Euro Truck Simulator 2 macht aus einer Frachtlieferung einen gemeinsamen Roadtrip. Der eingebaute Convoy-Modus unterstützt bis zu acht Spieler online, einschließlich des Hosts. Du und deine Freunde fahren jeweils einen eigenen Lkw, übernehmt denselben Auftrag und erlebt synchronisierten KI-Verkehr, dieselbe Tageszeit und dasselbe Wetter. Ihr unternehmt gemeinsam eine Tour, führt aber keine gemeinsame Spedition: Karriere und Firmenfortschritt bleiben für jeden Fahrer separat.
Ein Auftrag, acht eigene Lkw
Convoy gibt der Gruppe ein gemeinsames Ziel, ohne alle in dasselbe Fahrerhaus zu setzen. Eine Person kann einen Frachtauftrag auswählen; anschließend steht dieser Auftrag den anderen in der Sitzung zur Verfügung. Jeder fährt seinen eigenen Lkw mit eigenem Anhänger, während die gemeinsame Fracht alle in Richtung desselben Ziels führt. Wer einen anderen Auftrag annimmt, kann die anderen weiterhin auf der Straße sehen, fährt aber nicht mehr mit ihnen dieselbe Lieferung zu Ende.
Es gibt keine Klassen oder festen Koop-Rollen. Alle sind Fahrer, und die gemeinsame Aufgabe findet auf der Straße statt: den schweren Lkw in Bewegung halten, der Route folgen und die Fracht abliefern. Convoy synchronisiert Verkehr, Tageszeit und Wetter für die Sitzung. Regen oder eine Autoschlange gehören damit für alle zur gleichen Fahrt. Die KI-Fahrzeuge sind der Straßenverkehr; andere Trucks neben dir werden von Spielern gefahren und füllen keine freien Plätze als Computerpartner.
Das ist eine entspannte Form der Zusammenarbeit. Convoy schickt euch weder durch eine Folge von Story-Missionen noch lässt es eine Person ein gemeinsames Fahrzeug verwalten. Das Ziel ist direkter: passenden Frachtauftrag annehmen, Route fahren und Lieferung abschließen. Der Reiz entsteht daraus, einen vertrauten Auftrag gemeinsam zu erledigen, während sich Landschaft und kleine Verkehrskomplikationen zwischen Abholung und Ablieferung abwechseln. Zur Kommunikation bietet Convoy CB-Funk, Schnellantworten und Textchat.
Eine Lieferung ist mehr als ihr Ziel
Der Auftragsmarkt nennt Ladung, Abholort und Ziel. Je nach Auftrag und Karriere startest du mit einem bereitgestellten Lkw oder fährst mit deinem eigenen Gespann zum Depot. Von dort führt die Route über Autobahnen, kleinere Straßen, Kreuzungen und Betriebshöfe. Du folgst dem Navigationsgerät, achtest auf Schilder und Verkehr und manövrierst den Auflieger durch Kurven, die enger wirken können als die breite Autobahn, die du gerade verlassen hast.
Die Fahrt hat einen gleichmäßigen Rhythmus. Auf freie Straßen folgen Mautstellen, Grenzübergänge, Tankstopps oder eine volle Zufahrt zur Stadt. Mit einer großen Ladung musst du den Platzbedarf des Aufliegers im Blick behalten; Lieferzeitfenster und die Spieluhr geben der Tour einen praktischen Rahmen. Wenn du die Müdigkeitssimulation nutzt, gehört auch eine Pause zum Arbeitstag. Das sind keine rasanten Action-Setpieces, sondern kleine Pflichten, durch die sich der Transport einer Ladung anders anfühlt als bloßes Herumfahren.
Convoy hält Menschen, Wetter und Straßenverkehr in derselben Umgebung, während jeder selbst fährt. Eine Person rangiert vielleicht gerade mit dem Anhänger in eine Einfahrt, während eine andere an derselben Ampel vorbeifährt; auf langen Strecken tauchen Freunde vor dir oder im Rückspiegel auf. Eine automatische Formation gibt es nicht: Die Gruppe kann sich auf der Strecke verteilen und später wieder zusammenfinden. Das bleibt eine Fahrsimulation und wird nicht zum taktischen Teamspiel mit Rollen wie Disponent, Navigator oder Mechaniker.
Die gemeinsame Umgebung unterscheidet die Fahrt davon, nur im Sprachchat zu sitzen, während alle allein spielen. Ihr könnt denselben Vertrag annehmen und gemeinsam an derselben Lieferung arbeiten. CB-Funk, Schnellantworten und Textchat bieten außerdem Möglichkeiten zur Kommunikation im Spiel. Gesteuert, beladen oder verwaltet wird aber nichts gemeinsam: Jeder bleibt für das eigene Fahrzeug und die eigene Route verantwortlich.
Deine Speditionskarriere bleibt deine
Außerhalb der gemeinsamen Fahrt kannst du ein eigenes, langfristiges Unternehmen aufbauen. Abgeschlossene Frachtaufträge bringen Geld und Erfahrung; der Karrierefortschritt eröffnet weitere Frachtarten und längere Touren. Du kannst Lkw und Garagen kaufen, Fahrzeuge anpassen, eine Flotte erweitern und Fahrer einstellen, die für dein Unternehmen Geld verdienen. Diese Verwaltung gibt einen Grund, immer wieder auf die Straße zurückzukehren, gehört aber zum jeweiligen Spielerprofil.
Das ist wichtig, wenn deine Gruppe eine gemeinsame Spedition erwartet. Convoy legt Geld, Trucks oder Firmenentscheidungen nicht in einem gemeinsamen Spielstand zusammen. Du und deine Freunde könnt dieselbe Ladung transportieren, aber jeder erhält die Ergebnisse in der eigenen Karriere. Ein Fahrer kann bereits einen aufgerüsteten Lkw und mehrere Angestellte haben, während ein anderer sein Geschäft gerade erst aufbaut. Die Sitzung gleicht diese Profile nicht an. Gemeinsam sind die Straße und der Auftrag, nicht das wirtschaftliche Ergebnis.
Ein neuer Mitspieler steigt daher mit der eigenen Fahrerin oder dem eigenen Fahrer und dem eigenen Lkw-Stand in die Fahrt ein, statt die Karriere des Hosts zu übernehmen. Der langfristige Kreislauf bleibt offen: Aufträge schaffen persönliche Ressourcen, Erkundung erschließt weitere Ziele, und die Fahrzeuganpassung gibt Raum, Aussehen und Fahrverhalten des eigenen Trucks zu verändern. Die gemeinsame Route bietet euch eine Aktivität für jetzt, während jeder danach den eigenen Karrierepfad weiterführt.
Es gibt keine feste Kampagne, die vorgibt, was die Gruppe als Nächstes spielen muss. Auftragsmarkt und erreichbare Teile Europas bestimmen, welche Fracht gefahren werden kann; dieselbe Grundtätigkeit kann durch sehr unterschiedliche Landschaften führen. Mit wachsender Karriere werden längere Fahrten und weitere Frachtoptionen verfügbar. Wer einen klaren Siegschirm oder stündlich eine neue Story-Mission möchte, sucht eine andere Art Koop. Convoy baut auf wiederkehrender Arbeit, Routenwahl und der gemeinsamen Fahrt auf.
Eine Sitzung für eure Gruppe hosten
Ein Freund kann eine private Convoy-Sitzung hosten und mit einem Passwort schützen; öffentliche Sitzungen sind ebenfalls verfügbar. Verlässt der Host eine spielergehostete Sitzung, wird sie geschlossen und die anderen Spieler werden getrennt. Bei einem unerwarteten Verbindungsabbruch des Hosts können die übrigen Spieler wählen, ob sie den Sitzungsfortschritt übernehmen oder zurücksetzen.
ETS2 unterstützt außerdem dedizierte Server. Sie laufen getrennt vom Spiel eines Teilnehmers und können verfügbar bleiben, wenn niemand angemeldet ist; Freunde können eine Sitzung verlassen und später einen Auftrag fortsetzen. Dafür braucht es eine separate Serverkonfiguration und Netzwerkeinrichtung, anders als beim Hosten aus dem Spiel.
Convoy unterstützt bis zu acht Spieler pro Sitzung. Auch kleinere Gruppen können gemeinsam fahren: KI-Fahrzeuge gehören zum Straßenverkehr, während die Lkw um dich herum von anderen Spielern gesteuert werden. Auch dedizierte Server unterstützen Sitzungen mit bis zu acht Spielern. Für dieselbe Sitzung ist eine kompatible Spielversion erforderlich.
Karten, Ausstattung und praktische Grenzen
Convoy ist ein Online-Koop-Modus. Die Steam-Version gibt es für Windows, macOS und Linux. Zum Fahren reichen Tastatur und Maus; Controller und Lenkrad sind optional.
Karten-Erweiterungen werden wichtig, sobald eine Route die Grundkarte verlässt. Für den Beitritt zu Convoy müssen nicht alle dieselben Karten-DLC besitzen, aber ohne eine Erweiterung kann man deren Kartenbereiche weder sehen noch befahren. Führt ein gemeinsamer Auftrag in eine solche Region, kann deshalb nicht jeder dieselbe Strecke fahren: Welche Teile der Route zugänglich sind, hängt von den Karten ab, die der jeweilige Spieler besitzt. Die Europakarte wächst durch kostenpflichtige Erweiterungen; die Grundkarte bildet den gemeinsamen Bereich, sofern eure Kartenbibliotheken nicht dieselben Zusatzgebiete umfassen.
Auch wenn alle auf derselben Karte fahren, bleibt der Modus begrenzt. Convoy macht euch nicht zu Mitverwaltern einer gemeinsamen Flotte, und aus einem Frachtauftrag wird keine Erzählkampagne mit eigens geschriebenen Teamzielen. Das Fahren selbst ist die Aktivität: lange Strecken, Navigation, Kurven mit Anhänger sowie gelegentliche Verkehrs- oder Wetterkomplikationen. Dieses gleichmäßige Tempo passt zu Gruppen, die sich während einer Fahrt unterhalten wollen, aber weniger zu allen, die dauernde Kämpfe oder eng getaktete Missionen suchen.
Für wen sich die gemeinsame Fahrt lohnt
Euro Truck Simulator 2 passt zu Freunden, die eine gemeinsame Aufgabe wollen, ohne jederzeit im Gleichschritt bleiben zu müssen. Ihr könnt dieselbe Ladung auswählen, dieselben Straßenbedingungen erleben und eine lange Tour mit eurem jeweils eigenen Lkw fahren. In Convoy sind bis zu acht Personen möglich; die Route führt durch mehr als sechzig europäische Städte und ein größeres Netz aus Straßen und Depots.
Wichtig ist, was tatsächlich gemeinsam ist: Auftrag und Fahrt. Geld, Lkw, Garagen, angestellte Fahrer und Unternehmensfortschritt bleiben jeweils persönlich. Alle brauchen einen Online-Zugang, und der Besitz von Karten-DLC entscheidet darüber, welche Erweiterungsgebiete jeder erreichen kann. Wenn diese Grenzen passen, ist Convoy ein ungewöhnliches, aber unkompliziertes Koop-Erlebnis: Ihr rettet nicht gemeinsam die Welt, sondern transportiert Fracht durch Europa – bei demselben Wetter und Verkehr, eine Lieferung nach der anderen.