreundeten Person, die so mitspielt, als säße sie am selben Rechner. Das ist etwas anderes als der Online-Mehrspielermodus des Spiels. Lokal kann eine Person Tastatur und Maus verwenden und die andere einen Controller. Controller werden vollständig unterstützt. Die Obergrenze von zwei Personen macht CastleStorm zu einer passenden Wahl für dich und eine weitere Person, nicht für eine größere Gruppe.
Eine Schlacht hat mehrere Ebenen
Das Schlachtfeld liegt zwischen zwei Burgen, die jeweils aus übereinandergestapelten Räumen bestehen und auseinanderbrechen können. Auf eurer Seite steht eine Balliste. Ihr zielt über eine 2D-Landschaft und feuert Pfeile, Speere, Felsbrocken oder ungewöhnlichere Geschosse auf die gegnerische Befestigung. Manche Geschosse teilen sich, explodieren oder müssen nach dem Abschuss durch eine zweite Eingabe gezündet werden; andere treffen fliegende Kreaturen oder Bodentruppen. Ein guter Treffer kann einen Raum zerstören, eine Truppenkammer ausschalten oder so viel Mauerwerk zum Einsturz bringen, dass herabfallende Trümmer Soldaten darunter treffen.
Die Balliste ist nur ein Teil der Belagerung. Ihr schickt Soldaten und Kreaturen zur gegnerischen Burg. Sie rücken selbstständig vor, kämpfen gegen feindliche Truppen oder versuchen, das Tor zu erreichen und die Flagge zu erobern. Die Räume eurer Burg bestimmen, welche Einheiten ihr einsetzen könnt, und liefern Ressourcen oder Boni, die eure Armee unterstützen. Zauber können Gegner verletzen, Truppen helfen oder einen Helden für kurze Zeit in den direkten Kampf bringen. Während der Schlacht wechselt ihr zwischen Munition, Truppen, Zaubern und Held. Wer sich zu lange aufs Zielen konzentriert, übersieht leicht einen Flaggenträger oder lässt die eigenen Einheiten überrennen.
So bekommt CastleStorm seinen besonderen Rhythmus. Ein Geschoss trifft nicht einfach nur eine Lebensleiste. Ihr beurteilt Winkel und Timing, beobachtet, wie sich eine Burgstruktur verformt, und seht, ob ihr damit auch wichtige Räume oder eine ganze Angriffswelle ausschaltet. Gleichzeitig ändert sich das Geschehen am Boden. Eine feindliche Burg zu zerstören ist nur ein möglicher Weg zum Sieg: Je nach Ziel kann es wichtiger sein, die Flagge zu erobern oder eine bestimmte Aufgabe abzuschließen. Die Grundwerkzeuge sind leicht zu verstehen, ihr Zusammenspiel verlangt Aufmerksamkeit.
Survival teilt die Aufgaben auf
In Survival bedient eine Person die Burgverteidigung mit Balliste und Truppen, während die andere einen Helden ins Feld schickt. So ist der Beitrag jeder Person klar erkennbar. Von der Burg aus unterbrecht ihr feindliche Wellen, zielt auf gefährliche Ziele und schickt eigene Einheiten vor. Auf dem Boden kann eure Begleitung Angreifer direkt bekämpfen und den Druck von der Burg nehmen. Die Ballistenrolle überblickt einen großen Teil der Belagerung; die Heldenrolle steht näher bei den vorrückenden Truppen und erlebt die Gefahr aus einer anderen Perspektive.
Die Rollen sind unterschiedlich, was Vor- und Nachteile hat. Die Person an der Burg verwaltet zwischen Angriffen mehr Systeme, darunter Ausrüstung und verfügbare Einheiten. Die Heldenrolle kommt sofort in Bewegung und in den Kampf, ist aber davon abhängig, was um sie herum geschieht. Wenn der Held in einem Gedränge feststeckt, kann ein gut gemeinter Ballistenschuss in seiner Nähe einschlagen. Eigene Schüsse können den Helden treffen und so für Frust sorgen. Wird der Held besiegt, endet nicht immer gleich die ganze Runde, doch während einer kurzen Rückkehrpause muss die Burg allein mit dem Druck zurechtkommen.
Mit jeder Welle werden die Angriffe gefährlicher. Ihr spielt keine Kampagnenkapitel und baut keine Geschichte auf; es geht darum, noch einem Angriff standzuhalten und zu sehen, wie lange ihr als Team durchhaltet. Survival bietet eine Abwechslung zu Burgkämpfen gegeneinander, doch die wiederholten Wellen und die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten zwischen Runden können längere Sessions eintönig wirken lassen. Wenn alle dieselbe unmittelbare Art von Action wollen, ist Last Stand ausgeglichener. Wenn euch die Aufteilung zwischen Fernkampfplanung und direktem Kampf gefällt, bietet Survival klar verschiedene Aufgaben, die ihr tauschen oder beibehalten könnt.
Auch die Burgseite bringt eine Vorbereitung ins Spiel. Aufbau und Räume bestimmen, welche Truppen verfügbar sind und welche passiven Boni wirken. Im Hauptspiel könnt ihr im Editor Räume neu anordnen und einen Entwurf testen; im Verlauf der Kampagne schaltet ihr weitere Räume und Einheiten frei. Der Koop-Modus bietet bei der Vorbereitung weniger Freiheit als dieser Editor- und Fortschrittskreislauf. Ihr wählt aus kampfbereiten Möglichkeiten, statt während des Laufs gemeinsam eine dauerhafte Basis aufzubauen.
Last Stand bringt beide auf das Schlachtfeld
Last Stand verzichtet auf die Rolle an der Burg. Ihr steuert beide einen Helden und verteidigt eine Flagge in der Arena gegen Wellen, die von beiden Seiten angreifen. Helden verbinden Nahkampfangriffe mit Fernkampffähigkeiten. Ihr wechselt also die Distanz, wenn sich Gegner sammeln oder von der anderen Seite nähern. Eine Person kann eine Seite ausdünnen, während ihr euch der anderen zuwendet; in der Arena können aber beide Fronten gleichzeitig drängen.
Die Flagge ist das Ziel, kein entfernter Ausgang. Wird sie von Gegnern fortgetragen oder sind beide Helden gleichzeitig außer Gefecht, endet der Lauf. Nach einer kurzen Abklingzeit können Helden zurückkehren. Eine überlebende Person kann die Linie also vorübergehend halten, doch wenn beide gleichzeitig besiegt sind, schützt niemand mehr die Flagge. Mit stärkeren Wellen werden Bewegung und die Wahl des nächsten Ziels wichtiger als Angriffe nur in eine Richtung. Ihr kämpft gegen eine wachsende Menge, statt eine gegnerische Burg zu zerstören.
Last Stand ist die klarste Wahl, wenn beide dieselbe Art von Action wollen. Ihr bewegt euch beide, weicht aus und greift an; jede Person kann zwischen Nah- und Fernkampf wechseln. Die Herausforderung besteht darin, die Mitte zu halten, während von beiden Seiten Druck kommt. Die steigenden Wellen sind allein schwer zu bewältigen, zu zweit aber leichter zu meistern. Diese Schwierigkeit gehört zum Modus und ist keine verzweigte Kampagne, die ihr gemeinsam durchspielt.
Die Einzelspielerkampagne erweitert das Spiel
Die Geschichte von CastleStorm folgt Sir Gareth und dem Konflikt des Königreichs mit den Wikingern, doch die Kampagne ist vom Koop getrennt. In ihren Missionen lernt ihr nach und nach Balliste, Truppen, Zauber und Helden kennen; anschließend wechseln die Ziele. Zerstört eine feindliche Burg, verteidigt eure eigene, erobert eine Flagge oder erfüllt eine andere Aufgabe. Manche Missionen beschränken eure verfügbaren Werkzeuge, sodass dieselbe Kombination aus Artillerie und Truppen nicht jede Schlacht löst. Bonusziele und Genauigkeitswertungen geben euch einen Grund, nach dem Hauptziel noch einmal anzutreten.
Mit Gold aus Kampfschlachten verbessert ihr Waffen, Zauber, Truppen und Burgräume. Der Burgeditor fügt dieser Entwicklung ein Baupuzzle hinzu: Die Räume bestimmen, welche Einheiten ihr rufen könnt und welche Ressourcen sie unterstützen. Ihre Anordnung wirkt sich zugleich darauf aus, wie die Burg ankommende Geschosse abfängt. Ihr könnt einen Entwurf testen und der Physik beim Auseinanderbrechen zusehen, bevor ihr ihn für die nächste Belagerung ändert. Freischaltungen und Anpassungen sorgen für einen längeren Einzelspielerkreislauf; Mehrspielerrunden greifen auf Waffen und Burgoptionen zurück, machen aber aus den Story-Missionen keine gemeinsamen Kapitel.
Das ist wichtig, falls ihr ein Zweispieler-Abenteuer mit gemeinsamen Checkpoints und Finale sucht. CastleStorms Koop besteht aus wiederholbaren Partien und Überlebensläufen. Ihr kehrt mit anderen Helden, Burganordnungen, Truppen und Munitionskombinationen zurück, aber es gibt keine gemeinsame Story-Kampagne. Erfolge und Fortschritt liegen ebenfalls vor allem in der Kampagne und den Mehrspielermodi statt in einem gemeinsamen Koop-Spielstand für die Geschichte.
Eine verspielte Belagerung mit Ecken und Kanten
Die Welt von CastleStorm ist farbenfroh und bewusst albern. Ritter und Wikinger kämpfen unter hellem Himmel, während Eselreiter, fliegende Kreaturen, explosive Früchte und absurde Geschosse den mittelalterlichen Rahmen auflockern. Ein Treffer und der Anblick eines abbrechenden Turmstücks machen die Physik zum Spektakel. Stürzen Trümmer auf eine Gruppe Soldaten oder stoppt ein Geschoss einen feindlichen Vorstoß, wird die Umgebung selbst Teil des Kampfes.
Die cartoonhafte Darstellung täuscht darüber hinweg, dass das Spiel Konzentration verlangt. Die Balliste zu zielen und zugleich Truppenwege, Abklingzeiten und den Zustand der Burg im Blick zu behalten, kann hektisch werden. Die wiederholten Survival-Wellen und der direkte Heldenkampf können sich mit der Zeit abnutzen, während spätere Einzelspielermissionen den Schwierigkeitsgrad deutlich anziehen. Das passt zu den zwei Seiten des Spiels: Die Artillerie hat etwas von einem präzisen Physikspielzeug, aber während jedes Schusses kommen mehrere kleine Strategieentscheidungen hinzu.
Für zwei Freunde hängt die Wahl davon ab, ob ihr unterschiedliche oder gleiche Aufgaben übernehmen wollt. In Survival übernimmt eine Person Balliste und Truppen, die andere den Feldhelden; in Last Stand steuert ihr beide Helden und verteidigt gemeinsam eine Flagge. Beide Modi erlauben zwei Personen lokal oder online; im Splitscreen könnt ihr euch auch im 1-gegen-1 messen. Wenn ihr eine Kampagne, die ihr gemeinsam vorantreibt, oder Platz für eine größere Gruppe erwartet, ist CastleStorm nicht dafür ausgelegt. Für kurze Belagerungsrunden, in denen Burgen einstürzen und ihr euch einer klar umrissenen Überlebensaufgabe stellt, bietet es zwei unterschiedliche Koop-Varianten.