Nuclear Throne ist ein rasantes Top-Down-Shooter-Spiel: Mutanten kämpfen sich durch eine zerstörte Welt, sammeln Strahlung und versuchen, den Thron zu erreichen. Die Steam-Version bietet lokalen Koop für bis zu vier Personen auf einem gemeinsamen Bildschirm. Das passt zu Gruppen, die kurze, intensive Runs mögen, in denen neue Waffen und Mutationen jeden Versuch verändern. Weniger geeignet ist das Spiel, wenn ihr integrierte Online-Lobbys, getrennte Ansichten oder viel Platz zum Auseinanderlaufen braucht.
Ein Run durch die Ruinen
Jeder Run führt eure Gruppe durch eine Kette kompakter Arenen in einem postapokalyptischen Ödland. Ihr besiegt Gegner, sammelt die grüne Strahlung ein, die sie zurücklassen, und nehmt ein Portal ins nächste Gebiet. Der Weg führt durch sieben Themenregionen und mehrere Bosskämpfe bis zum Nuclear Throne. Karten und Beute variieren von Run zu Run; Regionen und ihre großen Begegnungen geben der Reise dennoch einen wiedererkennbaren Rhythmus.
Die Kämpfe sind schnell. Gegner schießen, stürmen heran oder füllen den Raum mit Projektilen; eure Waffen antworten mit Explosionen, Querschlägern und herumfliegenden Trümmern. Unter starkem Beschuss können Wände einstürzen, sodass sich die Arena während des Gefechts verändert. Ein eben noch versperrter Weg kann frei werden, während ein verirrter Sprengsatz eine sichere Ecke in eine Gefahrenzone verwandelt. Gegner und anfliegende Schüsse können solche Lücken schnell wieder füllen. Statt lange eine Ausrüstung zu planen, müsst ihr euch schnell bewegen und zielen.
Strahlung ist das Erfahrungssystem des Runs. Sammelt sie ein, bevor sie verschwindet, und sie füllt eine gemeinsame Anzeige. Bei einem Stufenaufstieg bietet euch das Spiel Mutationen an, die Fähigkeiten eurer Figuren verändern. Ihr könnt etwa mehr Gesundheit, bessere Munitionsfunde oder eine Fähigkeit wählen, die Bewegung oder Umgebung beeinflusst. Die Auswahl ist zufällig und kein kompletter Fähigkeitenbaum: Jeder Durchlauf bietet eine kleine, durch das Angebot bestimmte Entscheidung. Eine hilfreiche Mutation kann einen späteren Raum verändern, garantiert aber nicht, dass die nächste Waffe zu eurem Plan passt.
Waffen und Munition bringen eine weitere Variable ins Spiel. Ihr tragt zwei Waffen und wechselt zwischen ihnen, wenn die jeweiligen Munitionsvorräte zur Neige gehen. Im Ödland findet ihr Schusswaffen, Sprengstoffe, Energiewaffen, Armbrüste oder Nahkampfwerkzeuge mit unterschiedlichen Reichweiten und Feuermustern. Waffenkisten und verstreute Funde können eure Ausrüstung ersetzen. So reiht sich in jedem Run eine kleine Anpassung an die nächste: Eine neue Schrotflinte verändert Kämpfe auf kurze Distanz, während ein schwerer Werfer eine weitere Antwort auf eine Gegnergruppe bietet – mit Munition, die ihr nicht verschwenden könnt.
Die Figuren machen die Runs abwechslungsreicher. Dreizehn spielbare Mutanten haben unterschiedliche Startwaffen und Fähigkeiten: Fish rollt und bewegt sich schneller, Crystal ist zu Beginn robuster und kann sich kurz in einen schützenden Kristall verwandeln, und Eyes zieht Gegenstände in der Nähe zu sich. Eine Figur kann einen Kampf mit ihrer Fähigkeit drehen, eine andere steckt Fehler besser weg. Cuz kann mit Cry Gegner und Projektile durchschneiden und drei Waffen tragen. Die Figuren sorgen für unterschiedliche Ausgangslagen; Waffen- und Mutationsfunde verhindern, dass derselbe Charakter jeden Run gleich spielt.
Ein voller Bildschirm im Koop
Der lokale Koop unterstützt bis zu vier Personen an einem Computer. Ihr spielt auf demselben Bildschirm, nicht mit vier getrennten Kameras: Die Ansicht bleibt bei der Gruppe, die nah genug zusammenbleiben muss, damit alle hineinpassen. Mit vier Mutanten, Gegnern, Kugeln, Gegenständen und Effekten gleichzeitig kann die Arena unübersichtlich werden. Das gehört für Gruppen, die Arcade-Chaos mögen, zum Reiz und schränkt alle ein, die viel eigenen Bildschirmplatz oder freie Erkundung in verschiedene Richtungen möchten.
Mit Steam Remote Play Together könnt ihr die lokale Mehrspielerpartie vom Computer einer Person an bis zu drei Freunde streamen. Sie schicken ihre Eingaben an den Host zurück. So kann eine Gruppe von verschiedenen Orten aus spielen, ohne dass Nuclear Throne zu einem Online-Spiel mit separaten Clients oder Server wird. Die Partie läuft auf dem Computer des Hosts; Remote Play Together überträgt also den Couch-Koop, statt einen eigenen Online-Modus zu bieten. Bei einer langsamen oder instabilen Verbindung reagiert die Action möglicherweise träger als beim gemeinsamen Spielen an einem Gerät.
Für lokalen Koop wird mindestens ein Controller benötigt. Häufig nutzt eine Person Tastatur und Maus, während die anderen Controller verwenden; alle können ihre Steuerung im Menü anpassen. Mehrere verbundene Gamepads werden unterstützt. Prüft am besten vor einem Run, ob die Eingaben für alle richtig zugewiesen sind.
Im Koop gelten eigene Regeln für den Fortschritt. Die Gruppe teilt Strahlung und Mutationsauswahl: Beim Stufenaufstieg erhält sie einen gemeinsamen Satz Optionen, und die gewählte Mutation wirkt für alle. Waffenplätze bleiben individuell; gewöhnliche Gesundheits- und Munitionsfunde erhält, wer sie einsammelt. Einige Koop-Ultra-Mutationen können diese Aufteilung ändern, indem sie Gesundheit oder Munition teilen. Die Figuren behalten ihre Eigenheiten, aber die gemeinsame Ausrichtung des Runs kann sich durch eine einzige Verbesserung verändern.
Wird jemand kampfunfähig, gibt es ein Wiederbelebungssystem. Die gefallene Figur lässt ihre Waffen fallen; eine Wiederbelebungstruhe kann sie in einem späteren Gebiet mit ihrer Startausrüstung zurückbringen. Ein Teammitglied kann die fallen gelassenen Waffen einsammeln, bekommt dadurch aber keine zusätzliche Munition. Die Wiederbelebung bringt jemanden zurück in den Kampf, macht den Verlust eines Lebens aber nicht kostenlos. Sind alle besiegt, ist der Run vorbei; es gibt keinen Kontrollpunkt, über den ihr dieselbe Arena mit dem alten Build neu laden könnt.
Auch der Fortschritt durch die Portale ist gemeinsam. Eine Person kann das Ausgangsportal betreten und damit die ganze Gruppe ins nächste Gebiet schicken. Im Koop erkundet ihr also nicht getrennt voneinander. Bosse werden mit mehr Spielern stärker, und der Schaden untereinander ist begrenzt, auch wenn manche Spreng- oder Querschlägerangriffe ihre Urheber treffen können. Mehr Mitspielende bringen zusätzliche Feuerkraft, aber der Raum bleibt voller Gefahren und auf dem Bildschirm ist noch mehr los.
Runs enden, das Ödland bleibt
Nuclear Throne ist ein Roguelike-Shooter: Der wichtigste Fortschritt findet innerhalb eines Runs statt. Wenn die ganze Gruppe besiegt wird, ist der Versuch vorbei; der nächste beginnt mit einer neuen Route, anderen Waffen und frischen Mutationsmöglichkeiten. Zwischen den Runs schalten Erfolge und dauerhafte Freischaltungen weitere Figuren, Skins, Startausrüstung und Optionen frei. Sie erweitern eure Auswahl, machen aus einem verlorenen Run aber keine fortlaufende Kampagne mit übernommener Ausrüstung.
Tägliche und wöchentliche Herausforderungen bieten festgelegte Runs neben dem normalen Weg durchs Ödland. Im benutzerdefinierten Modus könnt ihr Teile eines Runs verändern und eigene Herausforderungen mit anderen Regeln zusammenstellen. Das gibt eurer Gruppe Gründe, denselben grundlegenden Shooter-Loop erneut zu spielen, auch wenn diese Optionen leichter verständlich sind, sobald ihr den Rhythmus aus Gebietskämpfen und Mutationsauswahl kennt. Im lokalen Koop gibt es außerdem eigene Ultra-Mutationsoptionen, die den gemeinsamen Run von einem Solo-Durchlauf unterscheiden können. Wenn ihr den Thron erreicht, kann sich der Run in einer schwierigeren Schleife fortsetzen, statt die Gruppe direkt zum Start-Build zurückzuschicken.
Der Grafikstil ist farbenfrohe Pixelkunst in einer Welt, die größtenteils verwüstet ist. Mutanten und Monster bevölkern kahle Wüsten, Schrottplätze, gefrorene Böden und seltsamere Winkel der Ruinen. Der Soundtrack schlägt einen lauten, gitarrengetriebenen Western-Ton an, und die Soundeffekte lassen jeden Schuss, Fund und jede Explosion aus dem Mix hervorstechen. Selbst wenn der Bildschirm voll ist, sorgen die klaren Farben und der prägnante Sound für etwas Arcade-Übersicht.
Der Ton ist bewusst schräg statt düster. Ein Fisch mit Schrotflinte, ein laufender Kristall und ein Mutant mit drei Waffen sind eine ungewöhnliche Truppe für eine Welt voller Banditen und Monster. Es gibt keine lange Story-Kampagne, der eure Freunde einer dramatischen Handlung folgen; die Atmosphäre entsteht durch kurze Ausflüge, eigenwillige Figuren, kernige Waffen und den wiederholten Vorstoß zum Thron. Das Spiel bleibt am liebsten in Bewegung und hält kaum inne, um die Welt zu erklären.
Passt das zu eurer Gruppe?
Nuclear Throne passt zu Freunden, die einen Bildschirm teilen können und kurze Runs mögen, die abrupt enden, wenn alle fallen. Jeder Versuch kombiniert Waffen und Mutationen neu, während Figuren und Regionen dem Chaos genug Struktur geben. Vier Personen können an einem PC spielen; Steam Remote Play Together kann diese lokale Partie zu Freunden an anderen Orten streamen.
Das Spiel ist nicht auf Online-Server, dauerhafte Koop-Welten oder getrennte Erkundung ausgelegt. Die Gruppe folgt einer Kamera, teilt Strahlung und Mutationsentscheidungen und beginnt nach einem vollständigen Team-Wipe einen neuen Run. Wenn ihr Arcade-Shooter mit schnellen Entscheidungen, wuchtigen Effekten und einem kleinen Gerangel um Funde mögt, hat der lokale Koop ein klares Profil. Braucht ihr natives Online-Matchmaking oder Platz, um euch aufzuteilen, solltet ihr nach einem Spiel mit diesen Systemen suchen.