American Truck Simulator macht aus einer Lieferung einen gemeinsamen Roadtrip. Im Online-Modus Convoy können bis zu acht Fahrer denselben Frachtauftrag annehmen und bei synchronisiertem Verkehr, Tageszeit und Wetter unterwegs sein. Du und deine Freunde fahren jeweils einen eigenen Lkw an einem eigenen Computer; eine gemeinsame Splitscreen-Karriere gibt es nicht. Der Reiz liegt in der Fahrt selbst: eine lange Strecke durch wechselnde Landschaften und eine Ladung, die am Ziel ankommen muss.

Ein Auftrag gibt der Gruppe ein gemeinsames Ziel

Convoy ergänzt den bekannten Frachtalltag um deine Freunde, statt die Gruppe in eine eigene Kampagne zu schicken. Ein Fahrer sucht sich einen Auftrag aus, die anderen können denselben Auftrag über die Sitzung übernehmen. Ladung und Ziel geben allen einen gemeinsamen Grund, in dieselbe Richtung zu fahren. Die Trucks der Gruppe sind auf der Straße und in der Sitzung zu sehen, während KI-Verkehr weiter um den Convoy herumfährt. Tageszeit und Wetter sind synchronisiert: Eine Fahrt, die am Tag beginnt, kann für alle bis in den Abend gehen, und Regen zieht entlang der Route mit.

Der gemeinsame Auftrag ist ein Anker, aber keine Reihe aus Koop-Zielen mit Zwischensequenzen oder besonderen Teamrollen. Das Spiel weist deinen Freunden weder Navigation noch Mechanik oder Disposition zu. Alle sind Fahrer in ihrer eigenen Kabine und erledigen dieselbe Grundarbeit: Fracht aufnehmen, den Truck auf Kurs halten und am Ziel abliefern. Über das CB-Funkgerät, Schnellantworten oder Textchat könnt ihr euch in Convoy verständigen. Die Kommunikation ist an die Sitzung gebunden und nicht an eine größere Kampagnengeschichte. Nimmt jemand einen anderen Auftrag an, bleibt ihr zwar in derselben Mehrspielerwelt, habt aber keine gemeinsame Lieferung mehr als Route.

Das passt zu einer Gruppe, die einen entspannten Anlass für eine längere gemeinsame Spielrunde sucht. Eine Fahrt kann aus leerer Autobahn, einem Tankstopp, einem kurzen Funkspruch und anschließend der kniffligeren Anfahrt zu einem Lieferhof bestehen. Der gemeinsame Auftrag gibt weniger Struktur als ein missionsbasiertes Koop-Spiel. Es gibt keine Kämpfe, die ihr gemeinsam lösen müsst, und kein Rätsel, für das eine abgestimmte Aktion nötig wäre. Euer gemeinsamer Rhythmus entsteht dadurch, dass ihr in dieselbe Richtung fahrt, die anderen Trucks im Verkehr seht und dasselbe Ziel erreicht.

Aus Frachtarbeit wird ein Unternehmen

Ein Convoy-Auftrag ist Teil einer größeren Karriere. Am Anfang kannst du Schnellaufträge fahren: Arbeitgeber stellen Truck und Fracht. So kannst du losfahren, ohne selbst schon einen Lkw zu besitzen. Mit abgeschlossenen Lieferungen verdienst du Geld und Erfahrungspunkte. Deine Fertigkeiten schalten lukrativere oder anspruchsvollere Ladungen und längere Strecken frei. Später kaufst du einen eigenen Truck und übernimmst Frachtmarkt-Aufträge, bei denen du mehr Verantwortung für die laufenden Kosten hast, etwa für Kraftstoff und Reparaturen. Mit einem eigenen Lkw kannst du Kabine, Fahrgestell, Lackierung, Motor und Zubehör nach deinem Geschmack anpassen.

Rund um die Fahrten wächst ein eigenes Unternehmen. Du kannst Garagen kaufen, Trucks für eine Flotte anschaffen und Fahrer einstellen, die auch während deiner Abwesenheit Aufträge übernehmen. So gibt es neben der nächsten Lieferung langfristige Ziele für dein Profil. Diese Entwicklung gehört aber zur Karriere jedes einzelnen Spielers. Convoy führt weder eure Garagen zusammen noch legt es eine gemeinsame Unternehmenskasse an. Ihr könnt denselben Auftrag fahren, während eure Profile jeweils eigenes Geld, eigene Trucks und eigenen Fortschritt festhalten. Wenn du gerade erst anfängst und jemand aus der Gruppe bereits einen getunten Truck besitzt, entstehen dadurch keine festen Koop-Klassen: Am Steuer sitzt weiterhin jeder selbst.

Die Aufträge unterscheiden sich durch Fracht, Anhänger, Entfernung und Zielort. Lebensmittel, Maschinen oder Gefahrgut stellen unterschiedliche Ladungen dar; besonders lange Anhänger machen sowohl die Fahrt als auch das Einparken anspruchsvoller. Ein Industriegelände oder ein Tanklager fühlt sich anders an als ein Halt am Straßenrand, das Grundziel bleibt aber gleich: Waren bewegen, ohne Truck oder Ladung zu beschädigen. Abwechslung entsteht vor allem durch Fahrverhalten und Route, nicht durch ein neues Missionssystem. Wer gern Straßen kennenlernt und eine vertraute Routine verbessert, kann sich an dieser Wiederholung erfreuen. Wenn deine Gruppe ständig neue Mechaniken erwartet, kann eine Lieferung jedoch schnell der nächsten ähneln.

Der Fortschritt bleibt bestehen, ist aber keine Koop-Kampagne mit einem Abschluss. Neue Fertigkeiten und bessere Trucks erweitern die Ladungen, die du übernehmen kannst; die Karte und gekaufte Erweiterungen bieten zusätzliche Ziele. Auch nach dem Kauf eines Trucks oder dem Ausbau deines Unternehmens gibt es weiter Aufträge. Ein letztes Kapitel schließt die Straße nicht ab. Eine Gruppe kann Convoy als einzelne Lieferung spielen oder später zurückkehren. Verlässt jedoch der Host eine normale, von Spielern gehostete Sitzung, endet sie. Ein eigener Dedicated Server kann stattdessen zwischen euren Besuchen weiterlaufen, sodass niemand das Spiel als Host offenhalten muss.

Das Fahrerhaus ist die eigentliche Herausforderung

Die meiste Arbeit erledigst du vom Fahrersitz aus. Einen langen Truck durch den Verkehr zu lenken, ist leicht zu verstehen, braucht aber Platz: Kurven sind weit, ein Anhänger folgt einer anderen Linie als das Fahrerhaus, und auf einem Lieferhof musst du vielleicht rückwärts in eine markierte Lücke setzen. Das Spiel bietet Parkhilfen und einstellbare Simulationsoptionen, sodass deine Gruppe selbst bestimmt, wie viel von der Fahrphysik sie übernehmen möchte. Manche Lieferungen verlangen mehr Aufmerksamkeit als andere; ein schwerer oder sperriger Anhänger kann aus einer vertrauten Kurve oder Ladezone eine knifflige Stelle machen.

Auch alltägliche Verkehrsdetails gehören dazu. Der Routenberater zeigt Weg und Auftragsinformationen; Tankstopps, Tempolimits, Ampeln, Verkehrszeichen und Waagen unterbrechen die Fahrt mit kleinen Aufgaben. Die Müdigkeitssimulation kann zusätzliche Pausen verlangen, lässt sich in den Einstellungen aber auch ausschalten. Je nach Auftrag können Fehler Schäden, ein Bußgeld oder weniger Bezahlung bedeuten. Daraus wird keine Überlebensherausforderung, aber die Fahrt bekommt etwas Gewicht. Gleichzeitig gibt es lange Abschnitte, auf denen du vor allem die Spur hältst, der Route folgst und die Landschaft vorbeiziehen lässt.

Bei der Steuerung bist du flexibel. Ein Lenkrad kann das Fahrerhaus greifbarer machen, ist aber keine Voraussetzung; Tastatur, Gamepad und weitere Eingabegeräte werden unterstützt. Automatik und andere Einstellungen vereinfachen die Bedienung. Wer mehr Details möchte, kann Schaltgetriebe, Luftbremsen und weitere Truck-Systeme nutzen. Jeder stellt die eigenen Steuerelemente und Simulationsoptionen ein. Niemand braucht ein Lenkrad, um mitzufahren; für Convoy benötigst du lediglich einen geeigneten Computer und eine Internetverbindung.

Die Straßenlandschaft liefert einen großen Teil der Abwechslung. Je nach Bundesstaat und Karten-Erweiterung führen Routen durch Wüste, Berge, Wälder, kleine Orte, Stadtstraßen, Industriegelände und Autobahnkreuze. Eine Strecke kann ruhig genug sein, dass Radio oder Gespräch im Mittelpunkt stehen; eine Kurve durch die Stadt oder ein enger Lieferhof fordert wieder mehr Aufmerksamkeit. Die Basiskarte zeigt einen Teil des amerikanischen Westens, optionale Erweiterungen fügen weitere Routen und Ziele hinzu. Die Landschaft bildet das Land in verkleinertem Maßstab ab: Du fährst durch eine gestaltete Version der USA, nicht durch einen maßstabsgetreuen Straßenatlas.

Mehrere Lkw fahren bei Dämmerung durch Las Vegas, über ihnen sind Stadtlichter und ein Luftschiff zu sehen.

So richtest du die Gruppe ein

Convoy ist der Online-Mehrspielermodus von American Truck Simulator. Du kannst eine private Sitzung mit Passwort starten, sie für andere Fahrer öffnen oder nach Sitzungen suchen. Eine normale, von einem Spieler gehostete Sitzung ist für bis zu acht Personen insgesamt ausgelegt, den Host eingeschlossen. Alle fahren online von ihrem eigenen Computer aus und brauchen die aktuelle Spielversion. Convoy verbindet separate Trucks in einer Online-Sitzung; es ist kein lokaler Splitscreen.

Eine normale, von einem Spieler gehostete Convoy-Sitzung endet, sobald der Host das Spiel schließt. Ein dedizierter Server kann unabhängig vom Spiel einer einzelnen Person laufen, ist aber optional. Für eine gemeinsame Fahrt reicht meist eine private Lobby; ein dedizierter Server kann sinnvoll sein, wenn die Gruppe zu unterschiedlichen Zeiten dazukommt. Hosts können die Sitzung moderieren und störende Teilnehmer entfernen.

Karten-Erweiterungen und Mods können die Routenplanung beeinflussen. Du kannst Convoy auch ohne eine Kartenerweiterung beitreten, aber Gebiete, die du nicht besitzt, weder sehen noch befahren. Führt ein Auftrag durch so ein Gebiet, können sich die Routen der Gruppe trennen. Convoy unterstützt kompatible Mods, wenn Sitzung und Installationen aller Spieler die nötigen Voraussetzungen erfüllen. Für die erste gemeinsame Fahrt kann die unveränderte Basiskarte zusätzlichen Abstimmungsaufwand vermeiden.

In öffentlichen Sitzungen fährt deine Gruppe auch mit anderen Fahrern. Unterschiedliches Tempo oder Verhalten kann die Abstimmung unterwegs erschweren; eine private Sitzung bleibt den eingeladenen Personen vorbehalten. Hosts können die Sitzung moderieren, und ein Passwort schützt die private Lobby. In einer privaten Sitzung bleiben Auftrag und synchronisierte Bedingungen unter den eingeladenen Freunden; in einer öffentlichen fahren weitere Fahrer mit.

Koop für die lange Strecke

American Truck Simulator passt zu Freunden, die sich beim gemeinsamen Fahren auch unterhalten möchten. Convoy schickt die Gruppe auf dieselbe Route, doch lange Strecken und ruhigere Straßen lassen unterschiedliche Tempi zu. Regelmäßige Lieferungen, Fahrgefühl, Landschaft und der schrittweise Ausbau des Unternehmens prägen das Erlebnis. Wiederholte Fahrten von A nach B können ereignisarm wirken, wenn du dauernde Action oder inszenierte Ereignisse erwartest. Im Mittelpunkt stehen Trucks, Fracht, Straßen und ein Unternehmen, das du aufbaust.

Die praktische Aufstellung ist klar: bis zu acht Personen, jede mit einem eigenen Truck, online zusammen in Convoy. Ein Lenkrad bleibt optional, und Neueinsteiger können erst einmal Aufträge mit einem gestellten Truck fahren. Wer mit der Gruppe eine gemeinsame Story-Kampagne, lokalen Splitscreen oder eng abgestimmte Rollen sucht, ist anderswo besser aufgehoben. Klingt ein Frachtauftrag, den ihr zusammen annehmt, und eine lange Fahrt, die einen großen Teil des Abends füllt, passend, bietet Convoy genau dafür einen gemeinsamen Rahmen.

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