In Zombie Playground stellen sich bis zu vier Spieler gemeinsam Zombies in einer Schule. Ihr spielt Kinder mit Namen aus der Spielzeugkiste und improvisierten Waffen, doch hinter dem Gag steckt mehr als ein Scherz: Die Third-Person-Action verbindet Nahkampf-Combos, Fernangriffe, Klassenfähigkeiten und RPG-Ausrüstung. Jeder Durchlauf spielt in derselben Schul-Arena, während zehn Missionen das Ziel verändern. Der Koop läuft ausschließlich online. Das Spiel eignet sich also für Freunde an getrennten PCs und nicht für eine Gruppe, die sich einen Bildschirm im Wohnzimmer teilt.

Der Kontrast ist der wichtigste Reiz. Ein kindlicher Held kann mit einem riesigen Buch, einem Baseballschläger oder einem anderen Gegenstand aus dem Schulalltag auf die Untoten einschlagen und auf Fernkampf wechseln, wenn die Menge näher rückt. Die Klassen unterscheiden sich durch Werte und Fähigkeiten; die Gegner reichen von gewöhnlichen schlurfenden Zombies bis zu stärkeren erwachsenen Untoten und einem Hausmeister-Boss. Das ist ein farbenfroher, überzeichneter Albtraum vom Schulhof, mit genug Action-RPG-Systemen, damit Ausrüstung und Charakterwahl eine Rolle spielen.

Eine Schule, zehn wechselnde Missionen

Die Arena besteht aus einem Schulgebäude mit Innenhof, Haupteingang und Fachräumen für Sprache, Biologie, Informatik und Musik. Spätere Erweiterungen fügten eine Turnhalle und einen oberen Stock hinzu. Die Schule bleibt die feste Bühne statt einer Reihe getrennter Level. Das Ortsgefühl entsteht dadurch, dass ihr durch bekannte Flure, Klassenzimmer und offene Bereiche zieht, während sich die Aufgaben auf dem Missionsbildschirm ändern.

Diese Aufgaben machen die Karte abwechslungsreicher als einen einfachen Überlebensgang. In manchen Missionen sollt ihr eine bestimmte Zahl Zombies ausschalten; in anderen sucht ihr Gegenstände im Gebäude, zerstört etwa Getränkedosen oder findet einen verschwundenen Freund. Bosskämpfe setzen einen gezielteren Akzent. Insgesamt gibt es zehn Missionen, die mit einigen Story-Elementen die Quelle des Ausbruchs aufdecken. Ihr bleibt in derselben Schule, aber die Aufgabe kann sich vom Räumen einer Gegnergruppe auf die Suche nach dem nächsten Hinweis oder einem Ziel verlagern, bevor euch die Horde überrollt.

Ein typischer Durchlauf wechselt zwischen kurzen Erkundungsphasen und plötzlichen Angriffen. Zombies tauchen im Schulgebäude auf, und aus einem ruhigen Klassenraum kann ein Nahkampf werden, sobald euch Gegner einkreisen. Bei Nahkampfwaffen kommt es auf den Abstand an: Schläge und Kombinationen schaffen Platz, während eine Fernkampfwaffe Angriffe aus größerer Entfernung ermöglicht. Beide Klassen können Nah- und Fernkampfwaffen nutzen. Die Wahl legt euch also nicht darauf fest, nur zuzuschlagen oder nur zu schießen. Combos und Finisher geben dem Kampf einen gezielteren Rhythmus als wiederholte Standardangriffe; gleichzeitig müsst ihr euch zwischen Ecken, Tischen, Türen und offenen Flächen bewegen.

Ein Kind zielt mit zwei Pistolen einen Schulflur hinunter, während Zombies näher kommen; das Missionsziel lautet, das Labor zu durchsuchen und das Virus zu zerstören.

Auch die Gegenstände der Schule bekommen durch die Ziele einen spielerischen Zweck. Bei einer Suchmission kann euch die Anzeige zu einem Objekt im Labor oder Klassenzimmer führen; bei einer Zerstörungsmission wird ein gewöhnlicher Gegenstand Teil des Auftrags, und Zombie-Zähler verwandeln einen Bereich in einen kurzen Verteidigungsabschnitt. Das macht aus dem Gebäude keine riesige Kampagnenkarte, sorgt aber für mehr Abwechslung als eine einzige Anweisung, bis zum Ende der Zeit zu überleben. Die vertrauten Räume halten das Geschehen bodenständig, während euch die Ziele über die Gegner in der Nähe hinausblicken lassen.

Bully, Rascal und die Ausrüstung zwischen den Kämpfen

Die beiden Klassen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Bully hält mehr aus und verursacht mehr Schaden. Rascal tauscht diese Robustheit gegen Tempo und den Stil einer beweglichen Glaskanone. Auch ihre benannten Fähigkeiten passen dazu: Bully kann Bully-Bomb und Bully-Buff einsetzen, Rascal Can’t Touch This und Speed Demon. Das sind kurze, gut erkennbare Schübe für Schaden, Schutz oder Bewegung statt eines weit verzweigten Talentbaums.

So entstehen kleine, aber klare Rollenunterschiede in der Gruppe. Ein robuster Bully kann mitten in einer Gegnergruppe bleiben; ein schneller Rascal wechselt rasch zwischen Bedrohungen und nutzt eine kurze Schutz- oder Tempo-Fähigkeit. Da beide Klassen Nah- und Fernkampf beherrschen, beeinflussen die Rollen eher den Umgang mit einer Begegnung als eine feste Waffengattung. Ihr könnt für beide Stile Ausrüstung wählen; insgesamt stehen 17 Waffen aus Nah- und Fernkampf zur Verfügung. Eine Figur kann einen Haushaltsgegenstand, ein Spielzeug oder einen Schulgegenstand tragen. Neben Horrorfilm-Zombies wirkt das leicht absurd, doch jede Ausrüstung hat auch einen konkreten Nutzen im Kampf.

Im Charakterbildschirm treffen Aussehen und Ausrüstung aufeinander. Kleidung und Zubehör verändern das Kind, mit dem ihr in die Schule zieht, und Ausrüstung wirkt sich im Kampf aus, statt nur Dekoration zu sein. Für erledigte Ziele und besiegte Zombies gibt es Erfahrungspunkte; schnellere Missionsabschlüsse verbessern zusätzlich die Note und die XP-Belohnung. Das gibt bekannten Aufträgen einen einfachen Wiederspielanreiz: Für einen schnelleren Abschluss winken eine bessere Note und mehr XP. Zwischen Missionen könnt ihr Erfahrungspunkte für neue Waffen und andere Ausrüstung ausgeben. Außerdem gibt es über 200 kosmetische Gegenstände. Viele Aussehensoptionen sind aber nicht dasselbe wie neue Karten oder Missionstypen. Die Fortschrittsschleife ist kompakt: XP verdienen, Ausrüstung und Look anpassen und für das nächste Ziel in die Schule zurückkehren.

Fortschritt kann eine bekannte Mission etwas verändern, hebt die Grenzen der Arena aber nicht auf. Ihr schaltet nicht alle paar Stunden ein neues Viertel frei und durchlauft keine ausgedehnte Story-Kampagne. Stattdessen geben Charakterentwicklung und Ausrüstung weiteren Runden durch die Schule einen neuen Dreh. Wenn eure Gruppe ein Koop-Spiel mit langer Kartentour, vielen Klassen oder komplexem Build-Basteln sucht, bleibt Zombie Playground deutlich kleiner. Der Reiz liegt in der ungewöhnlichen Mischung aus Schulhof-Gegenständen, Klassenfähigkeiten und Zombie-Kämpfen in einer überschaubaren Missionsauswahl.

Ein Cartoon-Albtraum mit einem Boss auf dem Flur

Die Spielwelt greift kindliche Fantasie auf: Eine Schule wird zur monstergefüllten Arena, und die Helden bringen Ausrüstung mit, die sich in Kinderhänden mächtig angefühlt hätte. Die Grafik ist bunt und stilisiert, während die Gegner groteske Details zeigen. Aus diesem Gegensatz entsteht der Ton. Neben einem Klassenplakat oder einer Schulbank kann ein schlurfender erwachsener Zombie auftauchen; der riesige Hausmeister Buckethead macht aus der Person, die eigentlich die Flure sauber halten sollte, einen Boss.

Nicht alle Gegner sind gewöhnliche Zombies. Normale Feinde teilen sich die Schule mit Elitevarianten, größeren erwachsenen Zombies und Bossen. Buckethead, der Hausmeister, ist der einprägsamste Name unter ihnen: ein massiger Gegner, der einen Schulflur zu einem Ort macht, an dem ihr lieber nicht allein stehen wollt. Stärkere Gegner fordern euch stärker als die einfachen Untoten, und der Kampf kann sich holprig anfühlen, wenn sie den Bildschirm füllen. Die Gefechte verbinden Nahkampfangriffe, Fernkampf und kurze Klassenfähigkeiten für Wirkung, Schutz oder Bewegung. In engen Fluren und offenen Räumen wirkt dieser Mix anders, weil Türrahmen, Tische und Gegnergruppen die Gefechte jeweils prägen.

Die Präsentation stilisiert die Gewalt, statt sie realistisch zu zeigen, aber es bleibt ein Spiel, in dem Kinder Monster bekämpfen. Waffen schwingen wuchtig, Zombies kommen auf den Vordergrund zu, und die Action kann Zeichentrickblut und chaotische Effekte enthalten. Der Soundtrack bringt eine weitere überraschende Note ein: Shawn Lee komponierte eigens eine Musik mit Funk-Grooves und einem Retro-Gefühl der 80er. Dadurch wirkt die Schule weniger wie ein trostloses Überlebensspiel und mehr wie eine schräge, energiegeladene Horrorkomödie. Wer eine ernste Apokalypse-Geschichte sucht, dürfte den Ton zu verspielt finden. Für ein ruhiges Spiel für jüngere Kinder können Zombie-Gewalt und düstere Bilder ebenfalls nicht passen.

Online-Koop und praktische Grenzen

Zombie Playground unterstützt Online-Koop für bis zu vier Spieler insgesamt. Online-PvP ist ein separater Modus; in den Schulmissionen gegen Zombies arbeitet ihr gemeinsam an Zielen und kämpft gegen Gegner. Lokalen oder Splitscreen-Koop gibt es nicht. Eure Freunde müssen also online dazustoßen, statt einen Controller weiterzureichen. Versionen für Windows und macOS sind verfügbar. Das Spiel unterstützt Controller ebenso wie Tastatur und Maus. Jeder Spieler nimmt von einem eigenen PC aus teil; das Spiel bietet hier keinen Couch-Koop an einem gemeinsamen Rechner.

Eine Breitbandverbindung ist erforderlich. Der Online-Start kann mehr als einen Schritt erfordern und ist damit weniger direkt als eine einfache Einladung. Insgesamt vier Spieler lassen Platz für ein kleines Team; wer lokalen Koop sucht, ist hier allerdings falsch.

Der kleine Umfang hat zwei Seiten. Das Schulthema und die Klassenrollen sind schnell zu verstehen, die Missionen bieten mehr als eine Aufgabenart, und die Arena hat einen unverwechselbaren Schauplatz. Doch ihr kehrt in dasselbe Gebäude zurück, und die Auswahl an Klassen und Gegnerfamilien ist begrenzt. Das Spiel eignet sich eher für ein paar konzentrierte Sitzungen als für eine lange Kampagne mit Dutzenden Karten. Eine Freundesgruppe, die Cartoon-Zombie-Action, kurze Ziele und Nah- und Fernkampfausrüstung ausprobieren möchte, findet hier einen klaren Ansatz. Wer einen ausgereiften Horden-Shooter mit umfangreichen Inhalten erwartet, sollte sich eher anderswo umsehen.

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