A Fistful of Gun ist ein Western-Shooter aus der Vogelperspektive für bis zu neun Personen. Ihr könnt euch an einem PC zum lokalen Spielen versammeln oder euch online zum Koop-Modus Arcade treffen; die offiziellen Online-Server begrenzen die Verbindung auf vier Client-PCs, wobei mehrere Spieler einen Computer gemeinsam nutzen können, um insgesamt auf neun Personen zu kommen. Die Kampagne ist ein eigener, vor allem auf Einzelspieler ausgelegter Weg, während Arcade die Bande gemeinsam in dieselben Kämpfe schickt. Das Spiel ist schnell, laut und bewusst eigenwillig: Elf Revolverhelden bringen elf unterschiedliche Steuerungsschemata auf einen Bildschirm voller Kugeln, Pferde, Whiskey und Banditen.
Arcade ist der gemeinsame Ritt
Im Arcade-Modus reiht ihr Arenakämpfe ohne Kampagnenende aneinander. Eure Gruppe kommt in einem kleinen, abgeschlossenen Gebiet an, besiegt die Gegner und zieht zur nächsten Herausforderung weiter. Zwischen den Runden wählt ihr einen Modifikator, der den nächsten Abschnitt verändert: Kugeln können explodieren, Bewegung kann schneller werden oder Schüsse können treffsicherer ausfallen. Diese Vorteile gelten für den jeweiligen Durchlauf statt dauerhaft, sodass sich derselbe Revolverheld mit zunehmender Arena-Serie anders spielen kann. Der Modus geht weiter, bis der Bande die Leben ausgehen oder sie genug von dem Kugelhagel hat.
In den meisten Arenen geht es darum, am Leben zu bleiben und die Gegner auszuschalten. Feinde schießen aus verschiedenen Richtungen, und Geschosse lassen selbst eine freie Stelle am Boden gedrängt wirken. Manche Begegnungen haben ein konkretes Ziel: einen Wagen eskortieren, ein Duell überstehen, eine Tanzveranstaltung beschützen oder eine Stampede aufhalten. Andere Ereignisse spielen mit dem schrägen Westernhumor des Spiels: Peyote-Trips und explodierende Piñatas verwandeln eine Schießerei in ein buntes Durcheinander. Das ist keine Koop-Kampagne aus Missionen, sondern eine Reihe kurzer Arcade-Räume mit gelegentlichen Wendungen.
Es gibt keine Klassenübersicht, die eine Person für Heilung und eine andere für Unterstützung einteilt. Gemeinsam müsst ihr einen Raum räumen, eure Leben behalten und den Durchlauf fortsetzen. Die individuelle Figurenwahl verändert, was jede Person von Moment zu Moment beiträgt; außerdem zählt das Spiel Punkte, sodass ihr zwar dieselbe Arena teilt, aber trotzdem den Highscore eurer Freunde übertreffen könnt. Arcade passt daher zu Gruppen, die ein klares, wiederkehrendes Ziel mögen und ein wenig Punktestand-Wettstreit im gemeinsamen Teamdurchlauf nicht stört.
Elf Figuren, elf Arten zu schießen
Die Figuren-Auswahl ist die prägende Besonderheit des Spiels. Jeder der elf Revolverhelden hat eine andere Waffe und ein eigenes Steuerungsschema, nicht bloß einen neuen Mantel oder Schadenswert. Abel schießt, indem ihr einen Gamepad-Stick zum Ziel hin bewegt, und muss seinen sechsschüssigen Revolver komplett nachladen. Noah benutzt eine mit der Tastatur gesteuerte Schrotflinte. Zekes Gewehr für große Entfernungen wird mit der Maus gesteuert, während Dukes Maschinengewehr beim Drehen feuert, ihn aber langsamer macht. Bei anderen Figuren kommt es auf Timing oder die richtige Taste an. In der Gruppe lernt ihr also nicht alle gleichzeitig dasselbe Zielen-und-Schießen-Schema.
Diese Vielfalt gibt euch einen Grund, zwischen Durchläufen die Figuren zu wechseln, beeinflusst aber auch die Ausstattung. Um alle Figuren nutzen zu können, braucht eure Gruppe ein Gamepad, eine Maus und eine Tastatur. Die Steuerung gehört bei einigen Revolverhelden wesentlich zum Konzept: Wer nur einen Controller hat oder keine Maus nutzen kann, hat eventuell weniger Auswahl. Im Arcade-Modus steht die ganze Besetzung von Anfang an bereit; in der Story werden die Figuren nach und nach freigeschaltet. Ihr könnt eine andere Eingabeart ausprobieren, ohne eine Figur auszubauen oder Ausrüstung zwischen Spielabenden mitzunehmen.
Ein einzelner Treffer kann ein Leben kosten, daher macht es schnell einen Unterschied, ob euch die Steuerung einer Figur liegt oder ihr sie noch entschlüsselt. Pferde geben euch Tempo und können einen Treffer abfangen, sind aber keine dauerhafte Deckung. Whiskey kann die Action verlangsamen oder den Schaden erhöhen; der betrunkene Bildeffekt sorgt für noch mehr Unübersichtlichkeit auf einem Bildschirm, der ohnehin voller Gegner und Kugeln ist. Gold von besiegten Feinden fließt in Verbesserungen und zusätzliche Chancen der Kampagne; im Arcade-Modus bieten die Modifikatoren zwischen den Räumen den unmittelbareren Fortschritt des Durchlaufs.
Die Figuren lassen sich nicht sauber in klassische Rollen einteilen, und nicht jede Eigenart passt zu jeder Person. Eine aufgeladene Donnerbüchse, eine Pistole, die durch eine Richtungsbewegung feuert, oder eine Waffe, die nur beim Drücken der angezeigten Taste schießt, kann Spaß machen, wenn ihr sie beherrscht. Dieselben Eigenheiten erschweren aber präzises Zielen, sobald ein Raum voller feindlicher Geschosse ist. Die kleinen Pixel-Figuren können mit den erdigen Arenen verschmelzen, und eine Effektwolke macht es mitunter schwer zu erkennen, welche Kugeln auf euch zufliegen.
Eine Story für einen Revolverhelden
Der Story-Modus folgt einer Bande von Gesetzlosen, die sich am Eisenbahnmagnaten Clayton Boon rächen will, nachdem dieser eine Strecke bis in die Hölle bauen wollte. Statt einer langen Reihe filmischer Missionen erwartet euch eine verzweigte Karte mit Begegnungen. Jede geräumte Arena bringt euch eine Meile weiter, und an Weggabelungen könnt ihr zwischen verschiedenen Herausforderungen wählen. Ein Halt kann verlangen, einen Wagen zu schieben, Suchscheinwerfern auszuweichen, ein Duell zu bestreiten oder eine Horde Wildtiere abzuwehren. Bosskämpfe unterbrechen die Route; in Läden könnt ihr Gold für Waffenverbesserungen oder zusätzliche Leben ausgeben.
Die Kampagne gibt dem Ganzen einen Rahmen und schaltet Revolverhelden frei, ist aber keine gemeinsame Online-Story, die ihr zusammen durchspielen könnt. Arcade ist der Modus für gemeinsames Online-Spiel; für Wettkämpfe gibt es Versus. Die Story ist auf jeweils eine Person ausgelegt. Ihr könnt euch also mit der verzweigten Route abwechseln, aber es gibt keinen gemeinsamen Kampagnen-Spielstand für die Gruppe. Wenn ihr vom Start weg zusammen spielen wollt, bringt Arcade euch ohne diese Einzelspieler-Fortschrittssperre in Koop-Kämpfe.
Kampagne und Arcade verwenden zwar dieselben Arenakämpfe, aber ihre Fortschrittsysteme geben der Action eine andere Form. Story verbindet Routenwahl, Läden und Freischaltungen zu einer begrenzten Reise zu Boon. Arcade bietet allen sofort die komplette Figuren-Auswahl und macht aus den Runden eine Punktesuche mit Modifikatoren, die sich ansammeln. Keiner der Modi bietet einen langfristigen Figurenaufbau, den ihr in den nächsten Spieleabend mitnehmt. Die Belohnung ist vor allem die nächste Begegnung, ein weiterer Waffenversuch oder ein höherer Punktestand, bevor der Durchlauf endet.
Das Online-Menü enthält außerdem Versus, in dem ihr gegeneinander statt mit einem gemeinsamen Teamziel spielt. Auch lokal könnt ihr Versus wählen, sodass sich dieselbe PC-Runde von einem Arcade-Lauf gegen Gegner zu einem direkten Wettstreit ändern lässt. Für Gruppen ist dieser Unterschied wichtig: Das Spiel bietet sowohl Koop als auch Wettbewerb, aber der Modusname zeigt, welche Art von Sitzung ihr startet. Die Koop-Empfehlung hier bezieht sich ausdrücklich auf Arcade und bedeutet nicht, dass jede Mehrspieleroption alle auf dieselbe Seite stellt.
So bekommt ihr die Bande in eine Runde
Lokal können bis zu neun Personen an einem PC spielen. Die ganze Gruppe teilt sich eine Ansicht statt auf getrennte Split-Screen-Felder verteilt zu sein; ihr schaut also gemeinsam auf dieselbe kompakte Arena. Mit vier oder fünf Personen bleibt die Partie übersichtlicher, während der Schwierigkeitsgrad bei neun stark ansteigt. Auch eine kleinere Gruppe muss sich den Bildraum teilen; je mehr Personen und Geschosse darin unterwegs sind, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten.
Offizielle Online-Partien verbinden vier Client-PCs; wenn sich Spieler diese Computer teilen, können bis zu neun Personen mitspielen. Gemeint sind also neun Personen, nicht neun PCs. Steam Remote Play Together kann das lokale Spiel des Hosts zu Freunden streamen, aber die gemeinsame lokale Sitzung läuft weiterhin auf einem einzigen Host-PC.
Online spielt ihr in Räumen auf einem ausgewählten Server: Eine Person erstellt einen Raum und Freunde auf demselben Server können ihn sehen und beitreten. Das Spiel enthält auch ein Serverprogramm für eigene Sitzungen. Öffentliche Sitzungen können leer sein. Ladet eure Freunde am besten direkt ein, statt anzunehmen, dass schon eine andere Bande wartet.
A Fistful of Gun ist ein Windows-Spiel. Wer separat online beitritt, braucht einen Windows-PC. Um die ganze Figuren-Auswahl nutzen zu können, braucht ihr ein Gamepad, eine Maus und eine Tastatur. Remote Play Together lässt den Host das lokale Spiel streamen, macht aus einer einzelnen lokalen Sitzung aber keine eigenständige Online-Kampagne. Die Gruppe ist am einfachsten aufgestellt, wenn alle Windows-Zugang haben und für Figuren mit ungewöhnlicher Steuerung das passende Eingabegerät vorhanden ist.
Ein rauer Arcade-Western
Der visuelle Stil verbindet kantige Pixelgrafik mit einer Draufsicht, die den gesamten Kampfraum im Bild hält. Staubige Farben, winzige Figuren-Sprites, übergroße Kugeln und abrupte Bildschirmeffekte lassen die Arenen wie einen hektischen Arcade-Automaten statt wie ein realistisches Duell wirken. Der Soundtrack wechselt zwischen Spaghetti-Western-Klängen und lautem Rock; die Rachegeschichte sorgt für einen bewusst überzeichneten Pulp-Ton. Das Ergebnis ist eher schräg und chaotisch als spannungsvoll.
Das Chaos kann ein Pluspunkt sein, wenn eure Gruppe eine kurze, laute Arcade-Runde sucht, ist aber auch die größte Einschränkung des Spiels. Gegner können euch mit einem Treffer töten, Geschosse kreuzen die Arena aus mehreren Richtungen und manche Figuren verlangen zusätzlich präzises Timing. Vieles müsst ihr aus Symbolen und Effekten erschließen. Die Lernkurve beginnt also schon, bevor ihr eine ganze Gruppe auf dem Bildschirm habt.
Wenn eure Freunde experimentelle Steuerung, gemeinsames Bildschirm-Chaos und Durchläufe mögen, die mit den Leben der Gruppe enden, bietet Arcade eine eigenständige Koop-Erfahrung. Weniger passend ist das Spiel, wenn ihr einen gewöhnlichen Twin-Stick-Shooter oder eine gemeinsame Story-Kampagne sucht. Am besten passt es zu einer Bande, die weiß, wer mitspielt, und bereit ist, saubere Präzision gegen einen lauteren, eigenwilligen Arcade-Western einzutauschen.