Ein Flugzeug stürzt auf einer bewaldeten Halbinsel ab. Ein Kind wird verschleppt, die übrigen Passagiere sind verschwunden, und die Kannibalenclans der Insel beobachten euch bereits. In The Forest könnt ihr gemeinsam mit bis zu sieben Freunden nach dem Kind suchen und zugleich versuchen, genug zu essen, warm zu bleiben und nicht entdeckt zu werden. Ihr baut, fertigt Gegenstände und erkundet dieselbe Welt aus der Ego-Perspektive. Höhlen machen dabei aus einem gewöhnlichen Versorgungsgang schnell etwas deutlich Unheimlicheres.

Eine Insel, bis zu acht Überlebende

The Forest bietet Online- und LAN-Koop für bis zu acht Personen. Eine Person hostet eine Welt, der die anderen beitreten können. Bei einer normalen Peer-to-Peer-Runde hält der Rechner des Hosts die gemeinsame Welt verfügbar. Wer möchte, kann stattdessen einen dedizierten Server einrichten, damit die Welt unabhängig läuft. Das bedeutet allerdings mehr Einrichtungsaufwand, als Freunde einfach zu einem gehosteten Spiel einzuladen.

Der Unterschied wird wichtig, wenn die Runde endet. Der Host speichert die Welt selbst: die Basis, gebaute Strukturen und Veränderungen an der Insel. Gäste speichern ihren eigenen Charakter getrennt davon, einschließlich der getragenen Gegenstände und ihres Standorts. Wer als Gast beim nächsten Mal weiterspielen will, braucht dieselbe Welt; der Host muss sie erneut laden. The Forest behandelt die Geschichte nicht als eigene Kampagne für jede Person. Ihr erkundet eine gemeinsame Insel, während Ausrüstung und Position eurer Charaktere in den jeweiligen persönlichen Spielständen liegen.

Es gibt keine festen Charakterklassen und keine zugewiesenen Berufe. Alle können Holz sammeln, Vorräte tragen, Baupläne platzieren, jagen, Gegenstände herstellen, kämpfen oder eine Höhle betreten. Eure Zusammenarbeit ergibt sich aus der Welt statt aus einem Rollenmenü: Es gibt Materialien zu holen, Gebäude fertigzustellen, Nahrung zu finden und Gefahren, die nicht warten, bis das Inventar wieder geschlossen ist. Niemand ist auf eine einzige Aufgabe festgelegt; ihr könnt jederzeit zwischen diesen Tätigkeiten wechseln.

Vom Absturzort zum bewohnbaren Lager

Die ersten Stunden geben euch eine grobe Liste an Bedürfnissen statt einer Reihe von Missionen. Mit wenigen Vorräten sucht ihr im Wrack und im Gepäck der Passagiere nach Essen und Werkzeugen und sammelt Stöcke, Steine, Blätter und Baumstämme. Das Überlebenshandbuch zeigt mögliche Bauwerke als durchsichtige Umrisse direkt in der Welt. Ein Unterstand oder Lagerfeuer ist zunächst nur ein Bauplan. Erst wenn jemand die benötigten Materialien heranschafft, wird daraus ein echter Schutzort.

Essen, Wasser, Energie, Gesundheit und Wärme machen die Insel zu mehr als einem Bausandkasten. Beeren und gejagte Tiere helfen, die Gruppe zu ernähren. Regen und nahe Gewässer werden wichtig, sobald ihr Durst bekommt; wer nass und kalt ist, braucht einen Unterschlupf oder Wärme. Waffen und Werkzeuge entstehen durch das Kombinieren gefundener Materialien. Mit immer mehr Rezepten fühlt sich das gemeinsame Inventar wie eine mobile Werkbank an. Aus Stöcken und Steinen stellt ihr einfache Werkzeuge her und erweitert eure Möglichkeiten später um Bögen, Rüstungen, Bomben und Verbesserungen aus Inselmaterialien.

Bauen hat einen gut sichtbaren, handfesten Rhythmus. Ihr platziert einen Bauplan, seht, was dafür fehlt, und sammelt dann Baumstämme oder andere Materialien. Mehrere Freunde können an einer Hütte, Mauern, Fallen, Feuern, Trockenständern, Gärten und anderen Bauwerken mitarbeiten. So wird aus einer offenen Lichtung nach und nach eine Basis. Bäume fallen dort, wo ihr sie fällen lasst, und die Stämme zurückzutragen ist eine echte Aufgabe statt eines Ressourcenbalkens, der von allein steigt. Eine einfache Unterkunft kann zu einer größeren Festung anwachsen. Eine lange Mauer garantiert trotzdem keine Sicherheit: Feindliche Besuche können mit den Tagen und euren Eingriffen in die Umgebung intensiver werden.

Der Tag-Nacht-Zyklus gibt dieser Arbeit ihren Takt. Bei Tageslicht könnt ihr euch leichter durch den Wald bewegen, Vorräte sammeln und entscheiden, wo ihr euch niederlasst. Nach Einbruch der Dunkelheit schrumpft die Sicht, während Schreie durch die Bäume hallen. Die Kannibalen verhalten sich nicht wie eine endlose Welle, die einfach den nächsten Spieler angreift. Sie beobachten euch aus der Entfernung, umkreisen ein Lager oder nähern sich in einer Gruppe. Ihr könnt euch anschleichen oder direkt kämpfen. Eine laute Auseinandersetzung ist also eine mögliche Reaktion auf eine Begegnung, aber nicht die einzige.

Die Höhlen verbinden Überleben und Geschichte

An der Oberfläche findet ihr einen großen, bewaldeten Inselraum mit Stränden, Seen, Bergen und verstreuten Lagern. Die Höhlen bilden das markanteste Erkundungsgebiet darunter. Ihr Netz verbindet dunkle Gänge, unterirdische Seen, enge Kletterstellen und abgelegene Kammern mit Werkzeugen oder Hinweisen. Ein Feuerzeug erhellt nur den kleinen Bereich um euch herum. Andere Lichtquellen helfen, doch Dunkelheit und unbekannte Wege gehören zur Herausforderung – besonders, wenn euch ein Gegner oder ein tiefer Abhang aufhält.

Die Suche nach dem verschwundenen Sohn entwickelt sich durch Erkundung statt über eine Missionskarte, die euch ständig den nächsten Ort vorgibt. In den Überresten der Insel könnt ihr Fotos, Tonaufnahmen, Dokumente und andere Hinweise finden. Neue Werkzeuge öffnen Wege, die vorher schwer zugänglich waren, und Entdeckungen in Höhlen ergänzen nach und nach das größere Rätsel. Ihr könnt euch auf die Suche nach einem Kletterwerkzeug oder Tauchausrüstung machen und mit etwas zurückkommen, das den nächsten Erkundungsabschnitt ermöglicht. Die Suche nach dem Kind gibt dem Überleben eine Richtung, selbst wenn ihr einen Abend hauptsächlich an einer Hütte baut, jagt oder einen Abstecher in die Dunkelheit macht.

Höhlen verändern auch, wie ihr denselben Ort erlebt. Eine Person kann mit Licht vorausgehen, während eine andere eine Waffe trägt; enge Wege zwingen eure Gruppe manchmal, zusammenzubleiben. Walkie-Talkies lassen euch über ein Gerät in der Spielwelt sprechen, statt nur über einen externen Sprachchat. Das passt zur Umgebung, doch wie ihr euch absprecht, bleibt euch überlassen. Wird jemand verletzt, kann ein Mitspieler die Person erreichen und wieder aufhelfen – aus einer Begegnung wird dann kurz eine Rettungsaktion.

Im Koop verschiebt sich die Spannung. Mit Freunden gibt es mehr Waffen und helfende Hände, und der Höhlengang ist kein einsamer Ausflug mehr. Gleichzeitig müsst ihr auf mehr Personen achten, und Gegner werden nicht immer so angepasst, dass eine große Gruppe gleichermaßen bedroht ist. Im Höhlensystem nimmt die Isolation ab, und größere Gegnergruppen können leichter wirken, weil sie nicht immer passend zur Gruppengröße skaliert werden. Das Abenteuer kann weiterhin angespannt sein, liefert aber nicht dieselbe isolierte Horrorwirkung wie eine Solo-Runde.

Verteidigungen, Entdeckungen und ein Ende

Eure Basis verändert, wie die Gruppe der Insel begegnet. Mauern, Fallen, Pfähle und andere Verteidigungsbauten können Angriffe verlangsamen oder bestrafen. Das größere Angebot an Bauplänen im Handbuch lädt zum Experimentieren ein. Manche Bauwerke sind einfach praktisch, andere geben eurer Siedlung einen eigenen Charakter. Ihr könnt eine Sitzung damit verbringen, am Wasser ein Lager zu errichten, und bei der nächsten Erkundung plötzlich viel weiter davon entfernt sein. Gefällte Bäume wachsen nicht sofort nach; große Bauprojekte verändern daher auch das Waldstück um euch herum.

Das Spiel hat ein Ende und lässt das Ziel nicht völlig offen wie manche Survival-Sandboxes. Die Hauptgeschichte führt euch zur Suche nach dem verschwundenen Kind und zu den Geheimnissen der Insel. Hinweise und wichtige Entdeckungen liegen an verschiedenen Orten, statt in einer festen Folge von Kapitelmissionen. Das Tempo hängt deshalb ebenso von der Erkundung wie vom Überleben ab. Es gibt mehrere mögliche Enden, und am Schluss steht eine Wahl. Die Welt hat damit ein Ziel, auch wenn nicht jeder Hinweis direkt auf den nächsten Schritt zeigt.

Einen Erfahrungsbalken, der euren Charakter in eine Spezialistin oder einen Spezialisten verwandelt, gibt es nicht. Fortschritt zeigt sich an gefundener Ausrüstung, erlernten Rezepten, Werkzeugen für neue Gebiete und den fertiggestellten Bauwerken. Auch die Insel hält eure Arbeit fest: Eine Lichtung verändert sich, wenn Bäume fallen, Höhlen werden mit passender Ausrüstung zugänglich, und eine Basis erhält neue Verteidigungen, wenn mehr Material eintrifft.

Die Grenzen, die ihr kennen solltet

Das Inventar ist ein großes Rucksackmenü und kann unübersichtlich wirken, wenn ihr während eines Kampfes schnell das Werkzeug wechseln wollt. Gegenstände werden in diesem Menü kombiniert und hergestellt; ein Waffenwechsel zwingt euch deshalb zu einer Pause in einem ungünstigen Moment.

Das Spiel hat auch raue Kanten: Die Physik verhält sich manchmal seltsam, die Gegner-KI ist uneinheitlich, und technische Probleme können eine Sitzung unterbrechen. The Forest ist ein Survival-Spiel mit umfangreichen Systemen, keine makellos polierte Horrorfahrt. Verteidigungsanlagen können zusätzlichen Druck erzeugen, denn eine Siedlung macht die Umgebung nicht friedlich. Und auch wenn Geschichte und Höhlen eine Richtung vorgeben, ist die offene Karte langsamer zu organisieren als eine Reihe kurzer Koop-Missionen.

Passt The Forest zu eurer Gruppe?

The Forest eignet sich besonders für Gruppen, die einen gemeinsamen Ort aufbauen und die Geschichte über Erkundung entdecken wollen. Bis zu acht Personen können online spielen; LAN-Koop ist ebenfalls verfügbar. Eine normale gehostete Welt hängt davon ab, dass der Host sie wieder lädt. Gäste speichern ihre Charaktere unabhängig, sodass Welt und persönliches Inventar getrennt behandelt werden.

Ihr verbringt eure Zeit mit Sammeln, Herstellen, Bauen und der Frage, welche Höhle oder Inselregion ihr als Nächstes erkundet. Begegnungen mit Mutanten unterbrechen die ruhigere Arbeit. Das Ergebnis verbindet Survival-Projekt, Suche in der Geschichte und Horror-Ausflug. Es passt zu Freunden, die eine gemeinsame Welt verändern und nach und nach herausfinden möchten, was auf der Halbinsel geschah. Wenn ihr eine klare Missionsliste oder gleich intensive Schreckmomente für alle wollt, sind die offene Struktur und leichteren Kämpfe einer größeren Gruppe echte Abstriche. Wenn gemeinsames Bauen und Höhlenerkundung im Mittelpunkt stehen sollen, bietet euch The Forest eine Welt, in die ihr gemeinsam hineinwachsen könnt.

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